To Stay: mehr Lebensqualität, mehr Nachhaltigkeit

Ich werde euch jetzt jede Woche montags mit einem Tipp zu mehr Nachhaltigkeit beglücken – so als Wochenchallenge sozusagen. Es würde mich freuen, wenn ihr dabei wärt. Der heutige Tipp passt zum guten Wetter und ist eigentlich simpel: alles mal ein bisschen ruhiger angehen lassen.

Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht: rund 320.000 Becher für ToGo Kaffee werden pro Stunde in Deutschland weggeworfen. Eine gigantische Anzahl, oder? Ein Müllberg, der so nicht sein muss. Denn es ginge doch ganz einfach: sich zu einer Tasse Kaffee kurz niederlassen. Oder, wenn es schon eilig sein muss, dann so stilvoll wie in Italien: Schnell in eine Bar und dort an der Theke einen Espresso oder ein Cappuccino geordert. Und dort lässt man dann die Porzellantasse stehen – ein ToGo-Müllbecher gespart, vielleicht sogar einen netten Plausch mit dem Barnachbarn gehabt, den guten Kaffee genossen, Stil bewiesen und zudem nicht der Hektik anheimgefallen.

Besser leben in der Strandbar!

To Go war mal eine Mode

Ja, es war mal saucool – in den 90ern oder so, zu zeigen, wie wahnsinnig urban, beschäftigt und wichtig man ist. Immer gefragt, immer unterwegs, immer busy, nicht mal Zeit für einen Kaffee oder ein Sandwich. Alles wird im Gehen schnell rein geschoben, schließlich: time is money and money makes the world go around.  Man lebt ein Leben wie die Menschen in New York. Bloß nicht an einem Platz bleiben, auch nicht für 10 Minuten, schließlich könnte 100 Meter weiter schon viel mehr los sein. Jeder und jede rannte mit den Bechern rum. Ich finde das nicht mehr cool, sondern nur noch doof.  Ich finde mittlerweile – so viel Zeit muss sein, dass man nicht mit wackeligem Pappbecher durch die Gegend eiert. Wer beweisen will, wie wichtig er ist, zeigt doch nur, dass er oder sie ein Sklave seiner Arbeit ist, ein Hektiker, der nicht genießen kann – und das ist ziemlich unsexy. Aber genau diese Leute buchen dann in den Ferien Entschleunigungsseminare  oder machen nach der Arbeit Yoga zum Entspannen, wo sie wiederum mit einem Ingwertee  To go einlaufen. Dabei wäre schon mal die erste Achtsamkeitsübung.  Einen Tee oder Kaffee in Ruhe trinken.

Nachhaltigkeit macht schlank

Mittlerweile gibt es alles in Bechern to Go, nicht nur Kaffee. Bratnudeln, Pasta, Pizza, Minikuchen, Salate, sogar Kartoffelbrei oder Braten und Knödel, alles wird to Go mitgenommen. Um es dann irgendwo mit Plastikbesteck hastig zu verzehren. Eine Unsitte, die nicht nur der Umwelt schadet, sondern auch dem Schnellmampfer selbst. Denn bei Stress-Essen schüttet der Körper Stresshormone aus, die das Essen direkt an den Hüften bunkern. To Go macht also fett – klingt komisch, ist aber so. Warum ist es eigentlich so viel geiler, am Schreibtisch zu hocken oder am Kantinentisch, weiter mit den selben Kollegen über die Arbeit zu quatschen statt nett und entspannt in der Sonne zu sitzen, mit einem Porzellanteller und echtem Besteck? Im Flieger zahlt man dafür einen fetten Aufpreis in der Businessklasse.

Und ich lebe lieber Businessklasse.

4 comments

  1. Ich habe mich heute tierisch darüber gefreut, wie ich bei unsrem Kaffeedealer im Büro so Porzellanbecher to go gegen Pfand gesehen habe – bei jeder Tasse Heißgetränk bekommst du gegen einen einmaligen Pfandbetrag von € 15,00 einen neuen, gewaschenen Becher to go. Geile Sache 🙂 Wenn das die ganzen Kaffeeketten machen würden und dann auch endlich akzeptieren, dass man (s)einen Becher dabei hat, dann würde der Müllberg auch gleich kleiner werden.

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  2. Ich bin da ganz die Spießerin: Ich habe immer einen Edelstahlkaffeebecher im Rucksack. Wer mir den nicht füllen mag, hat mich als Kundin verloren

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