Warum ich eine Kochschlampe bin…

Da war ich nun, auf dem Kochblogger Barcamp in Düsseldorf. Es war auf vielerlei Hinsicht klasse. Zum einen habe ich bis vor 1,5 Jahren in Düsseldorf gewohnt (wenn auch nicht lange) und dort doch eine Menge Bekannte, zum anderen konnte ich den Stammsitz meines neuen Arbeitgebers Wildcard Communications in Krefeld besuchen und zum dritten liebe ich das Themengebiet Essen über alles. Die Blogger waren sehr freundlich und lustig – ich bin ja ein Newbie in dieser eingeschworenen Kochbloggerszene, aber schon beim Vorglühen brach das Eis, danke dafür. Die Location des Barcamps war äußerst praktisch gelegen, die Kochschule an der Immermannstrasse – ich war in der Mittagspause am Samstag auch mal ein paar Minuten weg, um mich in den asiatischen Supermärkten der Umgebung umzusehen und die wahnsinnig leckeren gedämpften Char Sui Brötchen zu testen, gefüllt mit geröstetem Schweinefleisch, Hoisinsauce etc, die gab es beim Supermarkt Imbiss nebenan. Fastfood vom Allerfeinsten.  Die will ich demnächst auch machen, Pillsbury-Teig ist ein hervorragender Ersatz für gedämpfte Brötchen aus China. Selbstmachen täte ich die nicht…Und damit komme ich zu meinem Thema, das die Überschrift schon anreißt. Ich hab immer gedacht, ich koche gerne. Also ich koche sehr häufig daheim frisch, für mich, für Gäste, ich backe auch oder lade zum Brunch ein. Aber im Vergleich zu dem, was meine Blogkollegen und Kolleginnen so auffahren, bin ich blutiger Anfänger.

entstanden beim Foodblogger Barcamp Düsseldorf
Pikachu aus Fondant, entstanden beim Foodblogger Barcamp Düsseldorf

Nein, Anfänger ist nicht das richtige Wort – Kochen kann ich ja, Leute, die bei mir essen, sagen auch, ich koche sehr gut. Aber koche nicht ich besonders elaboriert, aufwändig oder künstlerisch. Ich bin eine Küchenschlampe, bei der es fix gehen muss. Bei mir gibt es internationale Multikulti-Hausmannskost, die schnell geht. Das bedeutet, ich bereite sehr fix chinesisches Essen zu oder versuche mich an Gerichten der jüdischen Küche mit Gerichten wie Baba Ganush oder Hoummus – alles Dinge, die echt ratzfatz von der Hand gehen. Burgerbrötchen backe ich nicht selbst, sondern hole sie beim Bäcker, Ravioli kaufe ich frisch vom italienischen Feinkosthändler und mache dann nur eine (zugegeben aufwändige) Bolognese-Sauce dazu, die stundenlang vor sich hinköcheln kann. Aber ein richtig großer Akt ist die auch nicht. Auch nicht meine russischen Teigtaschen, die Steak Sandwiches, mein Blätterteig mit Huhn gefüllt oder mein Lieblingsrezept DanDan Noodles. Mich erfüllt die Vorstellung, länger als eine Stunde in der Küche wursteln zu müssen, mit großem Entsetzen – dazu esse ich viel zu gern und ich bin megaungeduldig – vor allem wenn ich hungrig bin. Das ist leider meist der Zeitpunkt, an dem ich koche. Das sehen viele Blogger anders und ich ziehe tief, tief meinen Hut vor ihnen. Da wird auch noch das kleinste bisschen Essen handgefertigt. Burgerbrötchen, BBQ Sauce, Ketchup, Pommes – alles selbstgemacht, vielleicht auch die Tomaten und der Salat selbst gezogen im Garten. „Für mich ist Kochen Meditation“ meinen etwa die wundervollen Blogger Ilona von No Fast Food Today (die uns zeigte, wie aufwändig das „Fastfood“ Börek sein kann) oder Ulrike von  Küchenlatein. Friederike vom Lebensenergie Blog fermentiert liebevoll ihr Gemüse, die Anja von Meine Torteria oder Sonja vom Burgherrins Blog backen wunderbare Torten und verzieren sie so aufwändig, dass ich nicht aus dem Staunen herauskomme.  (ich hab zum ersten Mal mit Fondant gewerkelt und den Pikachu gebastelt) Bettina von ISS bald fertig macht fantastische Ravioli – vielleicht sollte ich das zumindest auch mal selbst machen – es scheint nicht soooo schwierig zu sein. (Sagt sie, ich bin gespannt). Beeindruckende Blogs waren es fast alle – unglaublich, wie viel Liebe und Energie da rein gesteckt wird. Danke auch an den Kuchenbäcker Tobias, der mir viel über den Bloggeralltag erzäht hat und Lars von Colors of Food, der mir gezeigt hat, wie richtig gute Meringuemasse geht…

Mir hat das Kochen Spaß gemacht an dem Wochenende – aber wäre ich daheim gewesen, hätte ich schnell was gekocht und wäre dann raus und hätte das schöne Wetter genossen. Aber vielleicht werde ich den nächsten verregneten Sonntag dazu nutzen, Marmelade selbst einzukochen, Gemüse zu fermentieren und eine Torte auszuprobieren. Ich hab mich auch für das Barcamp in Reutlingen eingetragen, denn ein wenig mehr Inspiration tut mir gut. Ich sollte da mehr den Zen drin sehen. Den Flow. Das Kochen nicht als Mittel zum Zweck sehen sondern den Weg als Ziel begreifen. Ich werde zweimal kochen müssen – erst was Schnelles für den Hunger und dann ein aufwändiges Gericht hinterher…

 

2 Kommentare

  1. Ganz ehrlich: diese zack-zack-mal-eben-schnell-was-zaubern-Art ist mir viel lieber. Geht mir auch genau so, inklusive der Bewunderung für diejenigen, die das alles ganz sorgfältig machen. Das hat aber nichts mit Ungeduld zu tun, sondern hat (bei mir zumindest) eher diesen asiatischen Grund, wo auch schnell etwas fertig werden soll. Das war immer mein Vorbild. Und ich kenne auch wunderbare Köchinnen, die alles ganz sorgfältig und langsam – slow food – zubereiten und mit der fixen Art nicht zurechtkommen würden, ja die unsere Art noch viel mehr aufregen würde als wir uns über die Entschleunigung ..“wundern“.

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