Süßer die Peitschen nie schwingen – die schrägsten Adventskalender 2018

Was waren wir doch früher langweilig. Pappkalender mit Billigschokolade in Weihnachtsmotiven – Glöckchen, Geschenk, Engelchen – so sah bis vor ein paar Jahren ein Adventskalender aus. Aber sowas ist natürlich viel zu öde. Erst kam Selbstgemacht, dann nahm die Sache so richtig kommerziell Fahrt auf! Nach kleinen Krimskrams-Kalendern und üppigen Pralinenboliden (meine Favorites)  haben jetzt so gut wie alle Branchen den Zauber des Adventskalenders entdeckt. Allen voran die innovationsfreudige, auf Konsum geeichte Kosmetikindustrie: Es gibt Adventskalender mit 24 Nagellackfarben, 24 Lidschatten, es gibt Badeschäume, Gesichtsmasken oder Lippenstifte, beliebt sind auch Kalender mit 24 Gesichtsampullen, damit das Gesicht an Heiligabend den Christbaum überstrahlt. Richtig luxuriös ist der Kalender von Glossybox (natürlich in Gold und Milleniumspink), der bei einem Preis von 100 Euro Geschenke im Wert von über 400 Euro bereithält. Jede Marke hat einen Kalender und die Beschenkten bald ein volles Bad voller Sondergrößen.

Auch die Lebensmittelindustrie will nicht länger in der Schokosteinzeit stecken bleiben, sie modernisiert den Kalender zum Gewürzkalender, bei dem jeden Tag ein kleines Pröbchen einer Gewürzmischung im Türchen steckt, Teekalender mit diversen Weihnachtstees, es gibt mittlerweile sogar Chipskalender, bei denen man jeden Tag eine Packung Chips essen muss, dafür hat man Poldi und Schweini im Wohnzimmer stehen – sehr festlich! Es gibt Craftbierkalender, in denen für jeden Tag ein Bier wartet. Sind die promillemäßig gestaffelt? Dann kann man sich ja zum Fest mit 24% sauber abschiessen. MyMüsli hat jeden Tag einen Pappbecher voll Haferflocken in den Kalender gepackt. Für Fleischfreunde gibt es sogar einen Salamikalender… Ich hab dieses Jahr auf alle Fälle den (vegetarischen) Kalender von Foodist und bin sehr gespannt.

Chips und Craftbeer sind schön, aber das geht noch extremer – etwa mit dem Proteinriegelweihnachtskalender für romantisch veranlagte Sportskanonen. Mit sowas kann jede Figurbewußte dem Schokofreund ein schlechtes Gewissen machen. Besser als ein voller Bauch ist ein volles Karmakonto. So gibt es Kalender, die jeden Tag eine gute Tat vorschlagen. Oder es wird gleich richtig Liebe gemacht – mit den diversen Sextoy-Adventskalendern, die diverse Online-Händler anbieten – Soft-Bondage und Liebespeitsche inklusive. Wenn jeden Tag ein Sexspielzeug drin ist, müssen sich die Durchschnittsdeutschen aber anstrengen, das auch jeden Tag zu benutzen, schließlich ist die Frequenz nur 1,5 mal Sex die Woche! Süßer die Vibratoren nie surren…Da wird es hoch hergehen im Advent!

Ps: es wird hier auf dem Blog auch einen Adventskalender geben, voller toller Geschenke für euch! Mützen, Schmuck, Kosmetik und sogar traumhafte Handtaschen!

Verfasst von

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

6 Kommentare zu „Süßer die Peitschen nie schwingen – die schrägsten Adventskalender 2018

  1. Übrigens: Adventskalender mit Sextoys sind im Dezember wirklich anstrengend – doch als Weihnachtsgeschenk verschenkt macht das Jahr darauf zu einem aufregenden Jahr, wenn jeden Monat ein bis zwei Schachteln geöffnet werden 🙂

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