Bücher kaufen – das überlasse ich keinem Algorithmus!

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Dieses Buch hat mein Vater geschrieben

Früher war alles so einfach! In der Kleinstadt, in der ich aufgewachsen bin, gab es drei, vier inhabergeführte Buchhandlungen. Meine Familie war dort Stammgast. Vor allem mein Vater war ein großer Buchfreund. Auch, wenn ich seinen Geschmack nicht geteilt habe, die Liebe zu Büchern und zum Lesen hat er mir vererbt. Mein Vater ist regelmäßig zu den Buchhändlern seines Vertrauens gegangen, die ihm besser als jeder Algorithmus erklärt haben, was für ihn passen könnte und was nicht. So entstand nicht nur seine Bibliothek, so entstanden auch echte Freundschaften mit den Buchhändlern. Mein Vater wurde informiert – per Telefon oder Brief! – wenn es Neuerscheinungen gab, die für ihn passend schienen. Und es hat meist gepasst – irgendwann ging meine Mutter nur noch zu den Buchhändlern, wenn sie ein Geschenk für Papa brauchte. Sehr hilfreich.  Mein Vater hat auch selbst geschrieben, ich bedaure ein wenig, dass er das Zeitalter der Blogs nicht mehr erlebt hat, er wäre ein fantastischer Blogschreiber geworden…

Mir ging es in meinen 30ern so mit einem Comicbuchladen (ja, ich bin eine Frau und lese Comics) – der Besitzer hat mir immer genau die richtigen Comics empfohlen, das war unglaublich bereichernd. So eine Quelle vermisse ich jetzt, denn all die Buchläden und auch den Comicladen gibt es nicht mehr. Weggefegt vom Netz.

Die Amazon-Algorithmen sind nur sehr unzureichend.

Ich hab da bislang wenig Neues entdeckt, leider – das ist das Problem im Netz, alles verschiebt sich zugunsten eines breiten Mainstream und wenn jemand wie ich gerne in den Gewässern am Rand gründelt, wird man nicht gut bedient. Es gibt drei Sorten Bücher: einfache Lesekost, besondere Fachliteratur und die Kochbücher und Bildbände. Ich bestelle mir viele englische Bücher auf meinen Kindle, aber auch all die einfachere Lesekost, die Fantasyromane, Heimatkrimis wie Dampfnudelblues oder die Garmischer Krimis um Komissar Jennerwein, Nesbo, Lovecraft, Game of Thrones, alles, was unkompliziert im Netz zu kriegen ist – auf dem Kindle ist mittlerweile ein dicke Bibliothek. Aber das sind Sachen, von denen weiß ich mittlerweile, das passt. Inspiration? Fehlanzeige! Ich weiß nur sehr genau, was ich nicht mag (und was mir trotzdem dauernd vorgeschlagen wird): Freche Frauen Romane, in denen drollig-süß-tollpatschige Frauen niedlich-chaotisch durchs Lebens stolpern, bis der Traummann, der natürlich reich aber viel zu verkopft ist, sich verliebt und sie rettet. Ich mag auch keine Krimis, die vor grauenhaften Details nur so strotzen und wo Grausamkeit um der Grausamkeit willen genüßlich ausgebreitet wird. Nö. Was dann? In Sachen Fantasy ist mein Bruder als Buchberater top, der mag sowas auch und von dem bekomme ich die allerbesten Tipps in diesem Genre.

Kochbücher und Bildbände entdecken bei Hugendubel

https://katrinhilger.files.wordpress.com/2018/12/img_1270.jpg“> Kaffee und Bücher gibt es bei Hugendubel – und der fesche Verkäufer berät[/captio
Jetzt, nachdem viele zu Weihnachten Geld geschenkt bekommen haben und auch das Wetter nicht unbedingt einlädt, sich draußen zu vergnügen, ist doch genau die richtige Zeit für ein Buch, oder?Deswegen soll das als Inspiration dienen…In München hab ich mittlerweile zwei Quellen, die unterschiedliche Bedürfnisse bedienen. Für Bildbände, aufwändige Kochbücher und Interiors gibt es nur eine Quelle: Hugendubel! Denn dort ist nach dem Umbau am Stachus eine großartige Möglichkeit geboten, Bücher nach Herzenslust zu begutachten, darin zu blättern, neue Kochbücher und Bildbände zu entdecken. Die Bücher zeigen dem Besucher nicht die kalte Schulter aka den Buchrücken, sondern präsentieren sich mit Titelbild nach vorne. Das ist großzügig gedacht vom Geschäft, aber extrem hilfreich für uns Kunden, so findet jeder Käufer gleich etwas, was ihm ins Auge springt. So habe ich die Kochbücher der Süß-Brother entdeckt, so entdecke ich immer noch Kochbücher. Das muss funken. Wie oft bin ich schon mit Amazonkäufen reingefallen…Es gibt bei Hugendubel immer noch die Leseinseln mit den roten Sofas, mittlerweile ist eine Cafeteria im ersten Stock dazugekommen, die nach dem Lesehunger auch den echten Hunger stillt. Ich hoffe, es wird dort auch Lesungen geben, die mich interesseren. Ich habe in Köln oft Lesungen besucht, Robert Harris und seine Cicero-Trilogie, John Niven mit „Kill them all“ oder auch einmal, vor Jahren in der Muffathalle, den unvergessenen Douglas Adams.

Beratung in Haidhausen

Neben dem großen Hugendubel gibt es noch einen kleinen Laden „Buch & Töne“ in der Weißenburger Strasse 14, den ich aus ganzem Herzen unterstütze, weil ich den Besitzer Thomas Voglgsang kenne und schätze. Dort hole ich mir wieder die Tipps, die ich brauche, um Neues zu entdecken. Der Laden ist eine Buchhandlung, kombiniert mit modernem Antiquariat, bei vielen Büchern wurde die Preisbindung aufgehoben. Dazu gibt es viel Literatur über München, die ich sonst kaum finde – und es wird mir geholfen, meine sehr ausgefallenen Fachbücher zu suchen. Ich suche alles rund um die Kostümgeschichte und gute Biographien historischer Persönlichkeiten. Momentan hat es mir der Hof von Marie Antoinette angetan…(für sowas haben große Buchläden meist keine Zeit) Noch arbeiten wir uns vor, aber ich habe da gute Hoffnungen, dass da wieder eine Quelle entsteht, mit der ich viel Neues entdecken kann. Und den tollen Urlaubstipp Samos hab ich auch von da!

Habt ihr einen tollen Buchtipp für mich? Ich würde mich freuen!!!

Verfasst von

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

2 Kommentare zu „Bücher kaufen – das überlasse ich keinem Algorithmus!

  1. Hallo, Ich teile Ihre Liebe fuer Buecher, Von Hugendubel, dem Starbucks der Literatur, habe ich leider keinen guten Eindruck. Das meiste nach den 50/60er Jahren und die sogenannten „Bestseller“ interessieren mich kaum. Die moderne Literaturszene ist so geistlos wie die gesamte Kultur. Zur Unterhaltung lese ich nicht. Aus einer kurzen Erzaehlung von Gorki oder Goethe lernt man mehr als aus einem heutigen Waelzer. Die besten Werke wurden schon geschrieben und befinden sich ausschliesslich in Antiquariaten – dort sind meine Jagdgruende.
    HG

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