Was für eine Woche: CSD, Kocherlball, Bullerei und Barca

Taschen von Maison Heroine, gesehen bei Mykke Hofman

Nein, diese Woche hab ich nichts geschrieben – aber ich hatte es vor. Eigentlich. Ich bewundere ja immer die Blogger und Instagramer, die viel erleben und es trotzdem schaffen, sich hinterher (oder währenddessen) auf ihren Hintern zu setzen und schnell noch tolle Beiträge zu generieren. Ich bin da einfach zu müde dafür, oder auch einfach ganz froh, am Abend keinen Rechner mehr vor der Nase zu haben. Diese Woche war aber echt was los! Nix von wegen Sommerloch!

Am Freitag abend letzer Woche hatte Mykke Hofmann geladen, das tolle Münchner Label an der Fraunhoferstrasse zeigte die Taschen von Maison Heroine aus Berlin. Sehr elegante, feine Handtaschen, in Farben wie Grau, Puderrosa oder Bordeaux haben sie mir am besten gefallen, Cognac war nicht ganz so mein Fall. Ich habe mir aber dann keine Tasche, sondern einen wunderschönen, gestreiften Kimono-Mantel gekauft, den ich seitdem dauernd trage. Zum Beispiel zum…

Regenbogenwagen auf dem CSD in München

…CSD in München. Dieses Jahr war der Umzug zwei Stunden lang, denn unter anderem haben die Firmen wie Allianz, Siemens, BMW oder Daimler ihre schwulen Mitarbeiter entdeckt und schicken sie auf Promotour für mehr Diversity auf den Wagen in die Paraden. Find ich einerseits gut, es ist lustig, wenn die Allianz gleich hinter den Latex/Lederschwulen vom Löwenclub daherfährt, andererseits möchte ich nicht, dass der CSD zur reinen Werbeveranstaltung verkommt. Das hat damals auch der Loveparade in Berlin das Genick gebrochen. Am Samstag Abend sangen dann die Weather Girls tapfer und stimmgewaltig gegen die schlechte Soundanlage an, ein Kracher nach dem nächsten – als Krönung ihr Megahit „Its Raining Men“ , die Hymne aller Schwulen und aller Ü30 Singlepartys, die garantiert jede Hugo-beschwipste Teamassistentin mitsingt. Dann aber schnell heim, ausschlafen. Denn…

Dirndl von Amsel von der Münchner Manufaktur

…am Morgen ging es auf den Kocherlball. Natürlich im Dirndl. Natürlich von Amsel und der Münchner Manufaktur. Es hatte was, ganz früh am morgen durch das noch leere München zu radeln, nur ab und an andere Menschen in Tracht, die das gleiche Ziel haben wie man selbst. Da grüßten sich schon wildfremde Radler auf der Strasse.

Es war um 6 Uhr megavoll, aber eine Schau. 95 Prozent in schönen Trachten oder historischen Kostümen, manche Uniform mit Pickelhaube wirkte wie Original aus der Zeit gefallen. Freunde hatten durchgemacht und wir waren die Nutzniesser. Ihre Tische waren mit Kerzen dekoriert, voller Essen, es war klasse. Und witzigerweise waren fünf Tische weiter noch eine weitere bekannte Clique. Toll! Allerdings hätte ich gerne getanzt, das wurde mir von meinem Freund jedoch mit dem Verweis auf die drängende Enge auf der Tanzfläche verweigert. Pfft. Dann halt nicht. Aber nächstes Jahr ist er dran…

Dienstag früh war aber erstmal Hamburg dran – für einen Kunden hatten wir eine Pressetour organisiert. Aber nebenbei hatte ich noch ein bißchen Zeit, die Stadt zu erkunden. Witzigerweise ist jedes Mal, wenn ich in Hamburg bin, strahlender Sonnenschein, deswegen bin ich der Meinung, dort müsse immer die Sonne scheinen. Meine Kollegen verneinen das. Wobei, dieses Jahr hat der Norden die Sonne gepachtet, während wir Münchner viel öfter im Regen stehengelassen werden. Wir genossen einen Teamabend in der Bullerei, dem wirklich tollen Lokal von Tim Mälzer in der Schanze. Verrückterweise ist das Lokal nur 100 Meter von den Zentren der Ausschreitungen während des G20 Gipfel entfernt. Aber Kapital und Krawall scheinen in Hamburg problemlos koexistieren zu können…Ich ass Hühnerfrikassee, überbacken mit Sauce Hollandaise, einem Rezept aus Tim Mälzers zukünftigem kochbuch. muss ich mir holen, das Rezept war fantastisch. Und natürlich musste ich mal wieder zu Mutterland, einem extrem tollen, sehr hanseatisch angehauchten Delikatessgeschäft (mit dem besten Käsekuchen Hamburgs). Eine Filiale ist ganz nah beim Hauptbahnhof und immer einen Besuch wert.

Was mir besonders gefallen hat: das Wasser. Es ist so gigantisch, wie Hamburg mit Elbe und Alster lebt, Jogger laufen drumherum, Leute jagen mit kleinen Segelbooten über das Wasser oder dümpeln gemütlich als Standup Paddler oder Tretbootfahrer dahin. Oder man sitzt, wie ich mit einer guten Bekannten, im Strandlokal Barca auf einem Steg am Wasser. An der Außenalster denke ich immer – ja, in Hamburg könnte ich auch leben. Gern sogar. Vielleicht, man soll nie nie sagen…

Verfasst von

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call