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Barbara: einmal mies fühlen für 3,80 bitte

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Eine frittierte Frauenzeitung: Barbara macht nur Laune aufs Brechen

Ich habe in meinem Leben schon viele Frauenzeitschriften gelesen. Hab gelacht über absurde Sextipps und noch absurdere Beziehungstipps, hab Modeempfehlungen mal angenommen und mal vehement abgelehnt. Hab Magazine mit Sport-DVDs gekauft und dann nie ausprobiert. Diäten in Erwägung gezogen. Und verworfen. Ich habe mich geärgert über das Frauenbild mancher Zeitschriften, gelacht über andere, mich gefreut über Geschichten, auch mal bei Brigitte und Co durchaus hilfreiche Tipps gefunden. Mich gewundert, wer sich all die Kleider für 400 Euro aufwärts leisten kann…

Aber ich habe mich noch nie so elend und verloren und armselig gefühlt, wie bei der Lektüre von „Barbara“, dem Heft von Showgröße Barbara Schöneberger. Für ein Heft, bei dem es nicht um die Figur gehen soll, ging es nur um eins: die Figur. Und zwar ausschliesslich. Deprimierend: „Was dicke Frauen zu hören bekommen“ – unkommentiert werden da härteste Sprüche zum Thema „Nimm doch ab, du fette Sau“ rausgehauen. Oder das spannende Thema „Wann ich mit der Diät aufhörte“ oder ein dürrer Typ erzählt, wie er sein Leben lang gedemütigt wurde und trotzdem eine Frau abbekam. Eine völlig unkommentierte Bilderstrecke aus einem Lokal in Las Vegas, das nur die fettesten Sachen serviert, rundet das Heft ab. Wortwörtlich. Dazu Modetipps und Rezepte. „Ohne Magerquark und Jojo-Effekt“ verspricht das Heft auf dem Cover. Ehrlich, wenn das die Alternative ist, dann möchte ich gerne beim Magerquark bleiben. Klar, man kann das alles ironisch sehen. Klar, ich muss mich nicht angesprochen fühlen. Aber es bleibt ein schaler Geschmack im Mund, wie nach kaltem Frittierfett in einem abgestandenen Faschingskrapfen.

Für mich ist das keine Wohlfühlzeitung, wie es propagiert wird, sondern eine fette Portion Elend und Selbsthass zwischen zwei Magazincovern. Da nutzt auch die fröhliche Frau Schöneberger mit aufmunternden Sprüchen nix.