Klickibunti auf Twitter und Facebook – Das Aufmerksamkeitsgewitter

Frozem Yogurt by Yomaru im Toykio - fotos bei @frauMaja
Nur noch bunt im Kopf – foto bei @frauMaja

Alles so schön bunt hier. Die sozialen Netzwerke stehen vor großen Veränderungen. Twitter denkt darüber nach, die 140 Zeichen Grenze aufzuheben und längere Beiträge zu erlauben. twitterEin Aufschrei und Wehklagen sondergleichen hat sich darauf von den alteingesessenen Nutrzern erhoben. Und es ist klar wieso. Denn es ist superleicht, einen langen Text rauszublasen. In 140 Zeichen das Wesentliche zu sagen erfordert Hirn und Überlegung. Ja, wenn Twitter längere Texte erlaubt, kommen mehr Menschen. Aber das wird zu Lasten der Qualität gehen. Denn dann kommen vor allem die, die nicht so gerne denken, die einfach mal draufloslabern. Bislang ist Twitter – vor allem hier in Deutschland  – das gern genutzte Medium all derer, die sich an einem guten Wortwitz erfreuen, die politisch interessiert waren oder die sich austauschen wollten mit Gleichgesinnten. Die Politiker sind da, Firmenchefs und wichtige Social Media Leute. Buchautoren und Regierungssprecher. Twitter ermöglicht es wie kein anderes Medium, mit Topinfluencern ins Gespräch zu kommen. Das wird sich schnell ändern, wenn die 140 Zeichen Grenze fällt. Dann nähert sich Twitter Facebook an und die Medien werden beliebig. Beliebigkeit ist immer schlecht. Es mag Arroganz sein, Halsstarrigkeit und ein gewisser Dünkel, aber ich würde gern mein Twitter mit den 140 Zeichen und dem Nachdenken müssen behalten.

 

Auch bei Facebook gibt es viele Neuerungen und sie verheißen nix Gutes. Das Facebookprofil soll wieder Dreh- und Angelpunkt der Präsenz im Netz werden. Und da kann es nicht bunt und schrill und krawallig genug zugehen. BILDER! FILME! FILME statt BILDER! 

  1. Als Profilbild können nun 7 sekündige Filme eingeblendet werden
  2. Es können Fotos oben am Profil angehängt werden
  3. Es gibt die Möglichkeit, Bilder nur temporär zu zeigen
  4. Der Text „über mich“ kann wesentlich verlängert werden
  5. In der Mobilen Anzeige werden Bilder Texten vorgezogen
Wer bei Facebook noch wahrgenommen werden sein will, muss jetzt dick auftragen

Ganz klar, das wird ein Optikgewitter. Facebook reagiert damit auf Konkurrenz wie Snapchat und will nun auch die Einblendungen schneller Videos wie Twitter es mit Merkat und Persiscope im Profil unterstützen. Die Richtung ist klar: wenn die Leute mehr Mühe in ihr Profil stecken, dann werden die dort auch mehr Zeit verbringen, weitere Inhalte hochladen, sich mehr Mühe geben – udn damit die Besuchszeit anderer Nutzer erhöhen, die sich die Bilder angucken, die leibevoll gestalteten Profile liken, die dann wiederum ihr eigenes Profil…nun ja. Mit anderen Worten: es wird ein Aufmerksamkeitsgewitter sondergleichen. Gewinnen wird immer die, die ihre Brüste im neonfarbigen Bikini (Vorsicht Nippel nicht zeigen) 7 Sekunden lang in die Kamera wippen lässt. Soviel steht fest. Ich frage mich: war das so gedacht? Ich war mal der Meinung, es ging darum, mit Freunden in Kontakt zu bleiben, sehen was die so machen und auch mit ihnen Informationen und Meinungen auszutauschen, die einem persönlich wichtig sind.

Ich glaube, dass sich Facebook mit der Video-und Bildoffensive keinen wirklichen Gefallen tut. Denn des Menschen Aufmerksamkeit ist endlich. Und wenn immer lautere Methoden benötigt werden, gegen das allgemeine Gekreische anzukämpfen,dann ziehen sich viele Menschen ganz einfach zurück, weil sie da nicht mehr mitmachen wollen. Und die Jungen sind eh bei Facebook abgewandert und werden sich auch nicht mehr von Snapchat wegbewegen. (nicht zuletzt deswegen, weil da niemand was gegen Nippel hat).

2 comments

  1. Sollen sie doch Beiträge mit mehr als 140 Zeichen zulassen – aber nur gegen Bezahlung, dann würde die Seite besser finanziert und die Laberer würden wahrscheinlich auch draußen bleiben.
    Und Facebook kann sich von mir aus selbst ins Aus schießen, die Seite braucht kein Mensch wirklich.

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  2. Halo Kathrin, na das kann ja was werden! Für Twitter finde ich es wirklich schade, denn gerade die kurze Nachricht macht Twitter so interessant. Wenn wir da jetzt auch noch zugetextet werden, wird es bald nervig werden! Was Facebook angeht denke ich, werden mit Sicherheit viele weitere Leute abwandern, aber man sollte sich auch selbst mal fragen, ob man persönlich jede Veränderung mitmachen muss und vielleicht auch die sogenannten „Freunde“ mal überdenkt. LG Mo von Fahion Blog: http://www.just-take-a-look.berlin

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