Von der wundersamen Welt der Schönheit – Lippenfiller, Feuerameisen und Bunte-roter Nagellack

Es waren mal wieder Bunte Beauty Days in der Messe München. Das bedeutet, wir reduzieren uns ein Wochenende lang auf reine Äußerlichkeiten – wenn ich als ambitionierter Beauty-Azubi wissen will, wie die Zähner weißer, die Haare voller, die Falten unsichtbar, der Bauch flacher werden soll – hier erfährt man es. In einer Zeit, in der es dank Cremes und Wundertränken und nicht zuletzt Chirurgie möglich ist, das Altern noch ein, zwei Jahrzehnte nach hinten zu schieben, ist es fast schon eine „Pflicht“, diese Angebote der Kosmetikindustrie zu nutzen. Oder? Zumindest, wenn es nach Zeitschriften, Kosmetikindustrie und Kanälen wie Instagram geht. Ich stelle immer wieder fest, es gibt so Parallelwelten. Also die Medien und alle Menschen, denen die Meinung dieser Medien was bedeutet: Promis, Journalisten, reiche Gattinnnen, Angestellte der Beautyindustrie, Verkäuferinnen bei Douglas, PR-Damen…und dann gibt es die ganz normalen Menschen. Die auch Wert auf ihr Äußeres legen, nicht falsch verstehen. Aber bei denen es auch mal paar Pfund mehr auf der Hüfte sein dürfen oder auch ein, zwei Falten, weil der Mann liebt sie sowieso und in Großhartpenning beim Samstagseinkauf im Kaufland findet auch keine Modenschau statt.

Beautyprofis und Beautyazubis

Bei den Bunte Beauty Days treffen beide Gruppen aufeinander. Die einen wollen sich informieren und vielleicht gleich einen Termin beim Chirurgen ausmachen, die anderen mit Freundinnen einfach einen schönen Tag haben und möglichst viel Prosecco und viele Goodies abgreifen. Das ist manchmal lustig… denn dann erklären völlig übertaktete Beautyberaterinnen völlig ratlosen Besucherinnen, warum man jetzt absolut und unbedingt Dutzende unterschiedliche Tiegelchen braucht. Sehr schöne, ewig junge Promis waren auch unterwegs, darunter auch meine gute Bekannte Nicole Belser Böttcher, die immer noch an den Folgen von „Promi Big Brother“ zu knabbern hat. Es war wohl wieder das Übliche: fies geschnittene Geschichten, von Anfang an festgelegte Stories – so, wie Reality TV für Zuschauer und Teilnehmer am lahmsten ist. „Sowas mach ich nie wieder“, war ihr Fazit. Die meisten Besucherinnen staunten nicht schlecht über diese Wesen, die sie sonst nur vom Fernseher oder aus Illustrierten kannten – machten Selfies mit ihnen und freuten sich.

Ich gehöre irgendwo in die Mitte. Eine pummelige PR-Dame mit Lifestylemedien-Vergangenheit. Ich weiß, was geht, aber ich mache bei weitem nicht alles. Haare werden meist luftgetrocknet, allenfalls mit der Ikoo-Bürste noch ein wenig gestylt, Makeup-Grundierung hasse ich, bei mir werden nur Augen und Lippen geschminkt und vielleicht noch etwas Cremerouge. Wenn überhaupt. Wenn ich etwas exzessiv betreibe, ist es die Pflege: Masken, Cremes, Besuche bei der Kosmetikerin (zB Maria Galland, traumhafte Behandlungen) und – ja, auch beim Beautydoc – sind bei mir Pflicht. Ich habe mir die Augen entschlupflidern lassen und freue mich täglich darüber. Lippenaufspritzen war eher der Reinfall, ich hab mir damit nicht gefallen – aber das baut sich glücklicherweise schnell wieder ab. Denn ich will es nicht übertreiben. So wie ein Chirurg auf der Veranstaltung, der mir für 17.000 Euro ein komplettes Hals- und Gesichtslifting verpassen wollte. Oder einer Freundin rund 16 Kilo Fett absaugen. Jetzt weiß ich, wie das die Patricia Bianco oder die Kardashians gemacht haben – mit genügend Geld kannst du dich in jede Figur shapen lassen – aufpumpen hier, absaugen da, straffen überall. Das ist für mich nicht nur finanziell völlig abwegig, es ist auch ansonsten ein Irrsinn. Mach ich nicht. (hier spricht der Neid der Besitzlosen) Aber es gab viele Besucherinnen, die sicher begeistert waren von den tollen Möglichkeiten. Es gab auch genügend Freiwillige, die sich zu Demozwecken direkt auf der Messe unter Messer oder Spritze legten. Da wird es guten Rabatt für die Behandlung gegeben haben – oder doppelt so viel Filler.

Ich hab mich gefreut, endlich das tolle Naturparfum von Birkholz mit Messerabatt zu erwerben, Supreme Oud. Die Berliner Manufaktur versteht ihre Düfte als unisex, es soll bestimmte Geruchsvorlieben geben, die man gemeinsam mit Duftsommelier Phillip Birkholz herausfinden kann. Ich hab mich aber schon damals bei Reichert PR auf der Fashion Week entschieden – eben für den schweren, orientalischen Oud-Duft, meinen kleinen Flakon von damals aufgebraucht und jetzt die große Version ergattert. Beim netten Chris Cosma, bei dem ich letztes Jahr den Makeup Radierer entdeckt habe, war wieder eine spannende Novität für Freunde von Naturkosmetik am Start – feine, hausgemachte Seifen. Seife ist ja momentan extrem trendy, und die haben besonders gut gerochen. Eine mit Limettenduft hab ich mir gleich mitgenommen. Mit dabei waren auch die veganen Nagellacke von LOOK to go– auf die schwöre ich, auf meine Nägel kommt nix anders. Dieses Mal gab es eine Sonderedition in Bunterot, musste auch mit…

Ansonsten mäanderte ich durch die Stände von Asam Beauty, Regulat Pro, M2, QVC (den Dyson-Lockenstab hätte ich gern, der ist mit über 400 Euro aber kein Schnäppchen), Dr Duve, liess mir diverse Wimpernseren oder Jugendwundertränke erklären. Wimpern und Augenbrauen sind meine absoluten Schwachstellen, der Preis, den ich für sonst sehr geringe Körperbehaarung zahlen muss. Deswegen will ich da alles genau wissen – demnächst werde ich verschiedene Seren testen.

Leider war die VIP-Lounge winzig und somit übervoll, die Talks konnte man nur aus unmittelbarer Nähe hören – schade, vieles davon war recht interessant. Wieder da war der Zähneweißstand, der Besucher in seltsame Aliens verwandelte. Lustig war es auch bei Juchheim, die wollten einem ihre Cellulite Creme verkaufen und von deren Wirksamkeit überzeugen, dafür musste man in einem Betterverschlag hinter dem Stand wortwörtlich die Hosen runterlassen. Und lief dann mit brennenden Oberschenkeln durch die Halle, die das Gefühl vermittelten, als ob man sich in Feuerameisen gesetzt hätte.

Ein Highlight waren die diversen Wellness-Hotels mit besondern Beautyangeboten – da muss ich mal hin und mich ein paar Tage ganz hedonistisch verwöhnen lassen. Ich werde berichten…

 

Verfasst von

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

3 Kommentare zu „Von der wundersamen Welt der Schönheit – Lippenfiller, Feuerameisen und Bunte-roter Nagellack

  1. Ich schwöre ebenfalls auf Maria Galland, ganz tolle Produkte, finde ich. Hatte zwischendurch etwas anderes probiert – ich hätte es mir schenken können und sollen. Man kann die Produkte übrigens im Netz günstiger als im Studio erwerben. Wenn Du den Link haben möchtest (will nicht ungefragt Werbung hier reinhacken) – mail me 😉

    Gefällt 1 Person

Bitte hinterlasse einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.