Wie duftet Musik?

Eine der größten Hymnen der Musikgeschichte ist einem Parfum gewidmet „Smells like Teen Spirit“ – das sangen Nirvana und machten das billige parfümierte Deo, das Curt Cobains erste Freundin immer trug, so unsterblich. Serge Gainsburg schwärmte in seinem Song über Brigitte Bardot von „Guerlain dans les Cheveux“ – Guerlain in ihren Haaren…Parfum und Musik waren immer irgendwie verbunden. Seit es Clubs gibt, ist dort die Luft schwer von Gerüchen: Parfum, Schweiß, der Geruch von Bier oder Cocktails, früher legte sich auch Zigarettenrauch oder Verboteneres über den Mix…Und je nach Jahrzehnt dufteten die Frauen und Männer anders.

Wenn ich an Musik und die vergangenen Jahrzehnte denke, denke ich auch an Düfte: die 60er und 70er Hippiezeit riecht für mich nach Patchouli, Sandelholz und Räucherstäbchen, so wie es im Leopoldmarkt roch, wenn ich dort mal mit meiner Mama einkaufen durfte. Die Discoära riecht in meiner Vorstellung nach Opium von Saint Laurent – wie ein Abend im exklusiven Studio 54, die 80er nach LouLou, Poison von Dior und die 90er nach den Unisex-Düften von Calvin Klein. Wenn ich diese Düfte rieche, denke ich sofort wieder an die Zeiten, in denen ich sie getragen habe. Ein Duft kann Erinnerungen wecken, einen um Jahrzehnte zurückkatapultieren – genauso wie Musik. Das ist faszinierend für mich. Habt ihr Düfte, die euch an Musik, Konzerte, erste Schiebertänze oder die tollsten Clubbesuche erinnern?

Jusbox Feather Supreme – ein Duft für die Musik der 60er Jahre

Und nicht nur mich. Das exklusive Parfumlabel Jusbox hat versucht, musikalische Strömungen in Duftkompositionen einzufangen. Es gibt – natürlich – einen Grungeduft, der riecht nicht nach Teen Spirit, sondern „Black Powder“ hat unter anderem Johannisbeere, Wildleder, Weihrauch und Piementöl verarbeitet. Für Fans der Supremes oder Aretha Franklin ist der R&B Duft „Feather Supreme“, mit Noten von Mandarine, Bergamotte und Apfel, im Herzen erblühen Rose, Ylang-Ylang, Jasmin und Tuberose.  Queens Freddie Mercury widmet Jusbox den Duft „Use Abuse“ einen exaltierten Rockduft. Mit Tuberose, Jasmin, Moschus hätte er Freddie sicher gefallen. Der Hippieduft- wie könnte es anders sein – duftet nach Patchouli und Sandelholz, nach indischen Gewürzen und Vanille. Bob Dylan und der Beat-Ära wird ein Duft namens „Beat Cafe“ mit schwarzem Pfeffer und schwarzem Leder gerecht. Eure Musikrichtuung war nicht dabei? Weitere Düfte, zum Beispiel Reggae oder Punk, werden diesen Herbst gelauncht…

Hinter diesen Düften steht ein Gesschwisterpaar aus Italien, genauer Mailand, das sich V Monkeys nennt. Sie haben bereits für andere Marken Düfte kreiiert, bevor das eigene Label auf den Markt kam. Mit Jusbox haben sie ihre Leidenschaft für Musik mit ihrer arbeit als Parfumeure vereint. Die Düfte sind ein Renner, in München führt sie unter anderem Beck am Rathaus-Eck.  Wie detailbesessen sie sind, sieht man an vielen Stellen: es gibt zu allen Düften Playlists auf Spotify, die ML-Zahl in ihren Flacon ist an die Drehzahl der ersten Schallplatte, 78, angelehnt. Das Label sieht aus wie eine Plattenhülle mit halb herausgezogener LP, der Stöpsel ist einer LP nachempfunden. Das nenne ich Besessenheit. Aber auf eine gute Art. Alle Düfte sind aus einer kleinen Manufaktur, mit natürlichen Inhaltsstoffen – das hat seinen Preis: Jusbox bringt für 160 Euro pro Flacon Rock’n’Roll ins Bad.

Use Abuse, der Queen Duft

 

Verfasst von

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call