Fashionfasten: Wir kaufen uns um den Verstand

40-70 Kleidungsstücke kauft der Durchschnittsdeutsche pro Jahr, viele davon trägt er nur zweimal, sagt jedenfalls die Statistik. Ich kenne Leute (mich zum Beispiel), bei denen reichen diese Zahlen vermutlich nicht. Und ich habe derzeit einen Klamottenkater. Der kommt nach dem Kaufrausch. Zuviel gekauft, zuviel im Schrank, trotzdem immer nur das Gefühl, ich hätte nur Plunder. Was nicht stimmt. da sind tolle Teile darunter. Wirklich schön, die ich liebe, gerne trage, auch extrem lange – solange, bis sie kaputt gehen. andere dagegen – das waren oft Sachen, die mehr der aktuellen Mode entsprochen haben und weniger meinem eigenen Stil. Das ist ein Fehler und das muss aufhören.

Bestickte Blousons, Jeans, T-Shirt – das bin einfach ich

Ich habe mir selbst ein Fashionfasten verordnet. (Die Münchner Einzelhändler schreien entsetzt auf) Es kommt nichts mehr Neues in den Schrank. Und ich merke, wie panisch mich dieser Gedanke macht. Ich bin süchtig. süchtig nach Konsum, süchtig nach Mode, süchtig danach, dass meine Freundinnen meinen: „Du hast immer so coole Sachen an.“ Gerade deswegen ist es so wichtig, sich auf Entzug zu begeben. Denn es macht mich nicht mehr glücklich, das Kaufen. So, neues Teil eingesackt. Fertig. Ja, ganz cool, jetzt aber noch die Schuhe und die Hose dazu. Der Geldbeutel ist leer, das Hirn ist leer und für das Herz hab ich auch nix getan. Und, wenn ich ehrlich bin, meist auch nix für den Look. Denn die Sachen, die ich schon lange habe, die tollen, individuellen, die schönen Jacken, bestickte Kleider, die alten Pelzmäntel, die Hippieschals und die Marken-T-Shirts, das passt viel besser zu mir. Das bin ich. Ich hab meinen Stil gefunden – und die eine Mode gibt es sowieso kaum noch, der man unbedingt folgen müsste…

Und irgendwie ist es auch egal, ob die Sachen nachhaltig produziert worden sind oder nicht – klar, es ist besser, einen Schrank voller Bioklamotten zu besitzen statt einen voller Plunder, aber trotzdem…zuviel ist zuviel. Die Menge erschlägt mich. Und es wird jeden Tag Neues produziert, in die Läden gehängt, immer schneller, immer mehr. Ich steige jetzt erstmal aus. Wie die Sparsamkeitskünstler aus Japan mit nur 7 Teilen im Schrank werde ich nie werden, aber jetzt versuche ich, diesen Sommer durchzuhalten. Vielleicht hab ich hinterher wieder mehr Spaß an meinen Kleidern, den alten – und dann doch ab und an wieder ein paar Neuen…

 

Verfasst von

Über 40. Redakteurin, PR-Beraterin, Twitterfan, Bloggerin, Hüpf-Gamerin, manchmal auch alles in Kombination. Dies ist mein Blog zu allem was mich interessiert und zu vielem im Netz.

3 Kommentare zu „Fashionfasten: Wir kaufen uns um den Verstand

  1. Du hast völlig recht, man sollte das Einkaufsverhalten hin und wieder mal überdenken. Ich habe den Schrank voll mit Bekleidung, die ich selten oder nie trage. Man hat seine Lieblingsklamotten und die zieht man immer wieder an. Vor kurzem habe ich radikal ausgemistet. Ich habe eine Weile bei einer Unternehmensberatung gearbeitet da waren bspw. Businessblusen Pflicht. Heute bin ich bei der Agentur und trage keine der Blusen mehr……nur noch legere. Ich habe alles zum Skfm gegeben und fühle mich befreit 🙂

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  2. Ich habe vor 2 Jahren meinen Kleiderschrank nach der KonMari-Methode aussortiert und es nie bereut. Denn seitdem habe ich zwar weniger Klamotten, aber wirklich nur schöne Sachen im Schrank. Ich habe nun die Regel für mich aufgestellt, das jedesmal, wenn ich mir was Neues kaufe, ein anderes Teil aus dem Schrank verschwinden muss. Dadurch muss ich schon beim Kaufen überlegen, was ich nun wegschmeißen werde.
    Meistens funktioniert das ganz gut.
    Naja. Meistens.
    Ich drücke dir die Daumen, dass du das Fashion-Fasten durchhältst!
    LG Sabienes

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