Bekommen Kühe Sonnenbrand?

Kälbchen Lise freut sich über Streicheleinheiten

Wenn es Frühling wird, drängen wir Münchner nach draußen. Beim allerersten Sonnenstrahl sitzen wir vor den Lokalen und Cafes der Stadt, teilweise in dicke Decken gehüllt. Aber draußen. Und fühlen uns zu Recht wie die nördlichste Stadt Italiens. Wie schön es ist, wieder wärmende Sonnenstrahlen zu spüren, wieder Grün an den Bäumen zu sehen und blühende Wiesen!

Warum soll es Tieren anders gehen? Gar nicht überraschend sehnt sich auch die Tierwelt nach dem Frühling. Auch die lieben die Sonne. Und so fand ich es sehr schön und berührend, als ich Anfang der Woche dabei sein durfte, als die Kühe des Wunderl-Hofes bei Gilching endlich nach draußen durften und sie wieder die Frühlingsluft genossen. Nach dem Winter im Stall ging es für sie auf die Weide – und die Tiere hüpften vor Freude herum, waren ganz aufgeregt und extrem gut gelaunt – wenn man bei Kühen sowas sagen kann. Ab jetzt können sie den Sommer lang entscheiden, ob sie im Stall oder auf der Weide bleiben wollen – im Hochsommer ziehen manche Kühe den Stall vor, denn auch sie können einen Sonnenbrand bekommen – am Euter. Dass das nicht schön ist, können sich nicht nur Besucher eines FKK-Strand vorstellen…

Wenn man das einmal sieht, wird völlig klar, dass Weidehaltung ein wesentlicher Beitrag zum Tierwohl ist. Im Stall stehen die Tier oft in Feuchtigkeit, sie leiden unter Licht-und Bewegungsmangel. Und das sollte uns am Herzen liegen, schließlich leben wir in einem Land, in dem Mahnwachen für Kampfhunde abgehalten werden. Und da sollte es auch allen landwirtschaftlichen Nutztieren möglichst gut gehen. Übrigens meinten bei einer Befragung 76% der Münchner, dass ihnen auch eine artgerechte Tierhaltung am Herzen liegt.

Die Kühe auf dem Wunderl-Hof liefern ihre Milch für die Bioprodukte von Andechser Natur. Die oberbayerische Molkerei Scheitz setzt auf regionale Bioerzeuger und unterstützt die Bauern seit 2015 mit einem Weidezuschuss. Denn Weidehaltung unter dem Motto „Wir lassen die Kuh raus“  ist aufwändiger als Stallhaltung und kostet wesentlich mehr. Für den Extraaufwand werden die 630 Landwirte, die mit der Molkerei kooperieren, entschädigt und Andechser bekommt dafür qualitativ besonders hochwertige Milch, denn die Kühe genießen frisches Gras auf der Weide – das verbessert den Omega-3- und Omega 6 Gehalt. Die traditionelle Haltung ist auch ideal, um vielen Insekten – natürlich auch den Bienen – einen Lebensraum zu bieten.

Die Kühe sind glücklich und hüpfen vor Freude auf der Weide herum!

Und für uns Verbraucher ist es ein gutes Gefühl, wenn wir wissen, dass es den Tieren gut geht, die die Milch für unser Joghurt liefern. Wenn ich jetzt einen Joghurt esse, denke ich an die glücklichen Kühe und habe kein schlechtes Gewissen beim Genuß. Und den etwas gehobenen Preis bezahle ich gern, wenn ich weiß, dass ich so die heimische Wirtschaft und die heimischen Bauern unterstütze, etwas für den Erhalt von Blumenwiesen tue und einfach dafür sorge, dass diese Welt ein kleines bißchen grüner wird.

 

Verfasst von

Über 40. Redakteurin, PR-Beraterin, Twitterfan, Bloggerin, Hüpf-Gamerin, manchmal auch alles in Kombination. Dies ist mein Blog zu allem was mich interessiert und zu vielem im Netz.

3 Kommentare zu „Bekommen Kühe Sonnenbrand?

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