Der gute alte Filterkaffee – neu entdeckt

IMG_0764Dank der Hipster ist das Älteste wieder das Allerneueste. Sei es der Opabart oder die Opastrickjacke, die Hornbrille, der Plattenspieler, die Tapete oder das Hollandrad. Und nun kommt auch der Filterkaffee wieder zu Ehren. Brewed Coffee heisst er jetzt, die dazugehörigen Cafes „Brew Bars“. Zum Beispiel das Woyton in der Altstadt von Düsseldorf hat sich dem Filterkaffee verschrieben und bietet auch Tastings an. Aber wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Ich hab das mal wieder zu Hause ausprobiert. Netterweise durfte ich von Coffee Circle das Einsteigerset testen. Es besteht aus einem Set für Filterkaffee, dem „Pour Over Kit V60“ der japanischen Firma Hario (mit 18 Euro sehr preiswert für Einsteiger) und einem Päckchen Coffee Circle Kaffee Limu. Der Kaffee ist vom Allerfeinsten. Fair Trade. 100% sortenreine Arabica Bohnen werden von Hand in Waldgärten des äthiopischen Hochlands gepflückt und sind dank der traditioneller Trommelröstung sehr bekömmlich. Ich leg ja Wert auf sowas. Lieber weniger, dafür besser – ich hab was davon, die Hersteller und Bauern auch. Winwin!

Das Aufbrühen ist eine Wissenschaft für sich. Mit dem beiliegenden Messlöffel geb ich erstmal 16 Gramm Kaffeepulver für eine große Tasse (240 ml) in den Filter mit Filtertüte. Nix mit gestrichener Löffel, guter Kaffee muss Grammgenau gewogen werden. Da muss die Küchenwaage ran. Dann wird der Filter mit ein wenig heißem Wasser begossen und durchgespült – das Wasser wird weggeschüttet, dann geht es richtig los. Ich befeuchte das Kaffeepulver vorsichtig, warte 30 Sekunden und gieße dann den Rest des kochenden Wassers langsam mit kreisenden Bewegungen dazu. Langsam tröpfelt das braune Elixier in die Kanne – und es entfaltet sich wieder der Duft, den ich schon seit meiner Kindheit kenne, der „Gemütlichkeit“, „Frühstück ist fertig“ „Aufwachen Schatz“ zu rufen scheint. Hmmm. Der Kaffee ist richtig gut, stark und dunkel, wie ich ihn mag, aber kein bisschen bitter. Und die Müllmenge ist überschaubar, ein Papierfilter mit Kaffeepulver. Denn das Müllaufkommen meiner eigentlich geliebten Nespressomaschine liegt mir doch im Magen und verdirbt mir die Freude. Aber ab jetzt gibt es wieder am Morgen eine gemütliche Tasse Filterkaffee. Hier das Hipstervideo zur Kaffeeherstellung.

Das war, wie gesagt, nur was für Einsteiger. Profis mahlen den Kaffee in der Mühle selbst. Und verwenden ganz unterschiedliche Brühmethoden. Die uralte Karlsbader Kanne, oder ganz futuristisch, den Waterdripper, bei dem Eiswasser stundenlang über das Kaffeepulver tropft um einen einzigartigen Extrakt herzustellen.

Und, wer ist von euch schon wieder auf den Filterkafffee gekommen?

8 Kommentare

    1. Filterkaffee im Handaufguss ist der beste Kaffee den man bekommen kann. Es gibt auch weitere Filtermethoden die interessant sind (siehe Aeropress) Ich selber habe den Mokka für mich allerdings gerade neu entdeckt …

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      1. Salu liebe Katrin,

        Mokka: der Kafferohstoff ist etwas anders gebrannt.und etwas feiner als Filterpulver gemahlen: Anleitung wie von einem arabischen Studienkolegge gelernt:

        Kleines Töpfchen, Wärnequelle, Kaffemehl fein, Zucker….

        Man nimmt wenig Wasser, max ein Viertel Liter … Zwei satte Löffel Kaffemehl und 2 Löffel Zucker …. zusammen unter leichter Flamme sanft aufkochen bis sich feiner Schaum am Rand des Topfes bildet … kurz von der Wärmequelle nehmen und nochmals mit noch sanfterer Falmme aufkochen lassen… Der Schaum am Rand sollte jetzt noch etwas feiner sein als beim ersten Aufkochen… von der Herdstelle nehmen, kurz warten das Kaffemehl setzt sich sofort … in kleine Tassen füllen. Die feinen Teile landen natürlich in der Tasse also in kleinen Schlückchen bis zum Kaffeesatz trinken …

        Der typische Westernkaffee in der Blechkanne im Lagerfeuer funktioniert fast genauso, Wichtig ist das zweite Aufschäumen. Gute Blechkannen haben den Schnabel etwas weiter oben damit der Kaffesatz in der Kanne bleibt. In Gegensatz zu Filterkaffee braucht man nur etwa 60 -80% des Kaffemehls, sonst wirds grauslich …

        Sonniges Grüßle

        WN

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  1. Meine Frau ist Kaffeetrinkerin, nutzt aber nie Kaffeemaschinen sondern macht immer den klassischen Filterkaffee oder nutzt Pressstempelkannen. Seit es eine kleine Kaffeerösterei bei uns im Ort gibt, holen wir unseren frisch gerösteten Kaffee immer dort. Natürlich ganze Bohne. Gemahlen wird das Zeug selbst mit einer Kaffeemühle von Oma. Gelegentlich kaufen wir auch ein paar Hand voll Bohnen und rösten in einer alten geerbten Röstpfanne selbst.

    Noch ’n Tipp – kalter Kaffee – eine Geschmacksoffenbarung: http://lifehacker.com/this-cheap-no-mess-cold-brew-system-offers-a-hassle-fr-1582395519

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  2. Ich bin vor ca. 2 Jahren von meiner Senseo auf handgebrühten Filterkaffee umgestiegen. Natürlich nur mit frisch gemahlenen Kaffee. Seit dem habe ich meine Senseo nicht mehr benutzt und sie steht nur noch rum und verstaubt. Der Geschmack von frischem Filterkaffee ist sehr viel besser als mit den Pads, die ich früher genutzt habe und so viel mehr Aufwand ist es auch nicht, aber dafür ein um so größerer Genuß.

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  3. Bin mit Filterkaffee aufgewachsen und dachte immer, der Kaffee meiner Großmutter ist unschlagbar. Mit dem ersten Kaffee-vollautomat kam der neue, echte Genuss – Kaffee mit Crema. Ohne den Druck der Pumpe und dem erzeugten Schaum (Luft-Sauerstoff) schmeckt jede andere Art so flach wie „eingeschlafene Füße“…sorry…

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