Blogparade: Wertschätzung für Blogs

Es wird viel geredet über Influencer. Die große neue Wunderwaffe. Oder alberner Quatsch, je nachdem, wen man fragt. Denkt die Allgemeinheit an Influencer, sind das junge, hübsche Leute, die auf Instagram oder YouTube posieren und dort unglaublich viel Geld mit Werbung verdienen. Gibt es, ja. Es gibt Accounts mit Millionen Followern und Millionen auf dem Konto. Oder die viele (Hundert)Tausende treuer Fans begeistern. Die Themen wie Beauty, Mode, Sport, Reise oder Kochen und Backen promoten und auf Instagram den Abverkauf pushen, dass des den Firmen die Freudentränen in die Augen treibt. Als Gegenentwurf gilt nach wie vor „die seriöse Presse“ – also TV, die Printmedien und deren Online-Ableger.

Was immer weiter in den Hintergrund rückt, sind Blogs und BloggerInnen. Natürlich gibt es nach wie vor wertschätzende Zusammenarbeit, aber die ist nicht selbstverständlich. Bloggen wird oft als Tätigkeit unterforderter Hausfrauen abgetan, die, gierig auf Produktproben, laienhaft geschriebene Reviews ins Netz blasen. Was für ein schräges, böses Bild. Blogs werden gern genommen, wenn wer billig was unterbringen will. „Blogger Relations“ nennt sich sowas…Waren Blogger vor Instagram die umworbenen Shootingstars, wird es zunehmend ruhiger. Denn Instagram!!!! Ist das Zauberwort. Ja, die Plattform ist wichtig. Aber nicht jedem Werbetreibenden scheint klar zu sein, dass Posts dort schnell verschwunden sind und nach spätestens 5 Tagen kein Hahn nach alten Bildern kräht. Dass zwar genau einsehbare und oft eindrucksvolle Zahlen zu finden sind, aber 500 Likes kosten 4 Euro am Tag und auch 20.000 Deutsche Follower kosten nur 400 Euro. Und wer weiß, ob die Fans das Produkt überhaupt wahrnehmen? (Bei Lippenstiften oder Backzutaten wohl schon, da werden Milliarden umgesetzt) Und außerdem: es dreht sich nicht alles um Verkaufe.

Blogs setzen Trends und liefern Debattenbeiträge

Und da kommen die Blogs in Spiel. Die sind nämlich unendlich viel mehr als Laienspielwiese oder reine Werbeplattformen. Blogs ergänzen die Presselandschaft, erweitern sie, setzen Trends und leisten unschätzbare Debattenbeiträge. Politische oder medienkritische Blogs decken mehr auf als klassische Zeitungen. Netzpolitik.org, Bildblog oder Uebermedien sind aus der Medienlandschaft nicht wegzudenken, denn die pieken gewaltig ins behäbige Hinterteil der Politik und Medien. Kochblogs, Reiseblogs, Städteblogs liefern wichtige Impulse und unschätzbare Tipps, die gern genutzt werden. Modeblogs geben Einblicke auf Entwicklungen und Modemacher, die kein Bild allein transportiert. Plus-Size-Blogs, Best-Ager-Blogs oder auch grüne oder vegane Blogs haben Themen und Zielgruppen in das Licht der Öffentlichkeit geholt, die ein Schattendasein führten. Das war nicht Instagram!

Und Blogs sind nachhaltig. auch nach Jahren sind gut verschlagwortete Artikel auffindbar und bleiben relevant. Sie sind nicht so schnell konsumierbar wie ein Foto, das gesehen wird, Like drunter, fertig. Blogs müssen gelesen werden. Aber ihr Angebot, ihre Tipps bleiben auch nachhaltig im Netz.

Blogs sind oft so aufwändig produziert wie Zeitschriften. Fotos, Texte sind hochwertig und lange recherchiert. Und das soll bitte gewürdigt werden von PR-Agenturen und Firmen – und von der Presse, die uns nicht als Laien abtun soll. Viele Journalisten bloggen. (Wie ich auch) Wir Blogger werden dennoch zunehmend mit den Krümeln abgespeist, die Instagram übrig lässt. Auf der ITB, berichteten Blogger, setzen Tourismusunternehmen zunehmend auf Instagram, wer da keine „relevanten“ Zahlen hat, ist weg vom Fenster. Nein, wir wollen nicht unbedingt davon leben, aber aufwändige Kooperationen anfragen und 100 Euro (wenn überhaupt) zahlen wollen, ist trotzdem eine Ohrfeige für Blogs. Es geht um Wertschätzung.

Wir haben leider keine Lobby, wir haben keine Verbände, die sich einsetzen und Qualitätsstandards einfordern, bei Blogs wie auch Auftraggebern. Wir haben niemand, der für uns spricht. Deswegen sprechen wir selbst. Als Nachtrag möchte ich auf den Bloggerclub verweisen, der sich als Vertretung der Blogger sieht und Lobbyarbeit für sie macht. Ich schau mir das genauer an und bring mich da gegebenenfalls ein. Wär schön, wenn wir uns stärker bemerkbar machen können.

 

Ich lade alle Blogger zu einer Blogparade ein, in der wir zeigen, dass wir relevant sind. Bis Ende März 2019 bitte auf euren Blogs euer Plädoyer schreiben und den Artikel verlinken, damit ich euch finden kann. Das können Erfahrungsberichte sein, Trendartikel oder was Bloggen für euch bedeutet und was es den Lesern und Kooperationspartnern bringt…Ich stelle dann nach und nach sämtliche Links hier unter den Artikel und liefere regelmäßig Updates über die Aktion. Ich werde auch Medien wie W&V informieren. Ich will eine Kampagne ins Leben rufen, uns vernetzen und auf die Wichtigkeit von Blogs aufmerksam machen. #blogswirken als Hashtag auf LinkedIn, Twitter, Facebook und Instagram 😉

Beiträge zur Blogparade