Gesellschaft

Alnatura Alptraum

Es war mal wieder so ein Erlebnis, das einen am Verstand seiner  Mitmenschen zweifeln lässt.  Samstag Nachmittag im Alnatura an der Sonnenstraße. Der Laden ist voll. Eine Kasse ist offen. Ein Vater (natürlich mit Jack Wolfskin Jacke) hat seine beiden kleinen Töchter im Schlepptau. Offensichtlich erledigt die Familie gerade den Wocheneinkauf. Dass die Kinder die ganze Zeit über falsch Jingle Bells plärren, kann man noch lustig finden.

Was man nicht mehr lustig finden kann, ist, dass nicht nur der Vater einen Einkaufswagen hat, sondern jede der kleinen Töchter. Der Vater füllt  seine Waren aufs Band geht dann vor die Kasse, um sie wieder einzuräumen –  nun kommen die Töchter an der Reihe: die legen nicht nur jede Karotten liebevoll einzeln aufs Band, sondern dazwischen andere Waren,  dazwischen wieder Karotten, so dass der Kassierer jede Karotte einzeln abgewogen und eingetippt hat.  Ich sage nur: es waren sehr viele Karotten. Sehr, sehr viele. Mittlerweile reicht die Kassenschlange bis ans Ladenende und ich bin sicher, jeder einzelne andere Einkäufer spielte in Gedanken die Karottenmorde aus „Shoot them up“ nach.  Ich hab den Vater dann darauf angesprochen, ob das jetzt sein müsse, worauf der nur patzig meinte, wenn man es eilig habe dürfe man eben nicht am Samstag einkaufen. Gut, dass der Mann einige Meter von mir weg stand, ich hätte ihm sonst eine Karotte sonstwohin gerammt. Das sind die Momente, an denen man Eltern echt hasst. Jedenfalls die mit 5 Kilo Karotten…

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

14 Kommentare zu “Alnatura Alptraum

  1. Wie treffend beschrieben ! Leider sind derartige Vorfälle längst kein Einzelfall mehr . Was wird aus solchen Kindern die mit hingebungsvoller Affenliebe grossgepämpert werden?
    Die nächste Generation u die Gesellschaft müssen es ertragen .
    Schönen Sonntag
    P.S habe selbst zwei Kinder

    Gefällt mir

    • Nigel Tufnel

      Ach ja, und übrigens:
      Sowas gibt es vermutlich nur in München.
      Auf dem Land hätte die gesamte Kassenschlange dem besagten Papa Bescheid gesagt.

      Gefällt 3 Personen

  2. Was sich oft an den Ladenkassen abspielt, könnte ein Buch füllen.
    Volle Zustimmung an Herrn Prauser. Kinder sind ein Segen – der Fluch sind manche Eltern.

    Gefällt 4 Personen

  3. Irgendwann überschreiten bestimmte Grenzen und werden Rüpeleltern… die dann glauben, dass das ganze aktuelle Umfeld sich komplett den Wünschen und aktuellen Bedürfnissen ihrer Kinder unterzuordnen haben.
    Alles andere wird dann als kinderfeindlich gebrandmarkt. Letztlich schürt aber solch ein Eltern-Verhalten erst Kinderfeindlichkeit.

    PS: Damit gar nicht erst Fragen aufkommen: Ich hab 2 Kinder. Und die sind groß geworden, ohne dass wir allen Mitmenschen endlos viel Toleranz und Geduld für alles Mögliche abverlangen mussten.

    Gefällt 6 Personen

  4. Ihnen wünsche ich mindestens 2 Kinder. Oder einen Achtsamkeitskurs. Was für ein toller Papa…

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: