Traurige Trikots von Adidas zur WM

Es ist ein nationales Symbol, etwas, das ein ganzes Land mit Stolz tragen soll – das Trikot der Fußballnationalmannschaft. Hergestellt von Traditionshersteller Adidas. Es kostet stolze 79 Euro. Bei dem Preis wird doch alles in Ordnung sein mit der Herstellung, da ist bestimmt ein guter Lohn für die Näherinnen drin? Hast du dir gedacht – laut der Anstalt im ZDF sind es 80 Cent pro Trikot. Die müssen im Akkord genäht werden. Die Näherinnen können trotz 10 Stunden an der Maschine ihre Familien nicht ernähren. Sie werden krank, weil sie durch Akkordarbeit nicht mal auf die Toilette dürfen. Und ja, die anderen Sportfirmen, Nike und Puma, sind bestimmt nicht besser. Aber Adidas näht für Deutschland bei der WM.

Wie gesagt, es ist nicht irgendein T-Shirt. Es ist das Shirt, das für Deutschland steht. Auf das wir alle stolz sein sollen – oder es sogar tragen als Fans unserer Natonalmannschaft. Und dieses Symbol sollte eine anständige Herkunft haben, seine Näherinnen auch stolz machen, weil es sie gut ernährt. Jetzt ist es eine Schande.

Und Adidas ist das offenbar völlig egal. Vielleicht weil die fränkische Firma weiß, dass kein Kleiderskandal je etwas am Kaufverhalten ändern wird. Weil billig zählt. Aber das Shirt ist nicht billig, sondern richtig teuer. Bei Nachfrage sowohl bei der Pressestelle als auch bei der PR Firma wird einfach abgewunken. Statement? Gibt es nicht. Braucht es ja nicht. Es geht ja nur um ein nationales Symbol.

Was ist eure Meinung, sollte ein wichtiges Trikot fair hergestellt sein? Oder ist das bei dieser WM eh schon egal?

12 Kommentare

  1. Satire? Satire! Ich bin sicher, dass vieles, das wir tragen und konsumieren nicht dem Anspruch von „Fairness“ „gerecht“ wird. Ich bin aber auch sicher, dass Satire überzeichnet. Da wäre mir eine ordentlich recherchierte Grundlage wichtig, ehe ich über ein einzelnes Thema den Stab breche.

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  2. Wäre interessant aufdzuröseln, welche Stufe zwischen Rohstoff und Einzelhandel wie viel an diesem Shirt verdient. Dass bei dem in meinen Augen hohen Preis keine Luft für ordentliche Löhne drin sein soll, kann mir keiner erzählen. Hätte auch nichts dagegen, wenn das auch made in Germany wäre.

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  3. Also ich habe die Folge der Anstalt auch gesehen und mich dazu entschieden, Flagge zu zeigen. All diese „Adidas boykottieren“ Gespräche sind zwar schön und gut, im Endeffekt aber doch sinnlos, da sowieso keiner mitmacht. Und als jemand, der den Sport liebt, bringt es auch herzlich wenig, wenn ich die gesamte WM boykottiere. Wenn es danach geht, müsste man eigentlich so gut alles boykottieren, wofür es keine „faire“ Alternative gibt.

    Ich habe schlichtweg gemerkt, dass die meisten Leute darüber überhaupt nicht informiert sind, da Sie es entweder nicht wollen oder eben schlecht informiert sind.

    Spontaner Vorschlag wäre, man bedruckt sich selbst ein T-Shirt mit einem satirischen Spruch oder einer provokativen Kombination aus Rückennummer und Namen (vllt. einer der Näherinnen) und spendet die 79 € (oder wieviel man auch spenden möchte) in einer Organisation, welche z.B. die Näherinnen entschädigt.

    Im Endeffekt bringt das sowieso nicht viel, da sich diese verkommene Welt immer asozialer entwickelt, aber so hat man wenigstens ein ruhigeres Gewissen.

    Als ob der kleine Mann/Frau eine echte Chance hat, in dieser verkommenen gierigen Welt etwas zu verändern (und kommt mir jetzt bitte nicht mit Wahlen und der damit verbundenen Alias-Demokratie).

    In diesem Sinne
    Klugscheißer

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  4. Wir glauben ja auch immer alles, was im Fernsehen erzählt wird… Also ich hab schon persönlich erlebt, wie die Worte im Mund umgedreht werden fürs TV. Daher bin ich mit solchen „Fakten“ immer vorsichtig.
    Sicher läuft gerade in der Textilindustrie nicht alles sauber und fair. Aber wer von euch kauft Produkte aus deutscher Produktion?
    Einfach nur Adidas zu boykottieren greift zu kurz. Ein Umdenken ist nötig und das macht eben nicht bei Adidas Halt, sondern würde alle Ware aus Fernost umfassen. Und wem ist damit geholfen? Den Menschen in Bangladesch und Vietnam sicher am wenigsten…

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      1. Das „Bio“-Siegel ist mittlerweile ebenso zu einem Massenprodukt verkommen. Wenn jeder Discounter seine Bio-Produkte zu einem gar nicht mal so viel höherem Preis anbieten kann, kann da nicht wirklich viel anders gemacht werden als bei herkömmlichen Produkten.

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