Maßarbeit und Individuelles ist nicht nur VIPS vorbehalten – sondern für uns alle!

Dieser Artikel ist ein Plädoyer. Dafür, dass wir Kunden endlich wieder die Rolle einnehmen, die uns zusteht: als König(in). Wir geben uns viel zu schnell zufrieden, nehmen Dinge, die nicht optimal passen oder die eigentlich an unseren wirklichen Wünschen vorbeigehen. Dabei können unsere ganz besonderen Wünsche befriedigt werden. Guter Kundenservice bedeutet für mich, ich möchte umfassend beraten werden, ich will, dass die VerkäuferInnen mehr wissen als ich und mit Fachwissen und den modernsten Methoden der digitalen Technik genau das Teil finden, das ich brauche. Dass sich Zeit genommen wird für mich. Dafür müssen Kunden sich einlassen und natürlich auch ein bißchen was investieren: sich selbst Zeit nehmen, – und dafür fair bezahlen. Aber so wird man mit viel mehr Qualität im Leben belohnt – und das bedeutet Lebensqualität, Nachhaltigkeit und das angenehme Gefühl, gut für sich zu sorgen.

img_1273Wer denkt, dass Online-Shopping bequemer ist, der kennt nur überfüllte Modeketten mit überforderten Mitarbeitern und langen Schlangen vor den Umkleidekabinen. Es geht auch anders, ganz anders. Das durfte ich neulich bei einem Rundgang durch diverse Münchner Traditionsgeschäfte erleben, ein Rundgang, der inspirieren sollte, wieder mehr lokal einzukaufen und auch die Weihnachtseinkäufe nicht von St. Amazon bringen zu lassen. Da war ich gerne dabei, denn rennt mit dem Thema rennt jeder bei mir offene Türen ein, denn ich möchte die lokalen Unternehmen unterstützen, ich möchte eine lebendige Stadt voller individueller Geschäfte, um Neues zu entdecken und nicht nur in Kettenläden zu versacken.

Deswegen nehme ich euch jetzt mit und gebe die Inspiration an euch weiter. Ich möchte euch ermutigen, anspruchsvoll zu sein 😊 Wie das geht, was Geschäfte alles anbieten, um uns zufrieden zu stellen, werde ich euch an den Geschäften zeigen, die sich zu „Münchens erste Häuser“ zusammengeschlossen haben. Topadressen für fachkundige Beratung. Betten Rid, Hirmer, Kustermann und Sport Schuster. Und Hugendubel – aber das Thema „Bücher kaufen“ ist mir einen extra Artikel wert. Die Häuser koordinieren ihre Aktivitäten, wie den „Better Friday“ – statt Rabattschlacht am Black Friday Einkaufen mit Charity Aktionen.

So wird’s im Bett richtig nett

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Bei Bettenrid kann sich jeder für sein optimales Schlaferlebnis beraten lassen

Ein Drittel unserer Zeit verbringen wir im Bett – es ist gut investiertes Geld, eine gute Matratze zu wählen, aber eben auch die richtige Bettdecke und Kissen. Schon verrückt, dass wir lieber Geld für beheizbare Autoaußenspiegel hinlegen als für etwas, das uns jeden Tag einhüllt. Für den Kauf eines Kaffees verwenden wir mehr Sorgfalt… Ein Berater wie bei Bettenrid, unserer ersten Station, stellt die richtigen Fragen: Wie gut schläft man, schwitzt man nachts? Schläft man auf dem Rücken, der Seite oder dem Bauch? Wie warm hat es der Kunde gern? All das ist wichtig, wenn man sein optimales Schlaferlebnis finden möchte. (Ich kann gerade ein Lied davon singen, ich schlafe derzeit Stress-und Wechseljahrbedingt hundsmiserabel, das muss sich ändern). Es gibt die unterschiedlichsten Qualitäten, aus denen sich etwa eine Bettdecke und Kissen zusamenstellen lassen. Von der Füllung bis zur Hülle – alles kann individuell optimiert werden. Womit wir wieder bei der Sache mit der Beratung sind…Das Beste vom Besten sind Eiderdaunen aus Island, da kann eine Doppeldecke für Zwei schon mal an die 9000 Euro kosten. Von regionalen Höfen rund um München kommen tolle, aber viel günstigere Daunenqualitäten (da kostet eine Decke um die 300 Euro), es gibt aber auch hochwertige Füllungen für Veganer, die tierische Produkte (auch wenn sie ohne Tierleid, fair und bio gewonnen werden) nicht verwenden wollen. Befüllt werden Kissen und Bettdecken seit Jahrzehnten manuell – so kann der perfekte Füllgrad gefunden werden. Dann noch das eigene Monogramm draufgestickt udn man fühlt zuhause wie Ludwig XIV

Übrigens: Wer dann seine Decke alle 3-4 Jahre reinigen läßt, hat 10 – 15 Jahre Freude daran. Und da ist doch das Geld sehr gut angelegt, oder?

Maßarbeit für VIPs – also für uns!

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Für Massarbeit bei Hirmer gibt es eigene Räume.

Ich kenne die zweite Station nur als Shoppingbegleiterin, gekauft habe ich dort noch nie etwas für mich. Klar, denn Hirmer ist ein reines Fachgeschäft für Herren. Ich bewundere die Fachverkäufer jedes Mal, wenn ein Mann nach einem Anzug fragt, genügt ein Blick und er zaubert die fast perfekte Größe aus dem Regal. Dicke, große, kleine, dünne Männer mit extra langen Armen oder kurzen Beinen, mit breiten Schultern oder rundem Rücken, alle finden einen passenden Anzug. Das würde ich mir auch wünschen als Frau – aber sowas gibt es leider nicht. Wir haben uns umgekehrt den Größen anzupassen, die im Geschäft hängen (aber das ist ein anderes Thema). Ein gut sitzender Anzug von der Stange ist eines, aber ein Maßanzug ist nochmal eine Klasse für sich. Männer schwören, dass ein gut sitzender Anzug das Bequemste ist, was zu finden ist. Und zugleich eine Rüstung, die Klasse und Sicherheit verleiht. James Bond wäre ohne Massanzüge nicht denkbar…Hirmer hat dafür eigene Räume, wo der Kunde ganz individuell beraten wird.

Dort können sich Männer ihren Traumanzug oder auch ihr Masshemd anmessen lassen. Es wird nach dem Prinzip der Masskonfektion gearbeitet, das heißt, es gibt verschiedene Schnitte, der Kunde sucht sich einen aus, der dann für ihn passgenau gefertigt wird. Es muss noch über die Stoffqualität, Farben und das Futter entschieden werden. Viele Männer lassen sich zur Hochzeit einen Anzug schneidern, da wird es auch mal extravagant. Aber ich denke, deutsche Männer könnten auch im Alltag mit gut sitzenden Massanzügen in Bank und Büro viel rausreissen. Da sehe ich viel Schlimmes, in der Geschäftswelt oder in der Politik – ich meine, die können sich das doch leisten, Herrschaftszeiten. Bitte, hebt das deutsche Image und tragt gute Anzüge!

Den richtigen Schuh zu finden ist eine Wissenschaft

img_1293Von Hirmer aus schlängelten wir uns durch die vielen Buden des Weihnachtsmarkts in der Fußgängerzone (irre ich mich oder wird der immer größer?) zu unserem nächsten Stop, dem frisch renovierten Sport Schuster. Hier beim Sport sind sich alle einig, dass man eigentlich nicht ohne Beratung auskommt.  Wer seinen Fitnessschuh nach der Optik aussucht, macht häufig gravierende Fehler – die Zeiten, als man noch in der ausgeleierten Hose joggte und mit ausgelatschen Tretern über die Trimm-Dich-Pfade juckelte, sind lang vorbei. Es gibt Schuhe für jeden Laufstil, jede Art von Untergrund und Wetter. Um zu wissen, was jeder selbst braucht, muss man im Laden laufen. Ja, ist ein bisschen peinlich. Auf einer kleinen Bahn wird der Laufstil gefilmt und analysiert – So bekommt jeder und jede genau den Schuh, der sitzt und optimal unterstützt.

alles für glückliche Jogger bei Sport Schuster

Auch Skifahrer (und alle anderen Sortler auch) werden kompetent beraten – jeder weiß, ein mies sitzender Schuh auf der Piste ist extreme Folter. Seit dem Rundgang weiß ich auch, wieso: Skischuhe richten sich danach, wie viel Druck ihre Träger auf die Piste ausüben. Je sportlicher und schneller jemand ist, desto mehr Druck, und desto härter kann der Schuh sein – und das kann bei unsportlichen Fahrern übel ausgehen, wenn die sich einen zu sportlichen Schuh kaufen (weil die sich überschätzen): die berüchtigten Schmerzen im vorderen Unterschenkel sind die Folge. Hatte ich schon, brauche ich nicht, ich bin nach einer Abfahrt heulend mehr oder weniger in die Hütte gerobbt (glücklicherweise war das nur ein Materialtest und ich hab die Dinger nicht schon gekauft gehabt) Schuster testet das mit digitalen Messgeräten im Laden, nimmt gegebenenfalls Feinjustierungen vor. So geht’s mit gutem Gefühl auf die Piste. Gerade beim Sport investiere ich für dieses Gefühl gerne mal eine Mark mehr für Top-Beratung, weil das zahlt sich aus. Nicht weil ich so immens bessere Leistungen bringe, aber ich bin sicherer und schmerzbefreit – und stehe dann letzendlich auch sicherer auf den Ski…

Tischkultur ist, wenn alles zusammenpasst

Ich geh gern bei Kustermann stöbern. Wenn ich in München eine Spritztülle, eine Kasserole oder Pfanne brauche, gehe ich dorthin. Vor allem Samstags, wenn Köche an Promotionständen demonstrieren, wie man diese oder jene Pfanne optimal einsetzt. Da hab ich mir schon viel abgeschaut. Kustermann ist auch der Laden, bei dem ich im Untergeschoss noch einige nützliche Dinge fürs Heimwerken finde – es gibt dort Schrauben, Wandhaken etc – das ist in den großen Kaufhäusern selten geworden, und ich bin froh, nicht immer aus der Stadt raus zum Obi fahren zu  müssen. Auch Gravuren werden dort schnell und unkompliziert erledigt.

Was ich noch nicht kannte, ist die Abteilung mit dem edlen Geschirr, ich bin zwar durchgegangen, das schon, aber habe mir noch nie Gedanken über das perfekte Tischsetting gemacht. Dabei ist das  eine wirkliche Kultur – und nur ich ein Kulturbanause. So ein richtiger Wowtisch – das hat schon was. Aber in dieser Stufe bin ich nie angekommen. Bei mir ist das gesamte Geschirr blau-weiß, mal mit Zwiebelmuster, mal mit Tattoomotiven oder japanische Schalen. Das gibt ein witziges Bild, aber eben auch ein, nunja, unfertiges. Aber es gibt sehr viele Menschen, die haben das Bedürfnis, dass wirklich alles aufeinander abgestimmt ist – und ich muss zugeben: es ist toll. „Wer es perfekt machen möchte, der achtet darauf, dass das Geschirr und Besteck zusammenpassen, dass auch die Tischwäsche damit harmoniert. So wird es eine wunderschöne Tafel“, erklärt eine Spezialistin des Hauses, die man für ein privates Shoppingerlebnis mit sachkundiger Beratung buchen kann. Inspration liefern auch gigantisch dekorierte Tische – jetzt in der Weihnachtszeit natürlich die tollsten Ideen fürs Fest. Da würde ich auch gerne tafeln. (ich muss echt mal nachdenken, wie ich das lösen kann…)

Perfektion ist, wenn Geschirr, Besteck und Tischwäsche zusammenpassen
Perfektion ist, wenn Geschirr, Besteck und Tischwäsche zusammenpassen

Das geht übrigens auch bei Kustermann – das Küchenwunderland hat nicht nur alles rund um die Küche und gepflegte Gastlichkeit, sondern auch eine eigene Kochschule. Wunderschöne Räume, die man für Hochzeiten oder andere Events mieten kann. Nicht ganz billig, aber die Besucher werden mit einem Blick über den Viktualienmarkt belohnt. Wir durften dort am Ende der Tour mit Profikoch Lorenz Hartmann kochen. Wir fachsimpeln über Fusion Food – toller Typ, toller Koch. Ich habe mir schon einen Grillkochkurs bei ihm im Februar gebucht…

Ich hoffe, ich konnte euch ein bißchen Lust machen auf die Geschäfte vor eurer Haustür – oder wenn ihr mal in München seid aus anderen Stadten, besucht uns hier, da findet ihr auch uns Einheimische!

Verfasst von

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

3 Kommentare zu „Maßarbeit und Individuelles ist nicht nur VIPS vorbehalten – sondern für uns alle!

  1. Liebe Katrin,
    schöner und wichtiger Artikel. Die heimischen Geschäfte sind auch die Lebensgrundlage vieler Menschen, nicht nur der Eigentümer. Die ganze Region, das Dorf oder das Stadtviertel lebt von der Entscheigung des Konsumenten.

    Massenware ist der Nährboden des schlechten Geschmacks.
    alles liebe angelika

    Gefällt 1 Person

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