Come to the dark side, we have cookies! Meine Eindrücke von der #dmexco

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Knuffig: Der Stand von Google
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Gott reicht das Smartphone weiter

Vorweg: der neue heiße Trend ist nicht auszumachen – außer dass digitales Marketing selbst im Trend liegt. Die Messe platzte aus allen Nähten (noch nie eine Messe mit derart langen Toilettenschlangen erlebt), mittlerweile gibt es 4 Hallen und am ersten Tag der Messe war in den Gängen teilweise kein Durchkommen mehr. Alle TV-Gruppen, alle Verlagshäuser waren da, um sich ihren Teil vom digitalen Kuchen zu sichern. Hier ein paar Trendbeobachtungen von der Werbermesse:
Wie wird die Online-Werbung der Zukunft?
Sie wird immer individueller, via „Big Data“ Datenabgleich genau auf den einzelnen User zugeschnitten. Die Algorithmen werden immer präziser, die Auswertungen immer genauer – versprechen jedenfalls die Firmen. Die User Experience soll verbessert werden, indem Services dem User bei Webseiten, die er erneut besucht, gleich Content aus dem Themengebiet zeigen, nach dem er beim letzten Besuch gesucht hat. Dabei wird – anders als bei zB. Google, der Rest nicht ausgeblendet, sondern nur die Seitenansicht ändert sich.
Sie wird immer unsichtbarer „Native Advertising“ (früher Advertorial genannt) ist das, was groß als Nonplusultra beworben wird. Werbung, die mit dem eigentlichen Seitencontent verschmilzt. Hier ist auch die Schnittstelle zur PR, denn in vielen Agenturen gehen die Native Advertising-Anzeigen als PR durch. Ein Graubereich.

Plätzchen backen und Cookies setzen - Bewegtbildcontent
Plätzchen backen und Cookies setzen – Bewegtbildcontent

Die Werbung wird immer besser aufbereitet. Alle setzen verstärkt auf Bewegtbild, ihren Content aufzubereiten, Gruner & Jahr hatte sogar ein eigenes Kochstudio aufgebaut, um zu zeigen, wie z.B. Lebensmittel in Zukunft im Internet viel besser vermarktet werden können. Auch 6sekündige Vines oder Realtime-Content mit Periscope wird als neue Verlängerung von Events beworben. Ich persönlich bin nicht der Wahnsinnsfreund von Videos. Vielleicht bin ich zu alt dazu, aber ich lese gerne selbst und kann einen Text schneller überfliegen oder überspringen, bis ich zu dem komme, was mich interessiert. Das geht bei Videos kaum. Außerdem kann ich im Büro nicht dauernd Videos gucken, im Zug ist das Netz zu mies… wie gesagt, ich bin kein Fan. Aber ich sehe, dass der Trend klar in diese Richtung geht.
Die Werbung wandert in die Welt der Virtual Reality. Mit den neuen Devices von Oculus Rift, simplen Cardbord Goggles oder der Sony Virtual Reality „Morpheus“ eröffnen sich neue Möglichkeiten, die allein durch ihren Neuigkeitscharakter gut ankommen. Firmen wie Vroggles bieten bereits 3D-Werbefilme für Goggles an.

Location based Services gibt es nun auch, ohne dass man das Bluetooth des Smartphones angeschaltet haben muss.
Blogger sind nach wie vor ein großes Thema, alle Firmen überlegen, auf die eine oder andere Art mit Ihnen zu kommunizieren. Wie – das ist und bleibt die Frage.

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Haul von der #dmexco 🙂

Was noch aufgefallen ist: ausgerechnet die größten Technikkonzerne wie Google oder Facebook setzen bei ihren Ständen nicht auf kühle, futuristische Optik a la Minority Report oder Matrix, sondern auf gemütliche Holzoptik und Krimskrams. Hüttenromantik für die Datengiganten. Bei Google gibt es leckere Kuchen und Kaffee statt Trendgetränke, Facebook verteilt Schokoplätzchen. Der Wolf im Schafspelz? Der Joke „Come tot he Dark Side, we got cookies“ bekam so eine ganz neue Bedeutung.
Im Allgemeinen setzt die Messe nicht auf kühl, sondern auf herzlich: Popcorn und Eiswagen sind die Publikumsmagneten der Stände, es gibt viele liebeswerte Give Aways, Plüschtiere und Jutebeutel statt Kugelschreiber und Taschenrechner, in Halle 6 wird dem Trend zum Foodtruck Rechnung getragen und es gibt mit Steaksandwiches und Pulled Pork, Indian Curry und Flammkuchen sämtliche Trendgerichte der sonst fahrbaren Stände. So werden die Werber glücklich.

 

2 comments

  1. Schöne Powerbank bei den Hauls. Irgendwie kommt es mir aber so vor, dass Content nur noch als notwendiges Übel zum Befüllen verwendet wird, damit man was zum Werben hat. Dabei sollte der doch gerade im Zentrum stehen? Wo bleibt da bei all dem die Leidenschaft?

    Ich frage das ganz normal als Nutzer. Dieser Tage habe ich neue Hardware gesucht fürs Home Office und online findet man nur hohle Websites, mit fast Null Infogehalt. In welchem Forum aus den 2000ern möchte mich die Werbeindustrie da mit welchen Mitteln abholen?

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  2. Ja, das ist in der Tat ein Problem. SEO-optimiert und sonstewie optimiert und glattgebügelt ist halt nur ein Inhaltssurrogat. Ist aber schwierig in den Zeiten, in denen X webseiten um Leser buhlen. Da kommt man kaum durch – das sehe ich ja mit diesem Blog. Eine gewisse Schallgrenze überschreitet er nicht – da müßte ich viel weichgespülteren Content basteln.

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