Die nackten Kandidatinnen von Curvy Supermodel

Bloßstellen, sonst gar nix: nackte Tatsachen bei Curvy Supermodel

Wir sehen es ja jeden Tag in der Fußgängerzone, Frauen ab Größe 42 haben einfach nichts anzuziehen. Deswegen suchen die sich auch jeden Tag Sachen ausschließlich aus der Wäscheschublade, kombinieren Korsetts oder BHs mit Miederhosen, Strapsen oder Minikimonos und gehen dann als Supersexbomben ins Büro oder an die Aldikasse oder wo immer sie Dienst tun. Maximal ein bauchfreies Top, kombiniert mit Shorts ist irgendwo aufzutreiben. Manchmal müssen sie auch den ganzen Tag ihren Busen mit einem Arm zuhalten. Es ist ein Elend…Und heute zum Finale, klar, da ist ein Nacktshooting dran. Was auch sonst…

So jedenfalls stellt es das fragwürdige Showkonzept „Curvy Supermodel“ auf RTL2 dar. Während ich noch bei der ersten Staffel dachte, na ja, das hat Potential, vielleicht ist es eine Möglichkeit zu zeigen, wie schön Frauen aller Figuren sein können. Aber nun ist bei der zweiten Staffel klar, dass niemand hier ein Model sucht, tatsächlich ein besseres Körpergefühl vermitteln will oder gar die öffentliche Meinung dahingehend beeinflussen möchte, auch andere Körperformen jenseits von Größe 36 zuzulassen. Denn die armen Frauen, die da mitmachen, werden eigentlich nur in einem einzigen Outfit  fotografiert: halbnackt bis nackt. Als dralle Sexbomben sollen sie sich präsentieren, nicht als Models für größere Größen. Da werden die Brüste aufgebockt, bis die Trägerin 10 Sekunden nach ihnen den Raum betritt, oder es wird zu Methoden gegriffen, die die Menschenrechtskommission als Folter deklariert: die jungen Frauen müssen eine volle Stunde (!!!) lang in einer möglichst unbequemen Pose ausharren. Oder sie müssen mit unmöglich hohen Schuhen zwischen Scherben langlaufen. Geht’s eigentlich noch? Dagegen ist Heidi Klum mit ihren Folterknechten geradezu human.

Bei der Sendung geht es um Fertigmachen, Beleidigen, Rundmachen der Kandidatinnen, die so wenig Selbstwertgefühl haben, dass sie die miesen Machenschaften von Jury und Sender geflissentlich übersehen und dem hingehaltenen Knochen – den Gewinn der Show – hinterherrennen. Am Ende gibt es nur Verliererinnen dort. Ich bin sauer auf Angelina Kirsch, die doch eigentlich wissen müsste, dass man mit Menschen so nicht umgeht. Ihre Anfänge als Plussize-Model waren bestimmt nicht so furchtbar einfach. Von seelenlosen Söldnern wie Jana Ina Zarella oder Carlo Castro, die sowieso keine Ahnung haben und das tun, was ihnen das Skript vorschreibt, will ich gar nicht reden. Peyman Amin ist zumindest jemand, der viel Ahnung vom Business hat. Den kenn ich, den mag ich auch – und auch bei ihm wundere ich mich ein wenig, dass er sich dafür hergibt.

Warum zeigt man nicht coole Mode für Plussizelerinnen? Es gibt nämlich richtig gute Kollektionen. Warum zeigt man nicht, wie sie gut umgehen mit ihrem Körper, dass man auch fit sein muss, um als Plussize gut auszusehen? Warum nimmt man Frauen in die Auswahl, die auch für Plussizemodelling echt zu voluminös sind?

Ich frage mich, was diese Sendung soll. Ist das für alle Frauen, die Größe 38 tragen und sich freuen, nicht so dick zu sein? Für Männer, die heimlich rundere Frauen doch ganz geil finden? Oder einfach ein Fressen für die Social Media Hyänen auf Facebook und Twitter, die einfach alles zerreissen? Vielleicht erklärt es mir ja eine von euch?

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