Revolution unter dem Kopftuch

3208335_478x268Ich war gestern auf ARTE schwer beeindruckt von einem Bericht über Frauen in Saudi Arabien „Die heimliche Revolution“ . Ich fand das spannend, dass endlich mal mit den Frauen geredet worden ist und nicht nur über sie. Der Bericht zeigt, wie satt viele Frauen die alten Rollenklischees haben, wie verzweifelt sie einen Weg aus ihrer Misere suchen und wie sehr sie dafür kämpfen müssen, im öffentlichen Leben sichtbar zu bleiben. Frauen als Anwältinnen, Bäckereibesitzerinnen, Verkäuferinnen im Wäschegeschäft, sogar Frauen im Stadtrat udn als Chefredakteurin. Künstlerinnen, die versuchen, in geschützten, sehr privaten Rahmen ihre Kunst zu zeigen oder sogar das Kopftuch abzulegen. Bislang alles für Frauen undenkbar. Und es ist immer noch schwer, denn die Frauen bekommen Morddrohungen, sie werden von Sittenwächtern belästigt und von der Familie verstoßen.

Die Filmemacherinnen aus Deutschland, Carmen Butta und Gabriele Riedle, begleiten die mutigen saudischen Frauen in ihrem harten Alltag und sie berichten von den Chancen und den Schwierigkeiten, zum Beispiel ganz banal von A nach B zu kommen, ohne öffentlichen Nahverkehr und ohne selbst ein Auto fahren zu dürfen. Aber sie sehen das pragmatisch „Wir Frauen geben unsere Kommandos von der Rückbank. aber wir sagen wo’s lang geht.“

Wobei sie auch nicht die Vorteile verschweigen, die sie haben, wenn das althergebrachte Rollenbild gilt. Dann sind sie zwar eingesperrt, aber in einem goldenen Käfig, in dem ihnen die Taschen nachgetragen und ihnen der Müll herausgebracht wird. „Ich möchte schon umsorgt werden. Ich bin eine Frau“ Aber da werden sie sich entscheiden müssen – Freiheit oder Bequemlichkeit. Leider.

Wer den Film ansehen möchte – und das sollten bitte alle – er ist noch 28 Tage in der Mediathek verfügbar.

http://www.arte.tv/guide/de/063634-000-A/die-heimliche-revolution

2 Kommentare

  1. Ich denke, die Mädels dort haben noch einen sehr langen Weg vor sich. Und das ist das Problem mit den Dokumentationen. Es wird ÜBER sie geredet, weil sie mit den Interviewern nicht reden DÜRFEN.
    Den Bericht hätte ich auch gerne gesehen. Schade, dass ich ihn verpasst habe.
    LG
    Sabienes

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