Nix ist schlimmer als „Freche Frauen“

Hach wie drollig. Eine Freche Frau ist immer ein wenig tollpatschig, immer ein wenig knuffig in der Optik, Kulleraugen, breites Lachen, Löckchen. Die freche Frau ist schusselig, aber patent, schlau, hat das Herz auf dem rechten Fleck. Eine Frau zum Pferdestehlen. In High Heels kann sie nicht laufen. Sie hat meist ein paar Pfund zu viel. Sie mag alles, was niedlich ist, kleine Tiere, sie mag Schokolade und kann nicht kochen – weil sie – huch, immer alles anbrennen läßt – sie kann nicht singen, tut es aber trotzdem.  Ihre Feindin ist die „zickige Karrierefrau“. Sie stolpert immer ins Happy End zahlloser „romantischer Komödien“ und erobert den Traummann mit knuddeliger Tollpatschigkeit, Cleverness und ihrer Herzlichkeit. Sie hat immer eine toughe beste Freundin, die das totale Gegenteil zu sein scheint – mit der trinkt sie Prosecco. Und immer einen schwulen Freund. Grundsätzlich. Mit dem kreischt sie immer rum. Ohne den als humoristischen Sidekick geht es bei der Frechen Frau nicht. Die Freche Frau heißt Bridet Jones oder Amelie. Ihre Wohnung wirkt, als ob die Einrichtungsfrau der Brigitte sich mit Tine Wittler ein Battle geliefert hätte, wer mehr Rosa und Blümchen kann. So richtige Probleme hat die Freche Frau nicht. Männer halt. Aber im Job ist sie immer wundersam erfolgreich, auch wenn sie eine Panne nach der nächsten baut. Drollig eben.

Wir Frauen sollen die Freche Frau alle mögen. Uns alle ein bisschen in ihr wiederfinden. Mit ihr und ihren drolligen Abenteuern lachen. So denken zumindest die Medienmänner und produzieren zahllose Komödien mit Veronica Ferres, Anette Frier, Diane Ampft oder Rene Zellwenger. Und es gibt zahllose Büche von Ildiko von Kürthy oder von Hera Lind, die alle die immer gleiche Geschichte in endlosen Wiederholungen mit leichten Varianten erzählen. Oder jeden Sonntag im ZDF verbreiten patente, freche Frauen gute Laune in Cornwall oder Schweden.Und, liebe Medienmänner und Schriftestellerfrauen – soll ich euch was sagen? Ich hasse diese Frau. Weil sie kein bißchen frech ist, sondern meist total doof und weil ein Happy End immer bedeutet, dass sie glücklich in die Arme einen Mannes sinken kann, der alles für sie regelt. Irgendwie ist das so Hausfrauenomantik der 50er Jahre. Ich will nicht auf niedlich und tollpatschig und knuffig reduziert werden – ich bin kein Meerschweinchen!  Karriere muss nicht gleich zickig sein. Das Leben einer Frau besteht aus mehr als Prosecco trinken, Schuhe kaufen und Mann finden.

3 Kommentare

  1. So hätte ich freche Frauen zwar nicht definiert aber Du hast recht, diese Frauen die Du oben beschreibst sind nicht frech. Freche Frauen überschreiten für mich bewusst Grenzen, treten anderen auf die Füsse und das nicht aus Tollpatschigkeit oder Unvermögen sondern weil sie es müssen oder wollen um ihre Ziele zu erreichen.
    Im Gegenteil, sie ecken an, weil sie eben nicht das machen was allen gefällt 🙂

    Gefällt 1 Person

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