Hilgerlicious – Luxus ist unsere Natur

Alles, was das Leben schön macht – aber nachhaltig!

Was wir essen würden, wenn wir könnten, wie wir wollten…

Beim Sport oder bei der Diät wissen wir alle wie es geht, damit wir Erfolg haben, jedenfalls im Prinzip. Wir machen es dann nur irgendwie nicht, weil es anstrengend ist, unbequem, manchmal mühevoll. Genauso ist es bei der ganz normalen Ernährung. Da wissen wir auch alle, dass es schon besser wäre, Biofleisch zu kaufen, von Tieren, bei den Aufzucht darauf geachtet worden ist, dass die Tiere ein schönes Leben haben. Wir wissen, dass regionales Obst und Gemüse besser für uns sind und für die Umwelt. Wir wissen, dass Lebensmittel, die in liebevoller Handarbeit hergestellt worden sind, vermutlich besser schmecken als industrielle Zucker-Fett-Chemie-Bomben aus dem Supermarkt. Nur: wir kaufen nicht nach diesen Erkenntnissen ein. Weil es schneller, billiger, und einfacher ist, in den Discounter oder den Supermarkt um die Ecke zu huschen. Keine Sorge, ich bin da kein bisschen besser. Ich hole mir zwar das Biofleisch vom Aldi, aber das war’s im Prinzip.

Wenn wir genug Geld hätten, wäre unser essen Bio und vom Bauernhof

Insofern stimmt mein Verhalten mit einer Studie überein, die der Küchengerätehersteller ritterwerk in Auftrag gegeben hat*. Es geht dabei um das Essverhalten der Deutschen: Wo wir einkaufen, was wir einkaufen und, das ist das eigentlich Spannende, was und wo wir kaufen würden, wenn wir könnten wie wir wollten. Dann würden wir nämlich alle nur noch auf Bauernmärkten und im Bio-Laden einkaufen. Ein Haupthindernis ist das Geld – allzu leicht verständlich in einer Stadt wie München, wo schon der Großteil des Lohns für die Miete draufgeht. Aber wir Deutsche geben im europäischen Vergleich weiterhin eher wenig für Lebensmittel aus und kaufen Essen und Trinken mehrheitlich im Discounter. Allerdings würden 58 Prozent ihre Kaufgewohnheiten ändern und auf Wochen- oder Biomärkten beziehungsweise dem Bauernhof einkaufen, wenn Geld keine Rolle spielen würde. „Das Verbraucherverhalten beim Einkauf und Konsum von Lebensmitteln ist mit Blick auf Moral, Gesundheit, Geschmack und Vertrauen oftmals widersprüchlich. Viele Menschen wissen, was sie wollen – verhalten sich aber dennoch anders“, sagt Michael Schüller, Geschäftsführer des Hausgeräteherstellers ritterwerk zur Vorstellung der Studie.

Wir geben im Vergleich zu anderen Ländern am wenigsten für Lebensmittel aus

Im Durchschnitt gibt der Großteil der Deutschen monatlich zwischen 200 und 400 Euro für Lebensmittel aus (46 Prozent). Nur 26 Prozent geben mehr aus. Dabei achten 76 Prozent beim Lebensmittelkauf häufig auf den Preis. Aber: 58 Prozent würden laut Studie wertiger in Bezug auf Bio, Craft Food und regionalem Essen einkaufen, wenn Geld keine Rolle spielte. Zudem sind 26 Prozent bereit, bis zu 10 Prozent mehr zu zahlen, wenn das Essen Bio ist – 24 Prozent, wenn es aus der Region kommt und 20 Prozent, wenn es handwerklich hergestellt ist.  62 Prozent der Deutschen möchten künftig noch mehr Bio kaufen (das finde ich super). 84 Prozent wollen in Zukunft öfter zu regionalen Produkten greifen. Auch Gin und Bier aus Eigenproduktion und das Sauerteigbrot aus der Bäckerei, die heute immer öfter Manufaktur heißt, um sich von den Backshops mit tiefgekühlten Teiglingen abzusetzen, sind 2019 im Kommen. Laut Studie wollen 59 Prozent noch mehr Craft Food konsumieren. „Es entwickelt sich ein neues Qualitätsbewusstsein. Wer eine Biosalami von der Landmetzgerei kauft und sich bewusst für handwerklich hergestellte Backwaren oder Käse entscheidet, will diese Produkte entsprechend selbst weiterverarbeiten und nicht vorkonfektioniert und geschnitten aus der Plastikverpackung holen. Man geht sparsamer und sorgsamer um, wenn man den Hersteller kennt und einen Bezug zum Lebensmittel hat“, so Schüller.

Made in Minga – der Trend zum regionalen Craftfood

Und der Trend wird gelebt. Dass die Münchener ihre regionalen Manufakturen wirklich lieben, war sehr deutlich beim Made in Minga Markt am Nockherberg, wo Münchner Manufakturen feine Pralinen, Trink-Schokoladen, Ginsorten, Marmeladen und andere Köstlichkeiten verkosteten und kauften. Der Markt ist so beliebt, dass am Sonntag die Schlange einmal um den Biergarten reichte. Dieser Markt zeigt einen weiteren Trend – nicht nur hausgemachtes Craftfood, sondern auch Einkaufen als Event. Mit den Herstellern sprechen, Produkte verkosten, Neues entdecken. Deswegen war ich auch dort. Meine Highlights waren der Illusionist Gin, ein Münchner Gin, der sich bei der Zugabe von Tonic von rosa auf violett verfärbt, der beste Eierlikör der Welt, MyEier, Ingwerbier und Heiland, ein Doppelbock-Likör (ganz schön alkohollastig) die edlen Gewürze von EdelSalz oder Aufstriche und Saucen von Wandlbeck oder „Endlich wos g’scheids“. Heiße, dicke, köstlichste Trink-Schokolade wie in Italien von Ciocco. Lauter kleine Foodstartups in und um München – ein paar davon werden sich dauerhaft etablieren wie meine Lieblingssenfsorten und BBQ-Saucen von Münchner Kindl.

Auch Maggi geht neue Wege

Dass ich aber nachhaltig etwas dreht,  sieht man an der Entwicklung von Maggie Fertiggerichten. Da war ich neulich bei einem Popup-Markt event, der inspirieren sollte, selbst kreativ mit den Würzmischungen umzugehen. Ein weiter Weg der Marke weg von der Tütensuppe. (Ich muss gestehen ich habe Maggitütensuppen als Kind geliebt und mir ab und zu selbst gemacht, und immer noch mehr Nudeln reingeschüttet. Das waren keine Hochleistungen der Kulinarik, aber da war ich auch erst sieben. Die Suppen meiner Mutter, die ich jetzt schätzen gelernt habe, waren mir damals viel zu fade.) Mittlerweile soll man auch hier Gemüse und Fleisch frisch vom Markt kaufen und dann mit Würzsaucen „Maggi Ideen vom Wochenmarkt“ veredeln. Das schmeckt überraschend gut und ist bestimmt für viele ein guter Einstieg, mehr selbst zu kochen. Denn Selbstgemacht ist das ultimative Craftfood, oder?

*Im Auftrag von ritterwerk wurde Geschmacksache 2019 – Die Studie zu Craft Food, Bio- und regionalem Essen sowie Kaufverhalten in Deutschland von dem Panelanbieter respondi durchgeführt. Dabei wurden in einem bevölkerungsrepräsentativ quotierten Panel insgesamt 1.044 Konsumenten befragt, wobei die drei Städte München, Hamburg und Berlin mit je mehr als 100 Befragten regionale Schwerpunkte gebildet haben.