Was ihr schon immer über Kaffee wissen wolltet oder: Arabica ist keine Qualitätsbezeichnung!

Was bedeutet das eigentlich: guter Kaffee?  Ist es der, den adrett beschürzte Verkäuferinnen in vornehmer Umgebung persönlich verpacken, oder der, den bärtige Hippster nach neuen, milden Röstverfahren rösten, um besonders helle, fruchtige, hyggelige Kaffees zu erhalten? Das sagt einem nur der eigene Geschmack…Aber ein paar grundsätzliche Kriterien gibt es doch – es macht durchaus einen Unterschied, ob man sich den Kaffee einer kleinen Manufaktur-Rösterei erwirbt oder den vom Discounter. Welche? Das werde ich versuchen, euch aufzudröseln…

Was macht nachhaltigen Kaffee aus?

href=“https://katrinhilger.files.wordpress.com/2019/01/img_0818.jpg“> Fair Trade Kaffeesäcke[/
Kaffee ist und bleibt ein wichtiges Foodthema. Viele Menschen können ohne Kaffee am Morgen nicht wach werden, in Büros wird den ganzen Tag Kaffee getrunken, First Dates treffen sich gern auf einen Kaffee…Es gibt Lifestylekaffee in Kapseln, Kaffee aus dem Automaten, vom amerikanischen Livestyle-Cafe, wo eine Bestellung Minuten dauert („eine Tall Latte mit  Haselnußflavor und fettarmer Sojamilch, mit einem Extrashot Espresso von der Weihnachtssonderedition und ohne Sahne, aber mit Milchschaum und Sprinkles, bitte“) oder vom Delikatessenladen.

Ich war vor kurzem bei der nachhaltigen Manufaktur-Rösterei Martermühle aus Aßling  bei Grafing zu Gast. Die beiden Besitzer, Ralf Heincke und Peter Vit, haben uns mal erklärt, wie man Qualität beim Kaffee erkennt. Und ja, der Preis sagt durchaus etwas aus! Aber Siegel nicht zwingend – es gibt durchaus kleine Hersteller, die Fair Trade produzieren, aber auf das teure Siegel verzichten (müssen).

Der Begriff Hochland ist nicht geschützt

https://katrinhilger.files.wordpress.com/2019/01/img_0811.jpg“> Zweimal Arabica – einmal qualitativ minderer und einmal Top-Kaffee.[/captio
„Viele werben: 100% Arabica. Aber Arabica ist eine Kaffeesorte, keine Qualitätsbezeichnung. Es gibt Arabicas, da sind nur sehr wenige kaputte Bohnen dabei, bei anderen sehr viel – die gute Qualität hat ihren Preis. Genausowenig wie Hochland etwas aussagt. Denn zwar sind Kaffee, die in Lagen über 1000 Meter wachsen, qualitativ hochwertig, allerdings ist der Begriff nicht geschützt, jeder kann seinen Kaffee „Hochland“ nennen“, so Heincke. Echte Hochland Gewächse sind seltener und teurer. Das schlägt sich im Preis nieder. Dazu kommt, wie könnte es anders sein in Deutschland, das Finanzamt, das eine besondere Röststeuer erhebt, die im Ausland nicht anfällt. Fair Trade – also ein fair gehandelter Kaffee, der auch die Bauern gerecht entlohnt, kostet ebenso. Wer also Qualität, Fair Trade und in Deutschland sorgfältig gerösteten Kaffee will – der muss auch diese Preise und die Steuer mit einberechnen. Immer noch günstiger als die Kapseln.

Dennoch wollen die beiden Martermühler auf die Rösterei in Deutschland nicht verzichten. Die eigene Röstung ist schließlich das Herzstück ihres Erfolgs. Um die feinen Aromen der Kaffeebohnen optimal zur Geltung zu bringen, stehen die beiden Gründer Heincke und Vit bis heute persönlich am traditionellen Trommelröster. So bestimmen sie selbst, wann der Kaffee perfekt geröstet ist – nicht zu viel, sonst verbrennt er, aber auch nicht zu wenig. Diese Mitte abzupassen, das ist das Feingefühl guter Röster.

Zwei Quereinsteiger in der Kaffeebranche

Bemerkenswert für ihren Erfolg ist, dass die Inhaber keinerlei Erfahrung in der Lebensmittelbranche hatten, als sie 2009 mit der Kaffeerösterei Martermühle starteten. Heincke hat bis zur Gründung als gelernter Sportjournalist Motorsportrennen und Biathlon-Wettkämpfe für Sky oder Sat.1 kommentiert. Der ausgebildete Maschinenschlosser Peter Vit war bis zur Selbständigkeit technischer Leiter der renommierten ARRI-Kinos in Schwabing. Ihren ersten kleinen Röster schafften die beiden im Jahr 2009 mit einem Pferdeanhänger zu einer Stallung eines Bekannten, wo sie auf 25 Quadratmeter ihr kleines Kaffeelabor aufbauten.

Aus der Erstbestellung von vier Säcken Rohbohnen entwickelte sich ein jährliches Röstvolumen von 130 Tonnen. In ihrem winzigen Büro verpackten die beiden Gründer die ersten Bestellungen – das Sortiment bestehend aus zwei Sorten, Espresso und Kaffee, mittlerweile sind es 40. Die Martermühle in Aßling hat auch ein eigenes kleines Cafe mit leckeren Kuchensorten.

Weitere gute, faire Kaffeemarken in München, die selber rösten

Der berühmte bärtige Hippster trinkt seinen nach skandinavisch heller Art gerösteten Kaffee (das betont die fruchtig-säuerlichen Noten des Kaffees) nur bei Man versus Machine, und das Personal an der Theke zelebriert die Zubereitung fast so schön wie der SaltBae-Heinz seine Goldsteaks. Das kleine Kaffee an der Müllerstrasse hat – auch hier läßt Skandinavien grüßen – leckere Zimtschnecken ndhier habe ich zum ersten Mal den Tee aus Kaffeekirschen probiert.

Wer mich schon oft gerettet hat, sind die Jungs von der Münchner Kaffee Manufaktur. Hier gibt es nicht nur wirklich fantastischen Espresso oder Cappuchino, sie sind sehr oft mit ihrer mobilen Bar auf Events wie dem DLD oder auf Pressdays anzutreffen. Mein Zufluchtsort, wenn wieder alles um mich herum zuviel schickimickit…dann stehen da Menschen wie Benjamin Gröschel (der nette Herr auf dem Titelbild) und servieren den besten Cappuchino der Stadt.

Verfasst von

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

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