Plussize? Voll normal. Oder?

IMG_5480Das superschlanke Model Karoline Kurkova hat eine unfassbar neue Entdeckung gemacht: „Frauen gibt es in jeder Größe, jeder Form – das sollten wir feiern“. Diese profunde Erkenntnis habe ich der aktuellen Grazia entnommen. Ich weiß ja nicht, wo Frau Kurkowa bis jetzt gelebt hat, vielleicht hat man sie in einem schicken Showroom ohne Fenster eingesperrt, aber dass diese Weisheit neu ist für sie, verwundert mich etwas. In meiner Welt kommen Frauen in allen Größen vor, von 34 bis 54 und drüber.

Auf alle Fälle machen die Medien wieder ein Riesengewese drum, dass sie – wow wie tolerant – mal ein Plussizemodel aufs Titelbild wuppen. Das Model Ashley Graham ist wunderschön. Das ist nicht der Punkt. Oder- das ist genau der Punkt. Denn wieso müssen sich die Medien mit Editorial vom Chefredakteur und extra Artikel laserhart abfeiern, nur weil sie mal eine Wuchtbrumme aufs Cover wuchten? Wobei man für Ashley Graham wahrhaftig kein Breitwandformat braucht…Im Editorial wieder das übliche Geschwalle: „Rubens…üppig-lasziv…Beth Ditto…“ – Das Model auf den Cover ist maximal halb so fett wie Beth Ditto. Beth Ditto ist immer die Ausnahme, die beschworen wird, wenn es um Plussize geht.

Ashley ist schön mit einer Figur im oberen Normalbereich, ich würde auf 44/46 tippen (da wird auch bei Plussize-Models viel gelogen), und ich finde, es muss kein journalistisches Rechtfertigungsfeuerwerk abgefackelt werden, um eine schöne Frau zu zeigen, nur weil deren Oberschenkel mal nicht zehn Zentimeter Luft dazwischen aufweisen. Ich finde das gut, denn ich (Größe 40/42) sehe gern, wie Sachen tatsächlich an Figuren wie meiner aussehen). Fettes  Aber: Plussize (bitte eben nicht verwechseln mit krankmachendem Übergewicht ala Ditto) ist dann normal, wenn es normal wird, diese Figuren auf Covern und in Modestrecken zu zeigen, ohne dass ein neuer Trend beschworen ist. Denn: Figuren haben keine Trends. Nicht im realen Leben, nicht bei mir und all den Frauen die ich kenne. Wir sind eben, wie wir sind. Mit Hintern, Busen, Bauch – oder ohne. Es wäre schön, wenn das auch mal bei Redakteuren einschlägiger Magazine in die Hirne sickern würde. Aber vielleicht waren die im gleichen Showroom als Geisel genommen wie Karolina Kurkova.

Wie sehr ihr das? Bin ich da einfach zu kritisch mit den Medien?

29 Kommentare

  1. Jaaaaaa!!!!!!! Genau das!!! *hier frenetischen Applaus einfügen*
    Es nervt so sehr… Dieses Gehype und Gelaber und allein der Begriff „Plussize“, wo es statistisch gesehen doch eigentlich schon fast „Normalo-Size“ heißen müsste… Einfach nur oberätzend. Jetzt, wo wir Dicken es ja endlich auf Titelbilder namhafter Modezeitschriften (die ich übrigens aus genau diesem Grund seit ungefähr einem Jahrzehnt nicht mehr lese) geschafft haben, fehlt nur noch der Boykott am fürchterlich realitätsfernen Photoshop und wir können eines Tages vielleicht mal wieder sowas wie GANZ NORMALE MENSCHEN in Magazinen und Zeitschriften sehen. Hach, das wäre schön…

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  2. Ich sehe es genauso und würde mir eigentlich mehr „normale“ Frauen in der Werbung wünschen. Aber man ist gehirngewaschen. Ich merke das an mir selbst, wenn ich mal in einer Talkshow oder so eine prominente Person sehe, bei der zB die Zähne nicht gebleicht sind. Das an sich stört mich nicht, aber es stört mich an mir selbst, dass mir das überhaupt auffällt.

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    1. Es geht mir genauso udn es nervt mich auch. Oder wenn ich beim Bachelor denke – Die sieht ja völlig öder aus. Als ob mir das zustünde. Das wäre eigentlich mal ein gutes Thema für eine Blogparade…

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      1. Ja, man will sowas gar nicht denken und dann schleicht es sich doch ein. Daher frage ich mich: auch wenn wir nach „unperfekten“ Leuten rufen, wollen wir das dann aber wirklich tatsächlich sehen? Oder würde man sich mit der Zeit daran gewöhnen und die „Makel“ einem wirklich nicht mehr auffallen? (Was ja gut wäre)
        Denn auch mit ein paar Pfunden mehr ist das Model aus deinem Beispiel ja immer noch ein Model. Soll heißen, eine überdurchschnittlich gutaussehende Frau, deren gutem Aussehen aber sicher auch mit Make-up und Photoshop noch nachgeholfen wurde.
        Dass man aus jeder „grauen Maus“ ein Model zaubern kann, sieht man ja in etlichen Videos. Also erwarten wir letzten Endes ja doch immer eine Art Perfektheit, oder? Wie diese nun aussieht hängt dann vom persönlichen Geschmack ab.

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  3. Ha, du bist doch nicht zu kritisch! Ich habe hier gerade gesessen und bei deinem Artikel begeistert in die Hände geklatscht. Es ist einfach mal Fakt, dass wenn man einen Sachverhalt, z.B., dass Madame hier eben nicht Größe 34 hat, betonen muss, da nicht viel Toleranz von Seiten der Zeitschrift her da sein kann. Dass es einen Unterschied zwischen Fettleibigkeit und pummelig sein gibt, sollte doch wohl inzwischen jeder verstanden haben. Und wenn man dann eine wunderschöne Frau abbildet, die den Lesern zeigt wie fabelhaft man aussehen kann, wenn für sich selber sorgt und sich gut behandelt, dann ist es völlig wurscht welche Größe man da hat. Es wäre doch genauso falsch nur noch Plussize Models auf die Titelseiten zu klatschen und damit jene zu verunsichern, die ungewollt mager sind. Ich bin auch dafür, dass das ein prima Thema für eine Blogparade ist, denn die Menschen müssen endlich mal verstehen, dass man aufhören muss zwischen den verschiedenen eigenenarten unserer Körper bewertend zu unterscheiden. Einzigartige Schönheit und eine gesunde Ausstrahlung ist das einzige worauf die Gestalter von Fashionmagazinen Wert legen sollten.

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  4. Was mir – ohne in irgendeiner Form modeaffin zu sein – immer wieder auffällt, ist der Umstand, dass die Frauen, die medial als selbstbewusst weil teils übergewichtig abgefeiert werden, in der Regel ein „schlankes“ Gesicht haben. Die Selbstbeweihräucherung ist demnach eine vollkommende Fehlinterpretation, weil auch bei der Abbildung von Plussize ein Bild vermittelt wird, das den Frauen, die mit Normalgewicht ein Doppelkinn haben, nicht gerecht wird.

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  5. mir geht dieses plussize gedööns gewaltig auf den wecker. mädels die dringend abnehmen müssen weil sie einfach nur dick sind verstecken sich hinter dem begriff plussize oder curvy – nennts doch beim namen und gesteht euch selbst ein dass ihr fett seit.

    warum muss man extreme promoten? superdünn oder übergewichtig? was ist falsch daran eine normalgewichtige frau mit grösse 36-40 zu sein?

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    1. nur 3 konfektionsgrössen sind „normal“ in deinen augen??? wie arm im geiste bist du denn? dir wären also alle menschen am liebsten gleich genormt von der stange?! 😀 schön langweilig!

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    2. ich verstehe den Unterschied zwischen fett und plussize nicht. Es ist doch einfach die Übersetztung. ich nenne mich selbst auch plussize, oder curvy. aber auch fett. Weisst du wieso so viele sich hinter dem englischen Begriff ‚verstecken‘?! Weil Leute wie du den deutschen BEgriff, dick/fett so ins negative ziehen. Fett und Dick werden immer mit Adjektiven wie ’schlecht‘ ‚ungsund‘ ‚krank‘ ‚falsch‘ ‚unsportlich‘ ‚faul‘ und viele mehr. Aber weisst du, dass es so viele andere Gründe gibt, wieso jemand zugenommen hat. Ich bin fett. Ich bin dick. Aber ich bin nicht schlecht. Ich bin nicht ungesund, unsportlich, faul oder was auch immer. Es ist verdammt noch mal schwierig einfach so Gewicht zu verlieren.
      Wegen Leuten, wegen Frauen, wie dir, sind wir gezwungen und hinter ‚plussize‘ zu verstecken. Denn ist es wirklich wichtig, wie wir aussehen? Wichtig ist, was in unserem Kopf ist. Und wenn ich ehrlich bin, dann bin ich lieber dick als ein Arschloch…

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      1. Ich versteh jetzt nicht genau, was du mir vorwirft. Mich hat das damals genervt, dass das Abbilden einer molligen Figur gefeiert wird wie ein Mondflug. Plussize ist ein Begriff aus der Modewelt, der Models bezeichnet, die mehr auf den Rippen haben als reguläre models. Das fängt ab Größe 38 an – Und das ist Irrsinn. jede darf die Figur haben, die sie will. Gerne. Ich würde nur gerne normal neu kalibrieren

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      2. ich wollte auf den Kommentar von Sabrina vom 23. März 2016 antworten. Dir werfe ich nichts vor. Ich verstehe deine Meinung und bin der selben. Ich würde auch gerne das Bild der Gesellschaft, der Modewelt neu kalibrieren. Ich habe auf den Vorwurf von Sabrina etwas empflich reagiert, dass dicke Frauen sich hinter einem Begriff verstecken, nur um sich besser zu fühlen.

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  6. Sorry.. aber ich find das schon bissche schräg: plussize ist in euren Augen also was anderes als wenn man Fett ist (krankhaft fett nach den Aussagen)

    Ich finde euer Selbstbild, auch vermittelt durch Medien, Funk und Fernsehen, schade. Sich selbst mit 40 42 44 oder 46 als Fett zufuhlen und als plussize zu bezeichnen.

    Ihr könnt ihn so gut wie allen Läden einkaufen. Eure Kleidergröße ist akzeptiert!

    Jemand mit 52 54 ist dann wohl schon krankhaft fett.. und kein plussize mehr?

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    1. Ich bezeichne mich mit 40/42 als mollig, nicht als dick. Ich will auch niemandem in sein Leben reinreden. Wer sich mag mit 52/54 und drüber – gut. Ich würde es nicht wollen für mich, aber wer bin ich, anderen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben?

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      1. Ja gut. Das kenne ich. Vor allem bei Jeans habe ich Probleme. Aber viele produzieren auch immer knapper, habe ich das Gefühl.
        Das Problem ist halt, dass wir Frauen so extrem unterschiedlich proportioniert sind.
        Ich mache gerade einen Nähkurs und beim Vermessen wurde mir erst mal bewusst, dass ich völlig verschiedene Kleidergrössen tragen müsste. Je nachdem, ob man nach Taille, Brustumfang oder Schulterbreite etc geht. Irre.

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  7. Ich seh das so, dass das was als Plussize propagiert wird, ohnehin Normalgewicht ist. In meiner Welt, also da, wo kein Glanz und Gloria und Flitter und Glitzer den Blick nach außen vertünchen. Ich mag dieses Plussizegetue deshalb nicht, weil es 1. ganz normal figurte Personen sind und 2. weil, wie Du es ja auch schon geschrieben hast, einfach eine Masche der Magazine ist, um sich selbst in ein ach so vielseitiges Diversitätslicht zu rücken. Jede Frau ist schön, ob groß, klein, dicklich, dünn, rot, blond, schwarz, weiß. Wichtiger als die vielleicht etwas deplatzierten Kilos oder love handles ist doch, dass was jeden Mensch ausmacht. Schönheit zeichnet sich nicht nur durch den Körper aus, sondern durch das Wesen und die Gesamtästhetik. Ich bin selbst irgendwo zwischen Kleidergröße 40 & 44. Weit weg von „perfekten“ Kurven oder gar Modelmaßen (außer „Plussize“ vielleicht). Vor kurzem sagte mir jemand: Ich find deinen Körper in seiner Imperfektion unglaublich sexy. Ha! Da hast Du, Gala, Grazia, Modediktat! 😉

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  8. Offensichtlich gehöre ich mit 40/42 auch zu den molligen, wenigstens bin ich durchtrainiert. Bevor ich jetzt in Tränen ausbreche, nein keine Angst, ich kann damit gut leben. Marylin Monroe war (meilenweit von mir entfernt) das Sexsymbol aller Männer obwohl sie keine Größe 36 trug. Frauen wie Beth Ditto oder Adele haben eine so unglaubliche Ausstrahlung, dass es völlig egal ist welche Kleiddergröße sie tragen.
    Welches ist eigentlich die Instanz die festlegt welcher Norm frau zu entsprechen hat? Was Modezeitschriften gefällt? Was Männern gefällt? Oder das schlimmste Kriterium von allen – was anderen Frauen gefällt?

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  9. Ich fürchte, dass normal-size so schnell nicht wieder normal in Zeitschriften wird. Denn man kann neue Trends viel besser vermarkten, wenn den Frauen eingeredet wird sie wären „(zu) dick“ und müssten sich geswegen schlecht fühlen. Dann kann man sich wenigstens dadurch besser fühlen, dass man sich die Klamotten aus der Werbung kauft und wenigstens ein wenig vom Glamour des gephotoshopten Strichs in der Landschaft auf einen abfärbt…

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  10. Das ist doch schön, dass es „Frauen in jeder Größe, jeder Form gibt“. Tatsächlich bin ich manchmal über die Vielfalt überrascht, wenn ich mich draußen so umsehe, denn das hat nicht sooo viel mit dem progagierten Schönheitsideal zu tun – obwohl es natürlich auch Frauen gibt, die jederzeit modeln könnten. 😛

    Daran, dass in den Zeitschriften ein merkwürdiges Schönheitsideal gezeigt wird, habe ich mich ja beinahe schon gewöhnt. Aber was Filme und/oder Serien angeht, würde ich mir wirklich mal mehr normale Menschen wünschen. Diese genormten Kunstfigürchen mit ihren gebleachten Zähnen, der immergleich geföhnten Mähne und dem zahnstocherdünnen Figürchen öden mich mittlerweile so an, dass ich das tue, was man eh öfter mal machen sollte: den Fernseher gar nicht erst einschalten. 😉

    Lieben Gruß und danke für diesen tollen Post,
    Anna

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    1. Hallo – danke. Ich hab jetzt ein halbes Jahr diesen Blog nicht angerührt. Ging irgendwie nicht. Aber jetzt eure lieben Kommentare freigeschaltet. Danke dafür!

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