Yoga in München Chapter One

buddhaDass Yoga aus dem Stadtbild und aus dem alltäglichen Leben von mittlerweile einer nicht unbeträchtlichen Zahl von Yogis und Yoginis in München nicht mehr wegzudiskutieren ist, steht fest.  Ebenso, dass Yoga sich längst aus der müslikauenden Öko – und Esoszene zu einer ganz normalen Freizeittätigkeit wie „ins Fitnessstudio-gehen“ entwickelt hat. Keiner schaut mehr blöd, wenn gesagt wird: Ich muss nach der Arbeit oder vor unserem Date noch schnell ins Yogastudio. Yoga hat einen gewissen Suchtfaktor, wenn man nach wenigen Stunden realisiert, wie gut es tut und dann auch dabei bleiben will. Aus meiner mittlerweile 17 Jährigen Erfahrung als Yogalehrerin kann ich mit Stolz sagen, dass einige meiner Schüler schon seit mehr als 12 Jahren zu mir kommen. Schön, die Entwicklung zu sehen, die viele machen.
In München gibt es mittlerweile eine große Anzahl an Studios, in denen die unterschiedlichsten Stile unterrichtet werden, die doch alle den gleichen Ursprung haben, den Hatha Yoga. Ich teste für Euch die beliebtesten Studios, aber auch die kleinen Perlen, die sich so hier und da verstecken.
Heute schon mal meine Lieblingsstudios – darunter ein paar echte Geheimtipps. Wer Angst hat, sich plötzlich zwischen Six-Pack-Yogagirls wiederzufinden, die während dem Einhandstand auf Instagram posten, den kann ich mit diesen Studios beruhigen, ihr seid hier gut aufgehoben – als Anfänger oder Fortgeschrittene.

Bikram Yogastudio Leonrodstr. in Neuhausen

Anfangen möchte ich mit dem Bikram Studio in Neuhausen. Lange Zeit habe ich mich gewehrt, ein Bikram Studio zu betreten. Es gab zu viele negative Schlagzeilen, die sich um den Oberguru Bikram ranken, die hielten mich davon ab. Doch letzten Winter war es soweit. Eine Freundin, der auch immer so kalt ist wie mir, überredete mich, mitzukommen und weil ich eh ein Saunafan bin, gab ich mir einen Ruck und tat es. Ich kaufte mir eine 20-Tages-Karte für 20 Euro. Das heißt, man kann 20 Tage hintereinander für 20 Euronen in den Genuss von Bikram kommen – und ich sag Euch: es ist wirklich ein Genuss. Das Studio in einem Hinterhof am Rotkreuzplatz ist warm und einladend in einem schönen Stil, mit ein bisschen Buddha ChiChi und gut ausgesuchten Produkten wie megageilen bunten Yogaleggings usw. ausgestattet. Angenehmes Licht und eine gedämpfte Stille erwarteten uns. Die Studiobesitzerin war ausgesprochen nett und bemüht, alles gut verständlich zu erklären. Ich lieh mir eine Matte aus (3 Euro)und los ging’s. Der Umkleideraum, schön und stylisch, Holz und Fliesen, war mollig warm aufgeheizt. Und dann ging es in den auf 38 Grad aufgeheizten Yogaraum. Unbeschreiblich, die tolle wohlige Wärme. Eine kurze Hose und ein Tanktop reichen völlig aus zum yogen. Der große Raum füllte sich langsam und wir bauten unsere Matten vor einem großen Spiegel auf. Es kamen große Leute und kleine, Dicke, Dünne, Schwangere, Junge, Alte. Ein guter Durchschnitt durch alle Altersgruppen. Und dann ging es los.
Dadurch, dass die Muskeln von Anfang an schön warm sind durch die Hitze im Raum, fühlten sich die ersten Übungen, die im Stehen praktiziert werden, schon ganz easy an. Der Schweiß läuft von Anfang an ununterbrochen, man hat zwischendrin immer wieder kurze Trinkpausen, die auch wirklich notwendig sind. Irgendwann meldete sich mein Kreislauf, so das ich selbst als alter Yogahase immer wieder pausieren musste. Ich kämpfte mich tapfer durch die Stand -in die Lieghaltungen und irgendwann nach gefühlten 3 Stunden endlich der Drehsitz und dann Savasana. Schade finde ich, dass die Leute nicht liegen bleiben und wirklich ihre wohlverdiente und notwendige Abschlussentspannung geniessen. Ich blieb einfach 10 min liegen und war fix und foxy, aber happy und das Wichtigste: mir war warm bis auf die Knochen. Der Duschraum war darum schon wieder schön leer, so dass wir uns in Ruhe waschen und wieder ankleiden, Haare föhnen und ready for outside machen konnten. Im gemütlichen Vorraum standen Wasser, Tee und Äpfel bereit. Man fühlt sich wirklich willkommen und ich habe natürlich mein Probeabo bis zum letzten Tag ausgenutzt. Von Tag zu Tag wurden es einfacher sich in den Asanas (Übungen) zu halten. Schön ist auch, dass es scheißegal ist, wie man aussieht, auch wenn die Wampe über den Hosenbund quillt schaut keiner blöd wie in manchen stylischen Hipsterstudios.
Fazit: 10 von 10 Sternen und wenn mir kalt ist, gehe ich immer wieder gern ins Bikram Yoga. Trotz allem ist bei sehr kaltem Wetter Vorsicht geboten, nach einer Bikram Stunde sollte man viel viel viel Wasser oder Tees trinken, da ein enormer Stoffwechsel-und Entgiftungsprozess in Gang gesetzt wird. Außerdem sollte man sich warm einpacken, da die Muskeln viel mehr gedehnt sind als sonst im Winter und durch das plötzliche Heraustreten in die Kälte könne sie sich abrupt zusammen ziehen, so das die Verletzungsgefahr erhöht ist. Preislich ist das Bikram auch angemessen, wenn man bedenkt das das Studio vermutlich enorme Strom-und Heizkosten hat und man wirklich in einem schönen Ambiente yogt. Die Dropin Stunde liegt bei 22 Euro, Monats -oder Jahreskarten lohnen sich auf jeden Fall, wenn man addicted ist. Bikram Yoga

Shanti Om Studio in Haidhausen

Weiter geht’s mit einem kleinen aber feinen Studio in Haidhausen in der Lothringerstr., dem Shanti Om von Mangala Nakazono. Eine meiner liebsten Lehrerinnen in München. Nah beim Ostbahnhof und Weissenburger Platz befindet sich neben einem kleinen Park das warme und gemütliche Studio. Der Raum ist groß genug, um ca. 25 oder, wenns eng wird, sicher auch ein bissl mehr Matten auszurollen. Der Boden ist aus dunklem Parkett und es gibt eine kleine Empore am Ende des Raumes, so kann man die Lehrer besser sehen, wenn sie Übungen vormachen. Umkleide und Toilette sind schön und warm eingerichtet. Alles hat seinen Platz, auch der kleine Ganesha sitzt im Regal. Es stehen immer Tee und leckere Kekse bereit. Das Publikum ist sehr nett und für einen Ratsch in der Umkleide reicht es immer. Mangala unterrichtet sehr schön mit einer super tiefen Atemführung (dazu wunderbare chillige Yogamusik und ihre tiefe angenehme Stimme) Dass sie lang in Indien gelebt hat und dort auch Yoga gelernt hat, merkt man natürlich an ihrer perfekten Asanabeherrschung und ihrem großen Schatz an Yogawissen, vor allem über die Asanas. Sie weiß, wie man super in tiefere und fortgeschrittene Asanas geführt wird. Dennoch hat man nie das Gefühl, dass man, wenn man nicht so flexibel und fortgeschritten ist, fehl am Platze ist. Sie holt einen wirklich da ab, wo man steht und lässt ihre Schüler in ihren Grenzen. Einmal im Monat gibt es einen MINIworkshop, das heisst 2 Stunden intensive Asana und Pranayama Praxis und im Anschluss eine einstündige Meditation, meist bewegt wie Tanzen oder Kundalinimeditation von Osho. Ihr Mann Akal macht regelmäßig Freitag abends eine Tanzmeditation und legt dazu hotte Beats auf. Ein paar Stunden in der Woche werden auch von anderen erfahrenen Lehrern unterrichtet.
Sehr zu empfehlen sind die regelmässigen Retreats von Mangala im Sommer auf Korfu im Alexis-Zorbas-Zentrum in Arillas und im Winter im Jonathan am Chiemsee.
Preislich liegt die Einzelstunde bei 17 Euro und die Monatskarte mit 90 Euro ist ein super Schnäppchen. Man kann auch 5er oder 10er Karten erwerben und Studenten bekommen Rabatt. Fazit: 10 von 10 Sternen für das familiäre Ambiente, die fairen Preise und die entspannenden Yogastunden. Shanti Om

Yam Yogastudio Ainmillerstr. Schwabing
Noch ein bei mir sehr beliebtes Studio ist das YAM von Regina Gambarte. Superfix zu erreichen von der UBAHN Giselastr. und nah an der Leopold. Im ersten Stock erwarten einen ein kleiner gemütlicher Vorraum in dem man wenn man früher da ist Tee trinken und lesen kann. Aber auch coole Yogashirts und Yogazeitschriften kann man erwerben. Man wird vom Yogalehrer freundlich erwartet und auch hier wird vor der Stunde noch ein bissel geratscht und getratscht. Es wird gefragt wie es einem geht. Kurzum wieder eine liebe , freundliche Atmo und man fühlt sich gleich gut aufgehoben. Wenn Regina nicht selbst unterrichtet dann eine/r von ihr ausgebildeteten Yogalehrerinnen/Lehrer. Die Umkleide und Toilette sind sauber und gross genug, um alles zu verstauen. Matten, Gurte, Blöcke, Bolster… alles da was man braucht.
Die Stunden bei Regina sind dynamisch und getragen von cooler bis meditativer Musik. Ein toller Mix aus allen möglichen  Richtungen. Sie hat ein riesiges Wissen über Yogaphilosopische Themen die sie an den richtigen Stellen einsetzt und auch ins alltägliche Dasein überträgt. Auch ihre ruhigeren Yinstunden sind immer einen Besuch wert.
Im Studio wird noch viel mehr angeboten: Meditationsworkshops, Thaimassageworkshops, Ausbildungen, Retreats, Kirtans. Ein sehr lebendiges Studio, in dem viel passiert, und in dem jeder auf seine Kosten kommt.
Auch hier: 10 von 10 und Daumen hoch. Schade, dass es kein veganes Deli wie in der Augustenstrasse mehr dazu gibt. Dafür kocht und backt Dominik aus dem Yam Deli jetzt im Rebella Bex Cafe. Yam Yoga

Rebella bex Food and Move

Und da hab ich den Bogen auch schon zum nächsten Studio mit veganem Cafe bekommen 😀 Hier kann man vor oder nach dem Yoga noch im Cafe chillen oder eine außergewöhnlich leckere Buddha Bowl zu sich nehmen. Das Angebot an veganen Speisen und Getränken ist vielfältig und wechselt täglich.

Von Montag bis Freitag werden verschiedene Yogastile unterrichtet (Vinyasa Flow, Asghtanga Style, Stralayoga, Yinyoga , Yangyoga) und an den Wochenenden laufen öfter mal interessante Workshops, Flohmärkte etc. Neulich zum Beispiel war ein Workshop mit Jang Ho Kim, ein sehr beliebter Lehrer in der Szene. Das Studio ist klein, aber fein. Unter einem riesigen Kronleuchter lässt es sich auf einem wilden Fussboden (mit Fussbodenheizung) gar schön yogen. Yogamatten müssen mitgebracht werden, sonst ist alles an Equipment vorhanden.

Fazit: natürlich 10 von 10 …….kommt vorbei. Jetzt im Frühling und Sommer lädt der grosse begrünte Innenhof zum chillen ein bei einer leckeren hausgemachten Limo oder Biokaffee. Rebella Bex

Hemma in Neuhausen

Das Hemma ist ein Hinterhofstudio, leicht zu finden. Man geht durch einen gemütlichen Vorraum mit Liegewiese und durch den Yogaraum in die Umkleide oder benutzt den Eingang am anderen Ende (vielleicht ist das aber auch kein Vorraum, ich hab ihn jedenfalls so benutzt) Der Yogaraum hat schon fast Wohnzimmeratmosphäre und es können ca. 15 Leutchen gut zusammen praktizieren ohne sich die Nasen bei Vorbeugen in den Allerwertesten des Vordermanns zu stecken. Ich persönlich gehe gern zu meiner Lehrerin, bei der ich auch meine Ausbildung gemacht habe. Sehr zu empfehlen die Montagsstunde um 19:00 Uhr bei Vatherine von Günther. Die Umkleide ist geräumig und in der kleinen Küche steht immer ein Tee bereit. Alles ist sehr schön und hell gehalten mit bunten Accesoires, man kann Bücher, DVD`s und andere Kleinigkeiten erwerben.
Sehr gut hat mir der Button mit der Aufschrift „Heldin“ gefallen. Matten, Gurte, Decken – alles da im Studio. Die Klientel ist auch angenehm freundlich. Ich habe sogar ein paar Männer gesichtet, was in vielen Studios außer den gro8en nicht so alltäglich ist (Männer ihr müsst mehr Yoga machen, sonst fehlt die Shiva Energie in den Studios!) Ansonsten gibt es viele Kurse für Schwangere, Mamis, es gibt Ausbildungen und Workshops. Und viele Yogastunden mit tollen Lehrern. Auch wieder ein Studio, in dem es lebt. Somit auch hier 10 von 10 Punkten. Hemma Yoga

Demnächst werde ich mich weiter in den Yogadschungel vorwagen und noch mehr Studios testen.

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