Lieblingslabels Mode Nachhaltigkeit

Sustainable Sportswear: eine Zusammenstellung

Kompostierbarer Pullover im Nachhaltigkeitsbereich der ISPO Munich
Kompostierbarer Pullover im Nachhaltigkeitsbereich der ISPO Munich

Gerade ist die ISPO Munich vorbei. Und gerade bei den Sporttextilien und Sportgeräten  ist Nachhaltigkeit ein Thema, das besonders wichtig genommen wird. Auf der ISPO war eine halbe Halle dem Thema gewidmet. Mit Vorträgen, Ausstellern, Demos. Die Verbindung von Sport und Nachhaltigkeit ergibt Sinn:  wer viel in der Natur unterwegs ist, möchte mit seiner Kleidung nicht dazu beitragen, diese Natur zu zerstören. Outdoor-Marken wie Patagonia gehören deswegen zu den absoluten Pionieren der Nachhaltigkeitsbewegung. Das Tolle daran: die Marken werden immer cooler und modischer. Aus den vielgehassten nützlichen, aber häßlichen Outdoorjacken ist mittlerweile sehr Stadt- oder sogar Clubtaugliche Mode geworden, die einen in der Stadt ebenso schmückt wie sie auf dem Berg oder am Meer warm und trocken hält. Outdoormode ist Streetstyle geworden.  Ich stelle euch ein paar Marken vor, die mir besonders gut gefallen oder die besonders innovative Konzepte aufweisen. Ich sag nur: Mode aus Kaffeesatz! Gestern hab ich euch schon auf ein paar Marken aufmerksam gemacht….Natürlich hab ich mir auch Gedanken gemacht, dass auch unendlich viele nachhaltige Kleidung nicht wenig an Müll produzieren und das nachhaltigste Konzept ist nach wie vor, überhaupt nix zu kaufen. Allein das, was auf der Messe selbst gezeigt wurde, hätte ausgereicht, einen mittleren Meerbusen zu vermüllen. Ein paar Hersteller sehen das Dilemma und promoten das Reparieren statt Wegwerfen.

Die französische Marke Picture hat ihren kompletten Stand der Nachhaltigkeit gewidmet und dort den Aktivisten Johé Bruneau engagiert, der nicht nur viele Teile des Stands aus Recyclingsmaterialien gebaut, sondern auch kleine Maschinen vorgestellt hat, die via Open Source Anleitungen (unter preciousplastic.com) nachgebaut werden können und kleinen Dorfgemeinschaften in Asien oder Afrika ermöglichen sollen, aus ihrem alten Plastik neue nützliche Tools zu giessen, wie Teller oder Besteck. Direktrecycling.

Nachhaltige Outdoormarken

Bleed

bleedDiese Marke ist mir zuerst auf der grünen Modewoche in Berlin aufgefallen, es ist ein  zeitloses, sehr tragbares Design – von den lässigen Parkas bis zu geschmackvoller Bademode. Bleed kommt aus Bayern: Im Herzen von Oberfranken, in der beschaulichen Textilschmiede Helmbrechts, hat bleed seinen Ursprung – und bleibt dort bis heute verwurzelt. Gegründet wurde das Label 2008 von Local und Skateboarder Michael Spitzbarth, der nach seinem Studium im Bereich Textildesign einige Jahre als Freelancer für unterschiedliche Bekleidungsfirmen gearbeitet hat. Während dieser Zeit bekam er einen guten Einblick in die Machenschaften der Textilindustrie weshalb danach für ihn fest stand, dass sich etwas ändern musste. Die Natur hatte genug geblutet und das musste stoppen. Und somit war nicht nur der Name, sondern auch die Marke geboren.

Ecoalf

all_about_menu_ecoalf_sustainable_fashion_recycled_fabricsDie Schuhe von Ecoalf machen seit Furore in der Nachhaltigkeitsszene: Extrem stylisch und dazu 100 Prozent recyceltes Material, eine Traumkombination! Ich bin der Marke zuerst in Berlin im Kraftwerk begegnet, inmitten anderer grüner Marken sind sie mir sofort aufgefallen: Nachhaltiger Lifestyle durch High-Tech-Materialien die spanische Brand Ecoalf ist Vorreiter in Punkto Recycling und steht für moderne Athleisure. Sowas trägt man eigentlich nicht zum Sport, sondern eher als hipper Großstädter. Die Key Pieces sind natürlich die Sneaker, aber auch lässige Steppjacken mit veganer Synthetik-Füllung, Oversized-Strick, Sweatshirts mit provokanten Prints etc. Mir gefallen jedoch die Sneaker am aller, allerbesten. Das Obermaterial der Schuhe ist aus Plastikflaschen, die Sohle der Turnschuhe besteht aus Algen.shao-sneakers

Patagonia

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Patagonia ist sowas wie die Mutter aller nachhaltigen und fair produzierenden Outdoorunternehmen, seit 40 Jahren setzt sich die Firma für das Thema ein, und nicht erst, seit es Mode geworden ist. „Wir sind im Geschäft, um unseren Heimatplaneten zu retten“, ist die Firmenmission. So wird mindestens ein Umsatzprozent an Umweltorganisationen gespendet, es gibt Fair Trade Bonusse für die ArbeiterInnen – Patagonia will alles richtig machen. Und sie fordern sogar offen dazu auf, ihre Sachen slange wie möglich zu tragen und reparieren zu lassen. Wie gesagt, die nachhaltigste Form des Konsums ist – kein Konsum. Deswegen sind die qualitativ sehr hochwertigen Modelle meist sehr zeitlos und schlicht gehalten, Patagonia ist keine Marke, die auf modischen Streetstyle setzt. Aber wer Patagonia trägt, setzt ein sehr deutliches Statement – für eine bessere Welt. Und das kommt hoffentlich nie aus der Mode!

Schöffel

Schöffel_Image_Down Jacket KASHGAR1 7640 Pants VANTAA2 8820_0300_HW1819Schöffel ist eine echte Outdoormarke, geprägt von einem sportlichen, zeitlosen Stil. Das ist wichtig, denn zu modisch bedeutet auch, dass die Kleidung schnell ausgetauscht wird. Mit Schöffel ist man da auf der sicheren Seite. Um eine lange Tragedauer zu gewährleisten, bietet Schöffel einen Reperaturservice an, der die guten Stücke runderneuert. Die Marke will auch bei dne Ausgangsmaterialien umweltgerechter werden und erweitert im Sommer 2019 die Produkte um das nachhaltige S.Café-Material – es entsteht aus recyceltem Kaffeesatz! Singtex aus Taiwan stellt das Material aus einem Materialmix aus recyceltem Kaffeesatz und recycelten PET-Flaschen her. Da Kaffee geruchshemmend ist, bringt das Material tolle Eigenschaften mit sich: geruchsneutral, trocknet sehr schnell und fühlt sich auf der Haut äußerst angenehm an.  Bei der wind- und wasserdichten Jacket „Neufundland“ beispielsweise wird der recycelte Kaffeesatz auf der Jackeninnenseite als Print aufgebracht. Bei T-Shirts für Damen wird die Ice-Café™-Technologie verwendet, die die Hauttemperatur bei schweißtreibenden Unternehmungen um ein bis zwei Grad Celsius runterkühlt. Irre!

Houdini

img_1795Nachhaltigkeit steht bei der Marke Houdini über allem und zieht sich wie ein roter Faden durch die Firmenphilosophie. Was ich bemerkensswert finde: Houdini wurde von einer Frau gegründet – vielleicht ein Grund, warum deren Mode ein kleines bisschen stylischer aussieht als andere Outdoor-Marken? 99% der Herbst-/Winterkollektion besteht aus recycelten, recycelbaren oder bluesign®-zertifizierten Materialien. Viele Kleidungstücke sind sogar biologisch abbaubar. Houdini stellt Sportbekleidung im „Zwiebellook“ her, alles kann miteinander kombiniert werden, um genau richtig für jede Aktivität gekleidet zu sein.  Mir gefällt der Stil, er ist cool und reduziert – wie Streetwear aus Star Wars (siehe der vorherige Artikel) für die kommende Saison viele Produktneuheiten mit ganz neuen Materialien vor. Dazu zählt zum Beispiel die Unterbekleidung aus sehr dünner und gleichzeitig strapazierfähiger Merinowolle. Mir persönlich gefällt die allerwärmste Jacke am Besten:  Der Spheric Parka ist wasserdicht und die Kunstdaune wärmt tierlieb.

Pyua

Picture by Klaus Listl - Freezing MotionsDiese Marke ist nichts für die Stadt, sondern superfunktionale Sportbekleidung.  Mir war Pyua am Anfang fast zu bunt, aber viele schätzen die fröhliche Mode am Berg, lila, orange, hellgrün – denen will ich Pyua nicht vorenthalten. (und in Schnee- und Lawinengebieten ist Farbe ein Sicherheitsfaktor) Sie haben ja auch viel in Schwarz und Grau für Menschen wie mich 🙂 Die deutsche Marke ist Fair Wear Foundation Mitglied, hat dort Leadershipstatus für faire Verarbeitung, Lieferketten, nachhaltige Materialien, sehr viel Recyceltes – wer wirklich umweltbewußt kaufen möchte, aber auch Wert auf gute Bedingungen für die Textilarbeiter ist, liegt bei Pyua mit Sicherheit richtig. Sehr cool: man kann sich dort Outfits für eine bestimmte Zeit leihen. Das macht Sinn, denn oft liegen spezielle Sportoutfits 51 Wochen im Jahr ungenutzt im Schrank. Toll, wenn Firmen mitdenken!

Der grünste Schlafsack der Welt, finnische Espressotassen und abbaubares Skiwachs

Grüezi Bag kommt aus meiner Heimat Oberbayern, aus dem malerischen Bad Feilnbach. Schon ganz nah dran an den Alpen, hat dort jeder automatisch ein Faible für Outdoorsport. Deswegen hat die Firma den, nach eigenen Angaben, natürlichsten Schlafsack aller Zeiten entwickelt: den „Biopod DownWool Nature“. Von der Verpackung bis zum letzten Knopf besteht der Schlafsack aus 100 Prozent Naturmaterialien. Für dieses Produkt gab es in diesem Jahr einen ISPO Award. Ich möchte den Schlafsack unbedingt testen – wenn das klappt, lest ihr das natürlich hier!

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Berg Outdoor hat einen komplett biologisch abbaubaren Schuh im Programm. Nach Angaben des Unternehmens zerfällt der Schuh unter günstigen Umweltbedingungen innerhalb von sechs Monaten. (Die Schuhe vom Ötztalmenschen waren nach 5000 Jahren noch okay, trotz garantiert biologischer Materialien – immer eine Frage der Konservierung, ich mein ja nur).

Holmenkol stellt auf der ISPO das erste biozertifizierte und zu 100 Prozent abbaubare Skiwachs vor. Bei NORDICA aus Italien werden bereits mehr als 80 Prozent der Primaloft- Innenschuhe aus recycelten PET-Flaschen hergestellt, zudem werden in den Innenschuhen recycelte Weinkorken verbaut. Innovative Tourenboots aus dem pflanzenbasiertem Kunststoff Pebax Rnew gibt es bei LaSportiva.

Kupilka

Auf dem Skandinavian Press Day hab ich eine Tasse der finnischen Firma Kupilka geschenkt bekommen und seitdem dauernd in Gebrauch. Auch drinnen, dabei ist sie für Outdoor gedacht. Ich weiß, warum sie mir so gefällt: sie wirkt sehr wikingermäßig, obwohl sie durch und durch modern ist: aus einem nachhaltigen Material gefertigt, einer Mixtur aus Holz und Plastik. Kupilka hat eine ganze Range von leichten, bruchsicheren und hygienischen Geschirr-und Besteckteilen, neu ist eine Kindertasse, die auch für einen doppelten Espresso passt. (hat wer keine Outdoor-Espressomaschine? Also ich hab eine!- im Stil einer French Press, nur viel kleiner)

 

 

 

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