Zeit für eine Moderevolution – Wer macht eigentlich meine Kleidung?

In dieser Woche jährt sich das Unglück von Rana Plaza. Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere: damals stürzte in Bangladesh eine Kleiderfabrik ein, begrub 1134 Menschen unter sich – 2500 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Mit den Menschen wurden in der Fabrik Kleider begraben von vielen, vielen Marken, darunter die Verona Pooth Kollektion von Kik und Mode von Mango, C&A, Adler oder NKD. Rana Plaza ist mittlerweile eine Synonym für das häßliche Gesicht der schönen Modewelt. Ich finde, es hat sich seitdem einiges geändert. Die Firmen sind bewußter geworden, immer mehr Kunden (leider noch zu wenige) gucken genauer hin, wo ihre Kleider eigentlich her kommen. Denn der Preis entscheidet nicht, ob ein Kleid aus einem Couture Salon oder aus einem Sweatshop kommt, auch Topmarken, die in Europa die Nobelmeilen füllen, produzieren teilweise unter übelsten Bedingungen in Asien oder haben sich düstere Fabriken in versteckten Winkeln Europas geschaffen. Aber mittlerweile ist faire Kleidung ein Luxus, den man sich gönnt – das gute Gewissen macht die Kleidung nochmal so schön. Fair ist Trend und das ist gut so.

Kleider fair herstellen zu lassen ist deswegen durchaus etwas, was Modemarken fürs Marketing nutzen können. Nur leider wird das so halbscharig gemacht, ein bißchen was Gutes zu tun. Ist leider zu wenig. Und so wird mal wieder eine faire Kollektion vorgestellt, deren Glanz eines guten Gewissens auf die dunkler produzierten Teile der Marke abstrahlen darf. Whitewashing nennt sich sowas. Viele Verbraucher freuen sich, preiswert fair produzierte Kleidung zu erwerben – doch auch deren günstiger Preis ist erkauft mit dem Leid der Arbeiter, die den Rest nähen müssen. Deswegen: es ist Zeit, dass sich nachhaltig was dreht. Zeit für eine Revolution.  Diese Woche, vom 23-29. April ist Aktionswoche – im Gedenken an Rana Plaza.

Und jeder kann und sollte mitmachen. Fashion Revolution wird in Deutschland von dem Verein  Future Fashion Forward e.V. betreut: „Fashion Revolution ist eine globale ganzjährige Bewegung, die jedem Einzelnen die Möglichkeit bietet, positiven Einfluss auf die internationale Modeindustrie zu nehmen. Wir sind fest davon überzeugt, dass ein fairer, sicherer und sauberer Herstellungsprozess in der Mode möglich ist. Wir legen den Fokus auf diejenigen, die sich um eine eine ethische und nachhaltige Zukunft in der Textilindustrie bemühen.“

„Wir haben eine unglaubliche Macht als Konsumenten, wenn wir uns nur entschließen, sie zu nutzen“,  sagt die Gründerin der Fashion Revolution, Carry Somers.

  • Fragt euer Lieblingslabel, wo es seine Kleider von wem herstellen läßt. Nutzt den Hashtag #whomademyclothes
  • Postet diese Frage auf Instagram, Facebook, Twitter und taggt das Label!
  • Erzählt die Geschichte eines Kleidungsstücks, das euch lieb und teuer ist – das ihr von der Oma geerbt habt oder das ihr seit 20 Jahren tragt. So zeigen wir:  es muss ja nicht dauernd was Neues sein!
  • Seid bei einem Event dabei, in vielen Fußgängerzonen wird vor großen Ketten für fairere Arbeitsbedingungen demonstriert.
  • Nutzt eure Social Media-Kanäle, eure Blogs, eure Facebook-Accounts, Twitter, Instagram oder Pinterest, um die Botschaft weiterzutragen. Erzählt davon – nur ein paar Cent mehr pro T-Shirt und fairere Arbeitsbedingungen sind möglich!
  • Viele Anregungen gibt es hier

 

 

Verfasst von

Über 40. Redakteurin, PR-Beraterin, Twitterfan, Bloggerin, Hüpf-Gamerin, manchmal auch alles in Kombination. Dies ist mein Blog zu allem was mich interessiert und zu vielem im Netz.

Bitte hinterlasse einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s