Bye Bye Bloggen und Kennzeichnen? – in eigener Sache

Ich habe die letzten Tage darüber nachgedacht, ob ich einfach aufhören soll, diesen Blog zu schreiben. Denn mittlerweile hat alles drumherum Formen angenommen, die mir keinen Spaß mehr machen. mittlerweile ist die ganze Geschichte so überhitzt, es gibt so viel Geld zu verdienen, dass viele Leute hinter allem und jedem Betrug erwarten. Und ich würde ihnen recht geben, wenn sie es nur auf Instagram beziehen würden. dort wird ganz schön getrickst – jedenfalls von denen, die sich Influencer nennen dürfen – die Waschmittelkampagne neulich hat das ja eindrucksvoll bewiesen. Aber die Blogger (jedenfalls die, bei denen der Blog nicht das Beiwerk zu Instagram ist)  habe ich zum Großteil aus freundliche, ehrliche Leute kennengelernt, die für das, was sie tun, vergleichsweise geringe Preise aufrufen und dabei mehr abliefern.

Jetzt gilt im Internet die neue Regelung, dass alles, was werblich ist, mit Werbung gekennzeichnet werden muss. Das macht erstmal Sinn, denn Schleichwerbung wird oft groß geschrieben. Aber das bedeutet auch, dass Sachen, die ich mir selbst kaufe, weil ich sie als gut befunden habe und euch weiterempfehlen möchte, als Werbung zu kennzeichnen sind. (wie hier im Text der Gründerszene beschrieben) Weil der Text in werblicher Absicht geschrieben worden ist. Das halte ich für Irrsinn. Denn natürlich nutze ich nicht meine begrenzte Zeit, um über Dinge zu schreiben, die ich bekloppt finde. Dann brauche ich gleich gar nicht mehr bloggen. Manchmal möchte ich unbedingt, dass ihr Sache , Sendungen, Labels etc kennenlernt. Das will ich mir und euch nicht nehmen lassen. Soll ich jetzt echt „Werbung“ hinschreiben, obwohl weder Geld geflossen ist, noch ich ein Teil als Geschenk bekommen habe? Darf ich nicht frei von der Leber weg schreiben, was ich mag? Das hab ich übrigens auch als Redakteurin nicht anders gemacht. Aber da war das okay.

Und auch jetzt dürfen Redakteure, die Lobeshymnen über Hotels, Friseure oder Taschenmarken schreiben und dafür ordentliche Sachleistungen wie Reisen, Geschenke, kostenlose Haarschnitte etc kassieren, das völlig problemlos tun, ohne dass über einer Zeitschrift „Dauerwerbeblatt“ stehen müsste.  Hier wird mit zweierlei Mass gemessen. Und das finde ich unfair. Ich hab in meiner Zeit als Redakteurin oft genug erlebt, dass die Anzeigenabteilung bestimmt, was ins Heft kommt.

20 Kommentare

  1. Lass Dir den Spaß am Bloggen nicht vermiesen! Im Moment wird da einges heißer gekocht, als letztendlich gegessen, und ich stimme Dir völlig zu, dass es einfach nur noch nervt und längst keinen Spaß mehr macht. Aber ich bin gleichzeitig davon überzeugt, dass sich die Wogen auch wieder glätten werden.

    Irgendwie ist dieses „Influencer Marketing“ dieses Jahr bei jedem und allen DAS heiße Marketing-Thema. Damit einhergehend treibt es auch solche Stilblüten, wie von Dir beschrieben. Wenn die Leute sich wieder etwas beruhigen, wird auch wieder die Normalität zurückkehren.

    Also verzage nicht, sondern versuche es, mit einem Schulterzucken zu akzeptieren und warte darauf, dass sich das Gewitter wieder verzieht. Die Luft danach wird uns gut tun 🙂

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  2. Hallo Katrin, was soll denn der Quatsch? Ich hatte angedacht, einen Blog über Sizilien (wo ich lebe) einzurichten. Dann muss ich also jedes Mal, wenn ich einen Tipp gebe, Werbung dazuschreiben oder wie jetzt? So ein Schwachsinn. Liebe und Grüsse und weiter so….:-), Sabine

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    1. Hallo Sabine, nein, Du musst nicht jedes Mal wenn Du einen „Tipp“ abgibst „Werbung“ dazuschreiben. Lese den von Katrin im Blog verlinkten Beitrag in der Gründerszene durch: https://www.gruenderszene.de/allgemein/kennzeichnung-werbung-influencer

      Zitat:
      „Natürlich stellt nicht jede Erwähnung eines selbstgekauften Produktes Werbung dar. Kennzeichnungspflichten nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb bestehen nur bei geschäftlichen Handlungen. Rein private (werbliche) Empfehlungen an Freunde (auf dem privaten Blog) sind nicht kennzeichnungspflichtig.“

      In meinen Augen kommt es auch darauf an, wie viele Menschen Du mit einem Blog erreichst.

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  3. Dieses Frustmomente haben wir sicher alle. Und gerade in den letzten Wochen nervt es wirklich enorm.
    Ich stimme aber Eddy absolut zu, wenn er sagt. Wir brauchen derzeit das reinigende Gewitter. Es wird sich verziehen und dann sehen wir – hoffentlich – klarer.
    Vielleicht lächeln wir dann auch über alles und sind froh, dass es neue Bahnen gibt. Denn den Spaß sollten wir uns wirklich nicht verderben lassen.

    Liebe Grüße, Kopf hoch und mach weiter 🙂
    Katja

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  4. Liebe Katrin,
    ich kann Dich gut verstehen, mir geht es nämlich auch nicht anders. Es nervt mich schon seit einer ganzen Weile und hab darüber auch einen Artikel veröffentlicht, vllt hast Du ihn ja auch gelesen. Vor allem die „Hilfssheriffs“, die im Netz unterwegs sind um andere Blogger anzuschwärzen gehen mir besonders auf den Sender. Wie ich in Zukunft mit der Werbung und ihrer Kennzeichnung bei Blogbeiträgen die selbst keine Werbung sind umgehen soll, weiß ich auch noch nicht genau. Aber eins weiß ich genau, ich lasse mir das Bloggen dadurch nicht vermiesen und das solltest Du auch nicht.
    Liebe Grüße
    Mo
    http://www.just-take-a-look.berlin

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    1. Es ist wirklich furchtbar geworden, da herrscht ein Hauen und Stechen. Ich schwöre, wir Blogger könnten schon alle viel weiter sein, wenn wir kooperieren würden udn uns nicht permanent bekriegen. Neid bringt gar nix.

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  5. Liebe Katrin, ich kann deine Gefühle gut nachvollziehen. Auch ich gehöre nicht zu den „großen“ Bloggern, die ihr täglich Brot damit verdienen, sondern freue mich derzeit (auch weil der Blog noch recht „frisch“ ist), wenn ich hin und wieder ein Produkt zum Test kostenfrei irgendwo bekomme oder selbst gekaufte Dinge vorstellen kann, die ich toll finde. Meine erste Reaktion war daher am Anfang: schnell alles vorsichtshalber (!) mit „Werbung“ kennzeichnen. Danach habe ich etwas recherchiert und bin zu folgendem Ergebnis in Sachen „Kennzeichnungspflicht“ gekommen: http://www.damenhaftblog.de/verbloggt/kennzeichnung-werbung-in-blogs/
    Vielleicht hilft dir das ja!
    Gerade gut geschriebene Blogbeiträge wie die, welche ich bei dir schon sah, würden in der Bloggerlandschaft fehlen. Daher: Ohren anlegen und durch. Lass dich davon nicht abschrecken.
    Viele Grüße, Uta

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    1. Hallo Uta, genauso geht mir auch. Ich könnte schon allein deswegen den Blog nicht kommerziell machen, weil mir dazu die Zeit fehlt. Wie soll ich das schaffen neben Beruf und einer doch ausgefüllten Freizeit? Deswegen schreibe ich über dinge, die mir gefallen und von denen ich will, dass andere sie kennenlernen. Kleine Marken, kleine Geschäfte und so. Ist das Werbung? In gewisser Hinsicht, klar. Wenn ich möchte, dass jemand anderes etwas gut finde, was ich gut finde, ist das Werbung. Nur: die Motivation ist nicht Geld. Und das will ich gewürdigt wissen.

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  6. Ich denke – und hoffe – dass es sich hierbei nur um ein Momentum handelt.
    Das wird sich vermutlich alles legen. Der Grund warum die meisten BloggerInnen schreiben ist ja der Spaß am Schreiben. (außer vermutlich unsere KollegInnen die das hauptberuflich machen)
    Von ein paar Neidern und Miesepetern lassen wir uns das doch nicht nehmen – oder?
    Liebe Grüße aus Linz

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  7. Es ist halt sehr schade, dass das Internet von manchen Menschen skrupellos für Schleichwerbung ausgenützt wird. So kann man diesen Freiraum zunichte machen. Auf der Strecke bleibt die Meinungsfreiheit. Und jene, die – durch Kennzeichnungspflicht abgeschreckt – nicht mehr den Mut haben, für ihre eigene Meinung oder Begeisterung für ein Produkt oder was auch immer einzustehen.

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  8. Du hast recht, es nervt so tierisch und sorgt für eine große Verunsicherung unter den Bloggern. Zumal, wie du ja sagtest, auch Magazine und Fernsehen kostenlos Produkte oder Dienstleistungen bekommen. Und da sieht man nie den Hinweis „Werbung“. Ich bin für Kennzeichnung, wenn Geld geflossen ist, aber ansonsten sollte man mal die Kirche im Dorf lassen. Vg, Nina vom Familienreiseblog https://www.karl-reist.de

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