Kunst, Design und Krempel in München

Es gibt Leute, die nicht gerne einkaufen. Denen ist es zuwider, durch die Stadt zu stöbern, sich am Samstag durch kleine Geschäfte und große Ketten zu quetschen und mit einem Berg Dinge heimzukommen, die man braucht – oder auch nicht. Zu diesen Menschen gehöre ich nicht. Gar nicht. Manchmal beneide ich sie ein wenig. Menschen, die mit Effektivität alle paar Monate in die Stadt latschen, schnell und präzise kaufen, was sie benötigen – nicht mehr! – und wieder heimfahren, nötigen mir Respekt ab.

Aber nur manchmal. Für mich wäre das nichts. Ich finde die besten Dinge immer dann, wenn ich gar nicht danach suche. Ich bin auch nicht so der Fan von Online-Käufen. Ich muss Stoffe fühlen, Farben sehen, ausprobieren, anprobieren, ich habe einfach keinen klassischen Body, an dem alles von der Stange gut aussieht. Manchmal passt 38, manchmal 44 – je nachdem. Und die besten Sachen sind sowieso die, die man einfach so findet. Und das geht ja nicht so gut beim Onlineshopping.

Ich habe jetzt mal eine Reihe an schönen Läden zusammengestellt, in denen ich öfter meine Sachen kaufe. Manche davon sind durchaus Kette. Manche sind klein, manche groß, manche zentral gelegen, manche ab vom Schuss. Aber allen ist gemein, dass das, was sie verkaufen, liebevoll ausgesucht ist und – noch wichtiger – liebevoll beratend an die Frau (oder den Mann) gebracht wird. Da kommen jetzt übrigens einige Artikel, als erstes sind die Schnickschnack-Läden dran. Da, wo man Dinge ersteht, die man liebt, aber die man garantiert nicht braucht.

Mohrmann Basics

Wenn ich an diesen Laden denke, stelle ich mir englische, exzentrische Ladies als Kundschaft vor. Oder so große alte Damen wie Iris Apfel. Denn die Mode und die Einrichtungsaccessoires, die man dort kaufen kann, sind alles andere als Basic, sondern das, was man normalerweise als „Bohemian Chic“ definieren würde. Im Prinzip genau meins. Vieles davon eignet sich perfekt für den dramatischen Auftritt, wie Kaftane, glitzernde Ballarinas, Mäntel mit dramatischen Fakefurkrägen oder die spleenigen Stehrümchen macht die Wohnung einfach wunderbar und skurril. So wie jezt zur Weihnachtszeit Christbaumkugeln mit indischen Gottheiten. Diese Art Humor liebe ich! Ursprünglich lag der Fokus mal auf Wäsche, aber die spielt nur noch eine Nebenrolle. Und es ist eine sehr nette, preiswerte und ethnobeeinflusste Eigenmarke hinzugekommen. Am Wiener Platz in 81667 Haidhausen oder in der Maffeistr. 6 (5 Höfe; 80333 München)

Sapino Spielwaren

Der kleine Laden meiner Freundin Margarethe Tannenbaum liegt nicht an einer Laufstrasse, aber in etwa 3 Minuten Gehnähe vom Rosenheimer Platz im kinderreichen Haidhausen ideal für das Weihnachtsshopping (Balanstraße 10, 81669 München). Was ich an Sapino so mag ist, dass der Laden auch in der Winkelgasse liegen könnte, so voll ist er und lädt zum Entdecken ein. Ich finde dort immer wieder wunderschöne, hochwertige Spielwaren für meine Neffen und Nichten und auch immer mal wieder was für mich: vor allem hat es mir eine Handpuppe namens „Jammerlappen“ angetan, mit der ich schon einige Lachkrämpfe erzeugt habe, weil ich sie bei Liedern von deutschen Heulbarden wie etwa Xavier Naidoo habe „mitsingen“ lassen.

Christ

Es muss ja nicht immer ein Tattoo sein, wenn man sich an etwas erinnern will. Namen, Daten, Sinnsprüche lassen sich genausogut auf ein Schmuckstück als auch unter die Haut gravieren. Nur, dass es auf dem Schmuck weniger „gravierende“ Folgen hat, wenn man seinen Sinnspruch oder gar den Namen des Liebsten ändern möchte. Ich hab mir bei Christ jetzt einen Armreif von Thomas Szabo gravieren lassen „Follow your true north“ – etwas, bei dem ich eben auch mit einem Tattoo geliebäugelt habe. Aber wenn ich im altersheim nicht mehr meinem inneren Kompass folgen will, kann ich den Armreif einfach ablegen.

Tiger Store

Der Tigerstore aus Dänemark mag ein alter Hut für Hamburger oder Berliner sein, aber er ist ein Neuzugang in München (Leopoldstraße 25, 80802 München) – günstiges skandinavisches Design in einer Art Aldi voller Wühltische voller Design. Und zwar von schön und stilvoll zu kitschigem Trash. Wunderbar! Schon ab der Eröffnung drängeln sich die Münchner und laden sich kiloweise Sachen in ihre Einkaufskörbe. Ich hab mir etwa eine ziemlich spacige Glühbirne gekauft, die sich dreht und eine Art Discobeleuchtung ins Wohnzimmer zaubert. Das fällt wohl eher in die Kitschkategorie.

img_1879Weißglut

Es wird ja viel gejammert, München hätte zu viele Kettenläden und zu wenige Conceptstores. Und ein bißchen stimmt das ja auch, denn wer kann sich die horrenden Mieten eigentlich leisten? Eben, nur die Läden, die einen weltweiten Auftritt hinlegen können. Einer der wenigen Concept Stores, die mich begeistern, ist Weißglut (Hohenzollernstrasse 8; 80801 München). Oben gibt es edle Einrichtungsaccessoires, unten Mode. Alles preislich günstig, aber wunderschön und sehr geschmackvoll. Wer Erdfarben oder Naturweiß liebt, sanfte Grüntöne, kupferfarbene, filigrane Accessoires, der wird hier happy.

Living Colour

Gleich bei Weißglut ein paar Meter weiter an der Hohenzollernstrasse 39 findet sich ein weiterer Concept Store, der Einrichtungsfreunde erfreut.  Neben kleinen Accessoires kann man bei Living Colour auch Wandfarben kaufen und sogar individuelle Fototapeten erstellen lassen. Ideal auch für kleinen Weihnachtskrempel wie die Kweepiepüppchen als Schutzengelchen.

Servus Heimat

Gar nicht skandinavisch, aber auf eine moderne Art Bayerisch sind die Stores von „Servus Heimat“ (Tal 20, 80331 München, Deutschland) Das „Fachgeschäft für Heimatliebe udn Herzlichkeit“ kommt immer dann ins Spiel, wenn ich Leuten ein typisch münchneirsches Geschenk machen will. Oder mir selbst. Die Tasse mit der Aufschrift „Dahoam“ hat mich selbst auf meiner Berufs-Reise durch Deutschland begleitet und mich immer daran erinnert, wo ich daheim bin und letzendlich hingehöre. Jetzt bin ich wieder da.

Wenn ihr weitere Tipps habt, für München oder andere Städte, schreibt sie doch in die Kommentare.

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