Der unbekannte Superstar: Musikcomedian Weird Al Jancovic

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Weird Al besingt Alufolie „Foil“ – eine Parodie auf Lordes „Royals“

„Wer von Al Jancovic genug hat, hat vom Leben genug“, mein Homer Simpson mal in einer Folge. Und natürlich ist Al Jancovic auch als Gaststar in Springfield aufgetreten. Was in Amerika ein gutes Zeichen ist, dass wer ganz oben angekommen ist. Weird Al ist in den USA ein Superstar, hierzulange wenig bekannt. Das ist echt schade und ich hoffe, der Artikel hier trägt dazu bei, dass ihn ein, zwei mehr kennen. Aber es liegt sicher an dem Medium. Er ist Musikcomedian – und da sollte man die Texte verstehen, wenn man das lustig finden will. Und da tun sich viele hart, vor allem, weil sie aus Gewohnheit bei Texten nicht so richtig hinhören. Auf seiner neuesten Platte „Mandatory Fun“ hat er sich aktuelle Songs rausgegriffen, wie Happy, oder Royals von Lorde. Aus Happy macht er „Tacky“  besingt den schlechten Geschmack und veräppelt das 24-Stunden-Video von Pharrel. Royals wird „Foil„, ein Loblied auf Alufolie, die Sandwiches schützt und auch gegen die Angriffe von Aliens. Besonders geil ist aber „Word Crimes„, eine Parodie des Robin Thicke Hits „Blurred Lines“, in dem er sich über grauenvolle Grammatik im Internet lustig macht.

Weird al Jancovic als Lady Gaga in "Perform this way"
Weird al Jancovic als Lady Gaga in „Perform this way“

In den USA ist das Album auf Nummer eins der Billboard Charts gewesen, zum ersten Mal für Weird Al Jancovic, aber auch zum ersten Mal in der Geschichte des Musikgeschäfts, dass ein Comedy-Album an der Spitze der Charts steht. Verdient hat er es längst. Weird Al ist großartig. Wir haben hierzulande niemand vergleichbaren. Seine Parodien sind nie platt, sondern wirklich intelligent, voller Anspielungen auf die Nerdkultur des Netzes. Einer seiner größten Hits ist denn auch der Rap „White and Nerdy“, in dem er über die Freuden rappt, ein Nerd zu sein. Aus „Gansters Paradise“ macht er „Amish Paradise„. Unbedingt ansehen! Lady Gaga, Madonna, Michael Jackson, Queen, die Red Hot Chilli Peppers, Backstreet Boys oder Nirvana wurden von Weird Al veralbert. Eins seiner Themen ist  neben dem Nerdtum das Essen, so sind seine Jackson-Parodien auch „I’M Fat“ oder „Eat it“. Damit wurde er in den 90ern bekannt – auch bei uns. Ich hab ihn dann mal Mitte der 2000er wiederentdeckt, als ich seine unglaublich guten Polka-Parodien auf Youtube gefunden habe. Das ist nämlich seine andere Art zu parodieren: nicht den Text, sondern die Musik. Und aus Nu Metal oder Alternativehits Polkas auf dem Akkordeon zu zaubern, das hat was. Zumindest für mich. Ich sammle ja schräge Coverversionen und da nehmen die von Weird Al Jankovic einen Ehrenplatz ein.

Wenn ihr gute Tipps für Musik für mich habt, ich freu mich immer

5 Kommentare

  1. „Wir haben hierzulande niemand vergleichbaren.“
    Es gab und gibt ein paar – die EAV ist leider in quasi-Rente, Knorkator macht immer noch gute und lustige Stücke, für den feineren Geschmack gibt es Sebastian Krämer, Bodo Wartke und einige andere (früher noch: Georg Kreisler!) – aber *Parodien*, welche so präzise und wortgenau das Original treffen und umstülpen, das scheint leider verlorengegangen.

    Qualifizierter Widerspruch willkommen!

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