Hilgerlicious – Luxus ist unsere Natur

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Warum machen wir Frauen uns selbst so klein?

Vorneweg: ich mag die Objektifizierung gar nicht, die Frauen in den Medien erfahren. Reduziert auf Titten und Po, reine Anstarrobjekte. Ich hab dagegen geschrieben und geschrieben und geschrieben. Symbolisiert im Bild-Girl,  der täglichen Rubbelvorlage. Ich habe auch ein T-Shirt mit „no more Page Three“ aus England.

Insofern finde ich eine Aktion gut, die sich dafür einsetzt, dass Frauen in den Medien als mehr präsentiert  werden als nur als Objekt. (Dass manche Frauen sich selbst so reduzieren und gerne, steht auf einem anderen Blatt). Jetzt gibt es auf Twitter eine Aktion #mehralsmeinkoerper – Frauen schreiben auf ein Plakat, dass sie mehr können. Und hier fängt mein massives Problem mit der Aktion an. Oder nicht mit der Aktion, sondern mit den Frauen, die mitmachen. Denn was steht auf vielen dieser Plakate? „Ich bin Erdnussbutterspezialistin“ „ich setzte mich für Frauenrechte ein und kann toll Pasta kochen“ „ich arbeite Vollzeit und schmeiße den Haushalt“ „ich kann  singen und nähen“ „ich studiere“ „ich bin Mama und liebe Schoko“ diese Schilder – selbstgeschrieben oder ab und an in Comic Sans – offenbaren das gesamte Dilemma des Feminismus. Auf eine coole Aussage „ich spreche 5 Sprachen“ kommen vier Schildchen, auf denen sich Frauen zwar nicht auf ihren Körper, sondern auf viel KleinKlein reduzieren lassen.

Was würde da bei Männern stehen? „Ich bin Manager und leite die Kommunikationsabteilung“ „ich berate erfolgreich internationale Firmen bei ihren Social Media Aktivitäten“ „ich habe ein Unternehmen mit 5 Angestellten gegründet“ „ich bin Stadtrat“ „mein Blog hat 10000 Leser am Tag“ ich bin geneigt, der These zuzustimmen, dass die Frauen nicht reduziert werden, sondern das schön selbst übernehmen. Bloß nicht zu dick auftragen, immer lieb und bescheiden das Licht unter den Scheffel stellen.

So wird das aber nix mit dem Ernstnehmen. Wir reduzieren uns selbst 🙁 ich weiß nicht, wie das zu ändern wäre. Die Medien tun nix dazu, unser Selbstbewusstsein zu stärken. Die zeigen nur, dass wir die perfekte Hülle sein müssen, schlank und schön und sexy, und erst wenn das erfüllt ist, dürfen wir uns Wissenschaft, Politik und Karriere widmen. Wenns denn sein muss. Besser, wir machen frauliche Sachen, wie nähen und kochen und Mama sein und ein erfolgreiches kleines Familienunternehmen führen. Und hier sind wir wieder am Anfang.

Nachtrag: ich hätte mir wirklich mal eine Diskussion darüber gewünscht – aber die Initiatorinnen der Aktion reagieren nur beleidigt „Ihre Abwertung ist inakzeptabel und es scheint, als sei Ihre ‚Recherche‘ der Bilder lückenhaft.“ Tja – dann halt nicht. Und wieder eine Chance vergeben…