Glashalme statt Milliarden Plastikhalmen

Was glaubt ihr, wie viele Plastikstrohhalme werden jeden Tag weggeworfen? Millionen? Milliarden? Letzeres stimmt, es landen 3-6 Milliarden Plastikhalme weltweit jeden Tag auf dem Müll.  Von den Bars in Ibiza bis zu amerikanischen Fastfoodschuppen, von den Eistees in Thailand bis zu dem Strassenimbissen in Beiing. Überall Plastik. Die Menge entspricht dem Gewicht von 500 Orca-Wahlen. Es ist die Pest. Und man sieht, dass auch die kleinsten Dinge einen Riesenmist produzieren können. Einige Leute haben das schon verinnerlicht und verwenden Alternativen, aus Papier oder Maisstärke. Doch Papier löst sich schnell auf und versaut die Drinks, Maisstärke wird meist nicht kompostiert, sondern verbrannt, insofern ist die Bilanz da auch nicht so rosig.

Das fiel auch 2015 Hannah und Sebastian auf: „Im Jahr 2015 besuchten wir Koh Phayam in Thailand. Während wir das Inselleben genossen, bemerkten wir, dass auf Koh Phayam sehr viel Plastik aus dem Indischen Ozean angeschwemmt wurde. Also beschlossen wir, ein Beach Clean-Up zu organisieren. Wir haben innerhalb von zwei Stunden ca. fünfundzwanzig 150 Liter Säcke voll mit Plastikmüll gesammelt. Gefühlt war jedes zweite Teil ein Plastik-Strohhalm“. Die beiden Berliner beschäftigten sich entsetzt mit dem Thema, lasen sich ein und stellten fest, was diese ach so kleinen Halme in der Masse für einen Schaden anrichten.

Das Ergebnis ihrer Überlegungen ist so einfach wie genial: HALM. Ein bruchfester, wiederverwendbarer  Trinkhalm aus Glas! Den Halm gibt es für alle Getränke in vier unterschiedlichen Varianten, lang oder kurz, mit Knick oder ohne. Das Glas stammt von Schott, einer renommierten Glasfabrik. Nach den Benutzung kann der Halm mit der mitgelieferten Bürste ausgespült werden oder in den Geschirrspüler wandern. Die Betreiber hoffen, dass auch viele Gastronomen die Vorteile sehen und in HALM für ihre Bars investieren. Ich würde es begrüßen. Denn andere Alternativen zu Plastik wirken sich auch ein wenig auf den Geschmack aus, Papierstrohhalle vor allem, die werden schnell pappig im Mund.

Die HALMer haben eine Vision! „Gleichermaßen wollen wir mit 50% unserer Erträge Projekte unterstützen, die sich mit diesen Bereichen beschäftigen: CleanUp, Aufklärung und Forschung um das Thema Plastikmüll. Denn HALM ist nur ein Anfang. Wir benutzen ausschließlich mineralölfreie Materialien, vom Kleber unserer Plakatkampagnen über die Reinigungs-Bürste. Alle Verpackungen sind aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Unser Streben ist es, eine Firma mit null Plastik Impact zu sein.“

Das ist doch mal eine gute Idee!

Mit meinem Beitrag hier auf dem Blog möchte ich unentgeltlich diese super Idee unterstützen, ich würde alle Freunde von Drinks mit Strohhalmen bitten, sich sowas zuzulegen und auch Barkeeper darauf aufmerksam zu machen.

6 Kommentare

  1. Wo wohl das Wort Strohhalm herkommt? Stroh ist als Nebenprodukt der Lebensmittelerzeugung fast überall in Europa regional verfügbar. Der Material- und Energieeinsatz für die Aufbereitung und Konfektionierung ist minimal – im Gegensatz zur Glasherstellung. Man kann auf Strohhalmen herumkauen und es fühlt sich nich unangenehm an, wenn sie gegen die Zähne schlagen. Strohhalme sind ein schnell kompostierendes und hygienisches Einwegprodukt. Regelmäßige Reinigung von Kavitäten in der Gastronomie durchs eigen Personal, hat das schon irgendwann mal funktioniert?

    Nee, sorry: Für den designorientierten Heimanwender mag das mal ganz lustig sein, für die Gastronomie sind diese Glasröhrchen komplett untauglich – und ökologisch fragwürdig obendrein.

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  2. Liebe Katrin,
    ich bin über die Bloggeria-Gruppe über deinen Artikel gestolpert und wollte mich herzlich dafür bedanken! 🙂
    Edelstahlflasche und Bambusbecher besitze ich bereits und dank dir und deinem Artikel werde ich mein Nachhaltigkeits-Ensemble schnellstmöglich erweitern 🙂 Ob man sowas wohl in die DomRep liefern kann? 😀 Denn da bin ich gerade für ein Jahr. Für die Umwelt und saubere Flüsse 🙂
    Liebe Grüße,
    Sandra
    (www.aufundnachdom.wordpress.com)

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  3. Auf Bali bzw zumindest in Ubud ist es seit langem schon Usus, dass gar keine Straws mehr serviert werden und ich ärgere mich in Wien auch, dass mittlerweile sogar Spritzer mit Strohhalm serviert werden. Ich glaub viel wichtiger ist hier die Rolle der Konsumenten. Ich sage überall dazu „bitte ohne Strohhalm“ – es nur auf die anderen bzw die Gastro abschieben während man selber gern damit rumspielt und rührt, ist ein bisschen wenig. Das ist so wie mit den coffee-to-go-Bechern. Statt warten bis sie verboten werden, kann ich mir ja selber schon meinen Becher selbst mitnehmen. Und auch sagen, dass ich mein Getränk ohne Strohhalm will – das geht in Wien, in der DomRep und überall 😉

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    1. Danke Sabine. Das ist ein wesentlicher Grund, den Blog zu schreiben. Ich möchte auch den Konsumenten die Konsequenzen vor Augen führen. Für jeden einzelnen ist es nur ein kleiner Halm, aber in der Masse…

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