Hallo München – ich bin zurück!

Die Blogparade des Blog.Muenchen.de „Was ich an München vermissen würde“ erschien mir als ein guter Wiedereinstieg. Ich weiß, ich habe diesen Blog – und damit meine Leserschaft – ein langes halbes Jahr vernachlässigt. Es tut mir leid. aber ich habe unterschätzt, welche Belastungen so diverse Sachen mit sich bringen. Physisch und psychisch und zeitlich. Aaaaaalso, dann fange ich mal kurz an: im April bin ich aus Düsseldorf weggezogen. Mit Movinga, was sich als schwerer Fehler herausstellte. Denn deren Dienstleister hatte einfach mal den Tag total zugebunkert aus Gier und mehr Umzüge angenommen, als er handeln konnte. Und so saß ich am Morgen des Umzugs auf gepackten Kisten – wer nicht da war, war das Umzugsunternehmen. Es folgte ein Tag voller Geschrei am Telefon mit immer neuen Callcenterleuten, ich war verzweifelt, dann kamen am späten Abend 2 Leute mit einem zu kleinen Laster, der Umzug ging durch die ganze Nacht, am Ende lag ich um 5 Uhr morgens in der Ecke und heulte unkontrolliert. Dieser Umzug war eins der schlimmsten Erlebnisse meines Lebens. Ich kann nur jedem abraten, jemals was mit Movinga zu buchen – das geht gar nicht!

Ich war dann sehr glücklich, irgendwann am nächsten Tag in München anzukommen und die Stadt begrüßte mich mit Blumen in meinem Garten in Berg am Laim. Und Freunde holten mich zum gemeinsamen Grillen ab. Daheim…endlich wieder daheim. Es folgte jedoch bald der Umzug ins neue Büro in München, die Firma, für die ich gearbeitet hatte in Köln/Düsseldorf war mit einer anderen PR Firma fusioniert – wieder Hektik und Unruhe und zu wenig Zeit für die eigentlich wichtigen Dinge. Dazu bin ich aus Herzensgründen regelmäßig nach Frankfurt gependelt am Wochenende. Und, als ich gerade dachte, so, jetzt hab wieder ein bißchen Ruhe im Leben, brach vor meinem Bürofenster die Hölle los. Wenn ich euch sage, dass ich am Olympiaeinkaufsscenter arbeite, mit Blick auf den McDonald’s, muss ich nichts weiter sagen, oder? Das hat mich wirklich ziemlich umgeschmissen, mehr als ich es zuerst realisiert habe.

Bayerischer Hof TerrasseTrotzdem – oder gerade deswegen – ich bin glücklich, wieder eine Münchnerin sein zu dürfen. Das bringt mich dazu, aufzuzählen, was ich alles vermisst habe. Natürlich hab ich meine Freunde vermisst, mit denen es mir gelungen ist, über alle räumlichen Entfernungen eine stabile Beziehung aufrecht zu erhalten. Trotzdem ist es schön, sie häufig sehen zu können! Ich habe das Münchner Lebensgefühl vermisst, dieses „a bisserl was geht immer“. München strahlt eine ruhige Gelassenheit aus, als gingen einen die Probleme der Welt nichts an. München lebt Multikulti und Toleranz ganz unkompliziert, ganz nebenbei, ohne ein Gewese darum zu machen. (klar, ich bin nicht naiv, wir haben hier auch viele Probleme, aber ich mag die Münchner Haltung, dass sich für alles eine pragmatische Lösung finden läßt)

Aber vor allem habe ich die unfassbare Schönheit dieser Stadt vermisst. Die wunderbaren Plätze, die Terrasse vom Bayerischen Hof, auf der Norbert Schmitz seine tollen Luna-Parties feiert, der Blick von den Münchner Brücken auf die Isar, die sich glitzernd durch ihr renaturiertes Flussbett windet, gesäumt von ausgeblichenem Treibholz und weißen Steinen, die in blendendem Kontrast zu den grünen Wiesen stehen. Die Türme der Münchner Kirchen, die rosig angestrahlt in den Abendhimmel ragen. Den Odeonsplatz, mit der erhabenen Monotonie der Ludwigstrasse und dem kleinen Ausblick auf den Residenzgarten. Und mit den Stühlen vom Cafe Tambosi, die beim ersten Sonnenstrahl draussen stehen. Es blutet mir das Herz zu wissen, dass das Cafe  bald Geschichte ist…das Maximilianeum, das sich wie eine Mauer der Verläßlichkeit am Ende der goldenen Maximilianstrasse steht. In der Strasse sprechen die Verkäuferinnen russisch und arabisch, Burkaträgerinnen mit Taschen für viele tausende Euro mixen sich mit deutschem Adel und russischen Geschäftsleuten mit ihren hypergestylten Frauen. In Düsseldorf haben die Frauen auf der Kö alle versucht, auszusehen wie Carmen Geiss. Und das auch geschafft. Ich habe den englischen Garten vermisst, dessen Wiesen rund um den Monopteros mir immer wie ein Elysium vorkommen, wo es schön ist und alle Leute, die dort spazierengehen, picknicken, mit ihren Hunden spielen oder schmusen glücklich und zufrieden sind. Ich hab die Wiesn vermisst, die dieses Jahr fantastisch war, ruhig und familiär und wieder so gemütlich wie sie immer hätte bleiben sollen.

2351Ich habe den Dallmayr oder die Käfer Supermärkte vermisst, die Hofpfisterei, das Tegernseer Bier, die guten italienischen Restaurants und Espressobars – das alles gibt es in dieser Qualität nur hier zu diesen Preisen. Andere Städte mögen billiger sein, besser sind sie nicht. In München zahlt man mehr, bekommt aber auch mehr. Das habe ich woanders schätzen gelernt. Und Brezen!!!! Echte, richtige Brezen!!!!

Was ich nicht vermißt habe, waren die vorsintflutlichen Öffnungszeiten der Supermärkte, aber vielleicht muss das so sein, damit der Rest so schön sein kann.

So. Mein erster Beitrag nach so langer Zeit. Ich hoffe, ihr verzeiht mir. Ich hab mir auch Verstärkung geholt (dazu demnächst mehr) . Jetzt wieder hier – ich hoffe, man liest sich.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. redaktion42 sagt:

    Haffenloher: „Ich mach dich nieder, wenn du mich jetzt hier stehen lässt wie einen Deppen, dann mach ich dich nieder. Ich ruinier dich. Ich mach dich fertig. Ich kleb dich zu von oben bis unten.“

    Ich freu mich auf weitere Beiträge

    Gefällt 1 Person

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