Das moralische Dilemma mit der AppleWatch 

 

applewatch-640x360Vorneweg: wer sagt „Firstworldproblems“, der hat natürlich vollkommen Recht und darf sich freuen und einen Keks nehmen. Aber ich bin seit gestern mit mir am Hadern: darf ich eigentlich eine AppleWatch kaufen? Weil: ich bin ja informiert.

  • Apple produziert nicht fair
  • Apple führt seine Steuern in Deutschland nicht korrekt ab
  • Die AppleWatch kann eine elektronische Fußfessel sein, die alle meine Daten an die Welt weiterreicht
  • Sie ist natürlich viel zu teuer

Weiß ich alles – und trotzdem…ich hätte gerne eine. Ich liebe Gadgets, und ich gehöre zu den altmodischen Menschen, die noch auf die Uhr schauen, wenn sie wissen wollen, wie spät es ist und nicht ihr Smartphone dazu rausholen. Mich nervt das sowieso, ist das Handy in der Tasche, dann bleibt es da – mit der Smartwatch hätte ich etwas sehr Praktisches am Handgelenk. Ob es wirklich ein Statussymbol ist, lasse ich mal dahingestellt- vermutlich outet man sich damit als Applefangirl-Trottel. Meine Piratenbekannten werden pausenlos über den Verlust der eigenen Daten dozieren und mich nerven…und ich könnte nur sagen: ja, ihr habt vermutlich recht, aber trotzdem…

Mich würde eure Meinung interessieren: ist es okay, Bescheid zu wissen und trotzdem so eine AppleWatch haben zu wollen?  Gibt es für Apple-Benutzer günstigere Alternativen? Gibt es etwas fair produziertes?

Nachtrag: ich hab jetzt gesehen, dass Apple für das Metallarmband 500 Euro mehr will. Sind die irre? Ein Edelstahlarmband für eine kostet maximal 100 Euro, aber doch nicht 500!!! Und eine Uhr mit Plastikarmband für 649 Euro?  (Ich dachte, dafür gibt es die Edelstahluhr – aber dafür gibt es nur Edelstahlgehäuse. Ne, nicht mit mir)

17 comments

  1. Fair produzierte Smartwatches gibt es afaik noch keine. Ich hatte ein Fairphone, aber zufrieden war ich nicht. Die Qualität passt nicht so ganz, Versprechungen wurden nicht gehalten… War eine nette Idee, habe gerne mitgemacht, aber in so kleinen Stückzahlen funktioniert das nur bedingt.

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  2. Rein technisch würde ich zur Pebble raten so lange Apple seiner Uhr keine Akkulaufzeit > 2 Tage (echte Tage!) beibringt.
    Was die fairen Bedingungen der Produktion angeht, ist das kein exklusives Apple-Problem und gerade Apple ist ja scheinbar nicht nur bemüht, sondern auch erfolgreich beim Versuch die Produktion fairer und vor allem umweltfreundlicher zu gestalten (perfekt sind sie dabei aber natürlich lange nicht) – das ist also eher eine von der Marke unabhängig Frage.
    Und der Preis… naja… mir persönlich ist der egal. Ich zahle ganz gerne ein paar Euros mehr dafür, dass mein technischer Krempel einfach läuft und vernünftig zusammen arbeitet. Bei mir ist es wirklich nur die Lächerlichkeit, die Apple eine „Akkulaufzeit von einem Tag“ nennt, weswegen ich nicht kaufe, sondern bei der Pebble bleibe.

    Aber kurz: Ja, Du darfst 🙂

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  3. Ach und bevor ich es vergesse, beim Thema Datenschutz würde ich ja doch eher einem Unternehmen meine Daten anvertrauen, das mir Hard- und Software verkaufen will, als einem Unternehmen, das das meiste Geld mit dem Verkauf von Werbung verdient. Kritik und Auslachen von Piraten, die selbst z.B. Google Mail oder Android mit einem Google Account nutzen kannst Du also getrost ignorieren und in die „Wenn man keine Ahnung hat“-Schublade stecken 🙂

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  4. Hallo Katrin,
    eigentlich weißt Du die Antwort ja selbst: Wir geben für Bequemlichkeit etc. Stück für Stück unsere letzten verbliebenen Freiräume auf und zahlen auch noch dafür. Wir selbst sind es, die die Überwachung durch Dritte installieren, weil wir wie Schafe dem Leithammel hinterherlaufen. Was genau hat Dir in Deinem Leben bisher denn gefehlt, das Dir dieses Gadget gibt? Und was ist der Preis? Diese Fragen muss halt jeder für sich beantworten. Und wenn es dann in absehbarer Zeit nur gute Krankenversicherungen nur noch für die gibt, die via SmartWatch ihre Biometriewerte ständig übermitteln, muss man sich halt auch im Klaren sein, dass man selbst Mitverantwortung für diese Entwicklung trägt.
    GlG

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  5. Letzlich darf man alles. Auch wenn man informierterweise sich selbst damit schadet. Sonst hätten all die SMler ein kleines Problem 😉
    Auch andere Hobbies oder Vorlieben sind eigentlich objektiv dumm, geldvernichtend, umweltschädlich, schlecht, etc. pp.
    Wenn man es allen recht machen möchte, muß man das Leben schon aufhören.

    Also: wenn *Du* Spaß dran hast, dann sch… drauf, was andere davon denken, halten, sagen.

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      1. Die Pebble ist sehr einfach an das iPhone anzubinden – kann dann natürlich nicht alles, was die Apple Watch kann, aber dafür sind Preis und Akkulaufzeit um Längen besser 🙂

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  6. Prinzipiell lehne ich Armbanduhren ab, aber wenn ich wirklich ganz viel Geld hätte, dann hätte ich vielleicht eine Apple-Watch. Die ganz rechts.
    Man kann Apple zu dieser Produktentwicklung nur gratulieren
    LG
    Sabienes

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  7. Ich finde, du sägst dir selbst ein bisschen an deinem Anspruch „Hobbyweltverbesserer“, wenn du erst 4 valide Argumente aufführst, dieses Produkt nicht zu kaufen und dann nachschiebst, dass dir das eigentlich bei diesem Produkt alles völlig egal ist (aus welchem Grund auch immer)…

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    1. Wie valide sind diese vier Argumente denn wirklich?

      „Apple produziert nicht fair“

      Wie oben schon geschrieben: Da ist Apple nicht die Ausnahme und gerade Apple gehört zu den Unternehmen, die zumindest deutlich daran arbeiten, die „Nebenwirkungen“ ihrer Produktion abzumildern, sei es bei den Arbeitern der Auftragsfertigern oder bei der Umwelt. Kann man als KO-Kriterium für Käufe sehen, ich würde es aber so sehen, dass man bei Fehlen einer komplett fairen Alternative am ehesten noch bei einem Unternehmen kauft, das sichtbare Anstrengungen in der Richtung unternimmt.

      „Apple führt seine Steuern in Deutschland nicht korrekt ab“

      Auch hier: Da ist Apple nicht die Ausnahme, sondern das ist die Regel bei jedem großen Konzern und das ist auch so gewollt. Ja wirklich, es ist so gewollt. Der Kapitalismus ist nun mal übrig geblieben und im Kapitalismus geht es darum möglichst viel Geld zu verdienen. Das verlangen u.a. die Aktionäre zu denen wir alle mindestens indirekt (private Lebensversicherungen z.B. legen einiges an Geld in Aktien an) gehören. Sollten die verschiedenen Steuerschlupflöcher irgendwann geschlossen werden, dann wird das Geschrei lustig von allen direkten und indirekten Aktionären, wenn plötzlich der Gewinn der ganzen Unternehmen sinkt.

      „Die AppleWatch kann eine elektronische Fußfessel sein, die alle meine Daten an die Welt weiterreicht“

      Kann. Aber hier fährt Apple bislang eine ziemlich eindeutige Politik, die da sagt: „Die Daten unserer Kunden gehören unseren Kunden“.

      „Sie ist natürlich viel zu teuer“

      Das wiederum ist ein sehr subjektives Argument 😉

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      1. Die Frage war nicht ob oder nicht, sondern wie sehr. Und wenn es eben keine Alternative gibt (und bis auf einzelne Produkte wie das Fairphone gibt es die bei Computern diverser Größe nicht), ist das Argument „Hersteller XYZ produziert aber nicht fair“ nicht wirklich viel wert, weil das Argument eben keins gegen einen speziellen Hersteller, sondern in so einem Fall nur ein Argument gegen alle Hersteller der Branche ist. Und wenn man so ein Argument ausgerechnet gegen einen der Hersteller verwendet, die sich gegenüber anderen in der Branche deutlich bemühen in die richtige Richtung zu arbeiten, dann verliert es noch mehr an Gewicht. Es gibt eben nicht einfach nur schwarz und weiß…

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