Berg(e) Essen auf dem Tollwood

Tollwood ist eigentlich nicht ein, sondern drei Festivals: es ist ein Konzert- und Eventfestival, es ist ein bunter Markt mit vielen Ständen und es ist ein Foodmarkt. Bei den Konzerten geh ich immer in die „Tief im Wald Bar“, da ist meistens etwas los und meistens gefällt mir die Musik richtig gut. Kostenlos spielen Bands wie die „Isarrider“ oder „Die Czardas Fürsten“ komplette stundenlange Konzerte.  Die Isarrider rund um ihren Sänger Roland Hefter sind mittlerweile Kult, da ist das Zelt bis auf den letzten Platz gefüllt. Wahnsinnstimmung – und das für lau, das ist schon ziemlich einmalig.

Bei den Ständen herrscht ein buntes Multikulti, Yogaklamotten wechseln mit Naturseifen, Gewürzständen, viele Händler bieten bunte alternative Bekleidung, Filzpantinen oder Seidentücher an, komplizierte Wickelwesten oder Haremshosen. Dazwischen Kunst, Kerzen, Kissen oder Hängematten. Leider finde ich immer wieder was, ich versuche zwar die Stehrümchenanzahl in der Wohnung zu dezimieren, dafür musste dieses Mal eine Tajine für die Küche her, mit der ich marokkanische Gerichte originalgetreu kochen kann. Dazu demnächst mehr, wenn ich meinen ersten Versuch damit starte.

img_2056Gestern habe ich dann den dritten Teil, den Foodmarkt, in aller Ausführlichkeit getestet. Wir waren mit vielen Foodbloggern auf dem Festival, um das Essen derjenigen Stände zu probieren, die einen Gastropreis abgeräumt hatten. Die Preise werden nach Besucherzufriedenheit vergeben: Studenten laufen tagelang durchs Festival, befragen die Besucher nach Qualität und Service. Und am Schluss gibt es Favoriten. Was mir besonders aufgefallen ist: gewonnen haben nicht die Exoten aus Äthiopien oder der Karibik, die ich normalerweise esse (weil ich halt neugierig bin), sondern die ganz bodenständigen Spezialitäten, die ich sonst immer eher links liegen lasse. Ich hab mich gefreut, sie gestern testen zu können, denn ich habe festgestellt: ich hab eine Menge dabei verpasst. Beim Wintertollwood gewinnt klar die Bergküche, herzhafte Hüttenspezialitäten. Zum Beispiel die Spiralkartoffeln mit Kräuterquark und die Pulled Beef Semmeln von der Kartoffelei, die rustikalen Minifondues vom Fondue Baron oder Käsespätzle von der Genusswerkstatt. Mir haben es mal wieder die Pulled Beef Semmeln angetan, bei denen Rinderbrust 37 Stunden langsam geschmort wird und dann mit einer speziellen „Dirty Harry“ Sauce von Münchner Kindl serviert. Unfassbar gut. Daran hätte ich mich beinahe satt gegessen, dabei waren wir erst am Anfang des Rundgangs. Einen Stand auf Tollwood hat übrigens auch wieder die Ochsenfetzensemmel von Ringlers OX, die mittlerweile die lätscherte Wiesnsemmel der Ochsenbraterei um Meilen schlägt.

img_2034Bei den Getränken gewinnen die Gallier. Oder besser gesagt, der Zaubertrank von der Druidenbar, der im Kupferkessel auf holzfeuer stilecht vor sich hinkocht und in kleine Pullen abgefüllt wird. „Misteln sind keine drin“ verriet der Besitzer der Bar, „aber Ingwer“. Den und den Kräutermix schmeckt man deutlich. Die Rezeptur wurde lange entwickelt, jetzt ist der Trank perfekt. Übermenschliche Kräfte verleiht er nicht, aber er macht fröhlich und gut gelaunt. Und bei mehr als einer Flasche wird man sicher auch übermenschlich charmant. Dafür reicht im Saloonium schon einer der heißen Chaipis mit Whiskey, der haut einen aus den Stiefeln wie Obelix die Römer. Da schaffe ich gerade mal einen halben Becher, weil lallen will ich nicht. Aber überall warten sie bei Tollwood auch mit entschärften alkoholfreien Spezialitäten auf. Übrigens – alles ist Bio, darauf wird geachtet. Es gibt kein Wegwerfgeschirr aus Plastik und mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, Stoffservietten für einen Euro zu kaufen oder zu leihen, um diesen Müll zu vermeiden. Das finde ich gut, aber beim ersten Besuch auf Tollwood hab ich das nicht gewußt und musste dann mit fettriefenden Händen nach einem Papiertaschentuch herumfragen, in meine Handtasche hätte ich so nicht gegriffen…

Bei den Desserts gewinnen auch die Hammerteile, der Schokodöner und der Stand „wie bei Oma“ im „Esszimmer“ -Zelt.  Der Schokodöner ist gewaltig. Heisse, frittierte Waffeln gefüllt mit Kirschen, jeder Menge Schokoraspeln und Sahne. Die heißen Waffeln lassen die Schokolade schmelzen zu einer süßen Sauerei. Bei Oma gibt es auch Frittiertes, Apfelkücherl, arme Ritter und eine Spezialität aus Südtirol, die ich nur als „frittierte, süsse Spätzle“ beschreiben kann. Selber probieren!

Mit dabei: Muenchen.de, Isarblog, Bananenschneckerl, Reisen und Essen, Muc to goHappy Plate und viele mehr. Liebe Grüße an euch alle!

5 comments

  1. Liebe Katrin,

    es war schön, dich gestern wieder einmal zu sehen und gemeinsam mit den anderen und dir die unnachahmliche Atmosphäre auf dem Tollwood zu genießen. Für mich war dies garantiert nicht der letzte Besuch in diesem Jahr!

    Meine Eindrücke folgen am Sonntag.

    XOXO

    Sissi

    Gefällt 1 Person

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