Mud Jeans für ein Jahr leasen – nachhaltiger Denim

Dieses Mal habe ich einen besonderen Nachhaltigkeitstipp für euch: Leih dir eine Hose!  Klingt schräg, macht aber Sinn. Auf der letzten Fashion Week im Januar habe ich auf der Ethical Fashion Messe in Berlin Bert van Son kennengelernt, den Gründer des niederländischen Fair Trade und Recycle Jeans Labels MUD. Ich war extrem beeindruckt von der Vielfältigkeit, mit denen Mud Jeans das Konzept Nachhaltigkeit umsetzt: der Jeansstoff hat nicht nur den größten Anteil an wieder recyceltem Denimgarn, es bietet zudem ein Leasingsystem für Jeans, bei dem den Hosen, die nicht mehr von ihren Besitzern gewollt sind, ein neues „Leben“ geschenkt wird. Durch das recycelte Garn erhält die Hose auch eine ganz besonders schöne Farbe und Textur, wie ich finde.

Bereits im Alter von 23 Jahren zog Bert van Son nach China, um einen Job in der Textilindustrie anzunehmen. Doch im Laufe der Zeit wurde ihm das, was er sah, immer unsympathischer: Fabrikarbeiter stehen oft unter Druck, schnell und maximal billig Kleidung anzufertigen und oft steht dabei ihre Sicherheit und Gesundheit auf dem Spiel. Das wollte er anders machen. So hat Mud 2013 “Lease a Jeans” eingeführt. Dieses innovative Konzept ermöglicht es, ohne schlechtes Gewissen zu konsumieren. Mud Jeans wurde so in eine nachhaltige Jeansmarke verwandelt, die bereits mehrere Preise abgeräumt hat (unter anderem den Sustainability Leadership Award und die Peta Vegan Awards). Mud Jeans ist das einzige Unternehmen im Jeansbereich, das voll und ganz nach den Prinzipien der „Circular Economy“ (Kreislaufwirtschaft) operiert.

In der Circular Economy (Kreislaufwirtschaft) werden Produkte so designt, dass sie komplett wiederverwendet werden können. Darum gebraucht Mud keine Lederlabels, sondern bedruckt die  Jeans stattdessen. Bei der Baumwolle fängt es an – die ist BCI und GOTS zertifiziert. Die neue Baumwolle wird mit einem maximal großen Anteil an recyceltem Garn gemischt. Ausgetragene Jeans werden dazu in Stückchen geschnitten, geschreddert und mit frischer Baumwolle gemischt, um neues Garn herzustellen.

Der Kunde hat nun zwei Optionen: eine Jeans borgen oder kaufen. Beim Leihen trägt er sie, solange er will und sendet sie am Ende des Gebrauchs zurück, statt sie wegzuwerfen oder in die Altkleidersammlung zu geben. Zurückgegebene Jeans werden wiederverwertet und als gebrauchte Unikate weiterverkauft, benannt nach ihrem vorherigen Träger. Man kauft sich also eine Jeans mit Geschichte und Gesicht…Die Marke bietet die Jeans bis Größe 33 an, mehr als die meisten. Mud Jeans kosten um die 100 Euro, was ich sehr okay finde – die Jeans werden fair produziert und aufwändig verarbeitet. Rundum gelungen also und mein Tipp der Woche!

 

 

Ein Kommentar

  1. Aber krass, dass MUD Jeans mit keinem einzigen Wort MDBC & Cradle2Cradle erwähnt, wodurch das Verständnis zur Kreislaufwirtschaft in den NL ab 2006 erst populär wurde. Die angesprochene Circular Economy von der Ellen McArthur Foundation ist auch nur ein Teilbereich davon. Aber so pickt sich wohl jeder seine Rosinen ausm Kuchen.

    Zum Leasing: genau das sollte es in allen Bereichen geben. Mieten statt kaufen, Nutzen statt besitzen (iSv Eigentum). Es ist ja alles nur geliehen, und so würde die Herstellungs- und Müllproblematik beim Hersteller verbleiben, der es eh in der Hand hat.

    (ps: oben bei den Lederlabels fehlt ein „nicht“)

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