Warum bei Wearables die Techies nicht mitspielen werden

Ein smartes Armband von Swarovski
Ein smartes Armband von Swarovski

In der Tech-Szene hört man es häufiger „also ich kann mir nicht vorstellen, dass das Geschäft mit Wearables funktioniert. Ich kenne total wenige Leute, die sowas haben wollen. Eigentlich niemand.“ Stimmt. In der Tech-Bubble ist auch die Apple Watch nur mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen worden. „Zu wenig Akku“ „Datenklau“ „Zu viel Funktionen“ „Zu wenig Funktionen“ „Viel zu teuer“. Und ich denke mir. Ja und? Bei Wearables wird eine andere Zielgruppe kaufen, bei denen solche Dinge bestenfalls eine untergeordnete Rolle spielen, wenn überhaupt eine. Die Wearables wie Smartwatches, Funktionsschmuck, Sportarmbänder, intelligente Bekleidung zielt auf die Modebegeisterten. Auf die Selbstoptimierer. Auf die, die Statussymbole wollen. Apple macht mal wieder alles richtig und platziert ganzseitige Anzeigen nicht bei Chip, sondern bei der Vogue. Dort wirbt der Konzern für die 11.000 Euro Gold Edition – und das ist in diesem Kosmos kein so hoher Preis. Schliesslich sind da auch Menschen gewillt, 7.000 Euro für eine Hermes Handtasche auszugeben oder 78.000 Euro für eine aus Krokoleder. Da kosten Bulgari Colliers schon mal eine halbe Million. Apple ist ins Bling Bling Lager gewechselt und die Tech-Unternehmen, die schlau sind, sausen mit ihren Wearables hinterher.

Bildschirmfoto 2015-03-12 um 13.40.43Die Sachen müssen nicht auf der Mobile World vorgestellt werden, sondern auf der Fashion Week. Es müssen die Leserinnen von Instyle gewonnen werden, nicht die Chip-Leser. Dementsprechend sollten auch die Apps sein. Nicht an den praktisch orientierten Techkäufer denken, sondern an Modeleute. Die wollen Dinge wie den Herzschlag des Freunds spüren. Kleine, selbstgemalte Bilder verschicken. Da rümpft der Android-Nerd die Nase, für jemand mit einer Apple Watch ist sowas essentiell. Bis jetzt haben mich Smartwatches kalt gelassen – bei Apple Watch hab ich zum ersten Mal darüber nachgedacht. Nicht weil ich Apple Fangirl bin (bin ich nicht), sondern weil da irgendwelche unnützen Bedürfnisse angesprochen worden sind.

Die blinkenden Armbänder von Swarovski, die schlauen Ringe von Ring.ly – die zielen auf die richtige Zielgruppe. Da geht der Weg hin, und wenn das Pebble oder Samsung kapieren, steht ihnen dieser Massenmarkt offen. Mir machen Wearables total Spaß – Datenklau hin, Akku her.

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