Gutes Karma zum Spielen – oder: vom Lächeln der Plüschtiere

Wer mich kennt, weiß, ich liebe Stofftiere. Es ist nicht so, dass meine Wohnung damit voll ist, aber so zwei , drei der geliebtesten Tiere habe ich schon aufgestellt. Etwa den kleinen Hamster, den ich von meiner Fast-Schwiegermutter geerbt habe oder die Eule, die mir mein Papa geschenkt hat. Jetzt ist aktuell ein kleines Lama im Schlafzimmer dazugekommen. Da hängen viele Erinnerungen dran. Meine Plüschtiere in der Kindheit waren fast ausschließlich von Steiff. Vielleicht, weil meine Eltern etwas gegen ausgeprägt kindische Spielzeuge hatten und sie den naturalistischen Look der Tiere selbst liebten? Ich weiß es nicht.

Ich habe jedenfalls nach jeder schweren Krankheit und nach jeder Impfung ein Tier geschenkt bekommen. Ich war oft schwer krank als Kleinkind …da kam ganz schön was zusammen: etwa ein Rabe mit Drahtbeinen, der heute Spielzeug-Kontrolleure die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lassen würde, ein bunter Plüschfisch oder kleine Katzen, Dackel und eben die Eule. Einen Teddy hatte ich keinen, aber als einziges Kindtypisches Tier einen Hasen. Ihre Knöpfe in den Ohren haben meine Tiere nicht mehr – ich hatte Angst als Kind, das könnte ihnen weh tun!

Titi, meine Eule – ich habe als Kind allen Tieren die Knöpfe im Ohr entfernt, ich hatte Angst es tut ihnen weh!

Als ich neulich beim Press Day von Schoeller und von Rehlingen die neuen Tiere von Steiff sah, fiel mir das alles wieder ein. Denn die sind, wie die Lieblinge meiner Kindheit, nun gar nicht so extrem kindlich, sondern supernette und besondere Tierarten, die man niemals als Plüschtier vermuten würde. Fenneks mit Riesenohren, Liztäffchen, als Plüschtier größer als das Original und einen Blaufußtölpel gibt es auch als Kuscheltier. Das sind Vögel mit riesigen blauen Füßen, die damit bei ihren Balzritualen einen ulkigen Tanz aufführen, das Lieblingstier meines Freunds (neben Kühen).

Diese Tiere haben etwas wundervoll Zeitloses. Ich bin vielleicht altmosdisch, aber ich finde es wichtig, dass Kinder noch mit was Haptischem spielen und nicht nur über den Bildschirm wischen. Es ist auch wichtig, dass Spieltiere einfach schön sind – liebevoll mit viel Handarbeit hergestellt – so kommt es gar nicht zu Problemen, dass da fiese Stoffe enthalten sein können. Und sie halten prpblemlos fast 50 Jahre, so wie meine Tierchen. Außerdem, ich möchte kein Spielzeug, dass mit dem Leid von Arbeitern in asiatischen Fabriken hergestellt worden ist. Mieses Karma…

Das wohl verrückteste Steifftier: der Blaufußtölpel

Ein Interview mit Steiff

Deswegen hab ich mal tiefer nachgebohrt bei Steiff, einer deutschen Traditionsmanufaktur, die seit 135 Jahren besteht. Das Geschäft fing übrigens nicht mit Bärchen an, sondern mit einem kleinen Elefanten aus Filz. Erst Jahre später kam der Teddybär dazu, der für den internationalen Durchbruch sorgte, als ein amerikanischer Händler 3000 Stück orderte. Steiff war so nett, mit meine vielen Fragen zu beantworten.

Was sind neben Teddy-Bären die meistverkauften Tiere?

Bei Steiff verkaufen wir besonders gut all jene Tiere, die möglichst echt aussehen. Außerdem kommen Steiff Tiere mit hohem Niedlichkeitsfaktor sehr gut an. Vor allem süße Lämmchen oder Häschen sind bei den Kunden äußerst beliebt.

.Woher kommen die Ideen, sehr spezielle Tiere als Stofftier herzustellen?

Wir schöpfen eigentlich aus allem unsere Inspiration. Unsere Umwelt und natürlich   auch aktuell herrschende Trends nehmen besonders großen Einfluss. (Es gibt neuerdings das Trendtier schlechthin, das Lama und – logisch – auch Einhörner im Sortiment)

Gab es auch schon Tiere, die es nicht in die Kollektion geschafft hatten?

Sehr selten stößt man hierbei auf eine Idee, die es nicht in die Serienreife schafft, allerdings   werden diese Kandidaten nicht im Regal abgestellt, sondern sie bleiben hier an meinem Schreibtisch und leisten mir Gesellschaft.

Wer ist der heimliche Favorit?

Meine persönlichen Favoriten sind alle realistischen Bären, wobei ich auch für unsere kuscheligen Teddys eine heimliche Leidenschaft hege.

Gibt es Tiere, die zu kompliziert zu schneidern wären?

Zu kompliziert gibt es bei uns nicht! Wir trotzen bei Steiff jeder noch so schwierigen Herausforderung und freuen uns immer wieder über neue Herausforderungen! Lediglich das Timing eines Neutierdesigns btw der Produktion verlängert sich in diesem Fall.

Das süßeste Lama von Steiff

Wer ist da die Zielgruppe? Erwachsene, Sammler oder Kinder?

Das Schöne bei Steiff ist, dass unsere Tiere für alle Altersgruppen gedacht sind! Die Bandbreite reicht von 0 bis 101 Jahren! Mütter und Väter sehen sich durch unsere Produkte ebenso angesprochen und  berührt, wie Großeltern oder andere Verwandte – und das  gilt  nicht  nur  für  unsere  Plüschtier, sondern auch für alle anderen Sammler- oder Baby-Produkte. Natürlich gibt es   vereinzelt spezielle Produkte   für   Babys   oder   Kinder, die für einen Erwachsenen nicht allzu ansprechend sind, ebenso wie limitierte Editionen, Mohair- oder Alpaka-Repliken, die eher unpassend sind für Babys oder Kleinkinder. Grundsätzlich ist es aber so, dass wir uns auf einen sehr breiten Markt konzentrieren, dessen Grenzen nicht immer streng setzbar sind. Sammler können auch mit einem Plüschtier einem nahestehenden Kind  eine Freude machen oder selbst für sich einen neuen kuscheligen Freund entdecken.

Fragen Leute an, ob Steiff  nicht  bestimmte  Tiere  herstellen  könnte?  „Mein  Dackel ist so niedlich“ (ich warte ja immer noch auf einen Mops, der wie Emma, mein Leihmops aussieht)

Wir haben es uns auf die Fahnen geschrieben, Tiere zu designen und  zu produzieren,  die  ans  Herz  gehen! Sie sind einzigartig und erinnern im besten  Fall  an  das  eigene  Haustier. Es kommt daher auch häufiger vor, dass uns Anfragen erreichen, die uns genau dies vorschlagen.

Meine zwei Steiff-Dackel, Flipsi und Vips, mittlerweile 50 Jahre alt

Wie   muss   ich   mir   das   vorstellen, wie   wird   aus einem Tierentwurf ein Plüschtier?

Zu Beginn steht immer die Suche nach einer ersten Idee, die nicht nur realistisch darstellbar ist, sondern auch großes emotionales Potenzial besitzt. Besonders interessant sind hier regelmäßig Tiere, die eher ungewöhnlich und daher  selten  oder  auch bisher  noch gar  nicht  auf  dem  Markt vertreten sind. Aktuell   herrschende   Trends wie beispielsweise Einhörner   oder Flamingos, beeinflussen zudem die Wahl  der Vorlagen  unserer Steiff  Tiere. Generell  ist  es  uns  wichtig,  dass sie einen  emotionalen  Bezug  hervorrufen und  dass  der  Kunde auch  genau  deswegen  unbedingt  ein  Steiff  Tier  haben möchte.

Wie geht eine Schnittmusterentwicklung? Wie wird das Material ausgewählt?  

Die Schnittmusterentwicklung startet  am  Computer. Er errechnet uns eine optimale Auslastung des zugrundeliegenden Stoffes. Anschließend werden in Handarbeit die Stücke ausgeschnitten. Gerade der Aspekt der Handarbeit ist für uns überaus wichtig  und  macht  den  persönlichen  Bezug  zu  einem  Steiff Tier aus. Wir stecken viel Herzblut, Zeit und Energie in die Produktion eines Teddys oder anderer Steiff-Tiere.     Die Designer investieren viel Aufmerksamkeit  in  die  Auswahl  der  richtigen  Details – Form,  Farbe,  Größe, sogar  das  Lächeln  eines  Steiff  Tieres  sind  nur  einige der  zu  beachtenden Attribute. Zusammen mit der Wahl des richtigen Materials entstehen hierbei einzigartige Stücke. Häufig ist es auch gerade das Material, was hier für den besonderen Touch sorgt. Passend zum Tier verwenden wir etwa kuscheligstes  Plüsch für ein Kaninchen oder etwas  Kräuseligeres  für  einen kindgerechten Igel.

Hat   sich   das   Verhältnis   Kinder   und   Stofftiere   verändert?   Wird   heute weniger viel gespielt?

Das ist zwar gänzlich vom Alter abhängig, allerdings hat die Technologisierung schon eine gewaltige Veränderung mit sich gebracht. Kinder heutzutage sind „Bildschirm-affiner“ als es Kinder früher waren. Letzten Endes sind sie aber immer noch Kinder, die mit einem Plüsch-Freund kuscheln, knuddeln und spielen wollen. Dieses Bedürfnis kann heute und auch zukünftig nicht durch einen Bildschirm gestillt werden.

Wie schafft Steiff es, die Tiere so niedlich zu machen (zum Beispiel das Lama) ohne auf extremes Kindchenschema zu setzen?

Unser Ziel ist es, dass die Tiere die wir verkaufen sowohl Kinder, als  auch Erwachsene  aus  allen  Altersgruppen  ansprechen.  Sobald  man  ein  Steiff  Tier sieht, soll gleich das Gefühl geweckt werden, diesen putzigen Kandidaten mit nach  Hause  nehmen  zu  wollen.  Nach  dem  Motto  „Bitte,  nimm  mich  mit Heim“! Daran orientieren wir uns. Zu  Beginn  des  Designs  des  Lamas  war  es  uns  wichtig,  dass  es  auf  der  einen Seite  süß  und  niedlich  ist,  aber  auf  der  anderen  Seite  einen  realistischen Touch  behält. So wie  Lamas  auch  im  echten  Leben  sind:  süß,  wuschelig  und pelzig! Und auch beim Steiff Pendant hat man in echt den Eindruck, dass sie einen durch ihren wuscheligen Pelz anlächeln.

Es ist kein Geld zur Erstellung dieses Artikel geflossen. Ich liebe die Tiere einfach so!

Verfasst von

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

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