Warum sind Frauen die Opfer im Dschungelcamp?

maroltIch muss gestehen, ich hab mich sehr amüsiert über Larissa, die Sendezeitkönigin des Dschungels. Es hat mir gestern imponiert, dass sie beim Gruppendruck nicht einknickt, sondern ihr Ding durchzieht. Und die Geschichte mit der Vogelspinne, der Oma und dem Hausknecht war eine der Komischten, die ich je gehört habe. Irgendwie mag ich die – das kann daran liegen, dass ich als Bayerin eine größere Affinität zu den Ösis habe und außerdem immer mehr auf der Seite der Außenseiter und Durchgeknallten stehe.

Aber wirklich zum Nachdenken gebracht hat mich ein Tweet meiner Freundin Elle, die konstatierte, dass es sie nerven würde, dass immer Frauen, bevorzugt jung, hübsch und ehrgeizig, das Mobbing-Opfer der Fernsehcommunity und ihrer Mitcampinsassen werden würden. Da hat sie einfach recht, Caroline Beil, Giulia Siegel, Sarah Knappik, Georgina Fleur, irgendwie hat das ein Muster. Und eigentlich kann man sogar den Küblböck in diese Reihe setzen.

Es gibt eine Dramaturgie, mit immer dem gleichen Personal: diverse Schnarchnasen zum Auffüllen, die Stimme der Vernunft (Jochen Bendel oder Olivia Jones), den nölenden Alten (Helmut Berger, Winnfried Glatzeder), der vom ehemaligen Ruhm zehrt, den Testosteronhengst, der während des Staffel zum Würstchen schrumpft (Wendler, Silva Gonzales, Jay), die willige Sexbiene (Melanie Müller, Fiona Erdmann, Indira, Micaela) – und das Opfer. Immer gibt es zwei junge Frauen. die das Potential für diese Rolle haben, wer zuerst zickt, wird es. Ich glaube nicht, dass die Serie gescriptet ist, aber bei 24 Stunden Aufzeichnungen kann man von jedem und jeder die Szenen aussuchen, die zur Rolle passen. Wenn du 23, 5 Stunden schläfst und eine halbe Stunde rumnervst, dass das Essen schlecht ist – was wird dann wohl gezeigt? Eben. Keine Frage, itv Studios, die die Serie für RTL produzieren, verstehen ihr Handwerk perfekt. Hut ab vor dem Casting.

Trotzdem: Ich halte es für bedenklich, die Nation auf ein Opfer zu hetzen, sie Prüfung um Prüfung machen zu lassen. Wobei sich dieses Mal das Opfer sich super hält – aber wie es in ihr drinnen aussieht, weiß ich nicht. Und ich weiß nicht, warum es immer die Frau sein muss, die als Opfer ausersehen wird. Es wird Zeit für eine neue Dramaturgie. Vielleicht mal nur Männer in den Dschungel? Hätte was…

8 comments

  1. Ist das denn richtig? Ich habe das jetzt nicht so verfolgt, aber ich denke da an Daniel Kübelböck, Ross Anthony oder Joey Heindle, die durchaus „Opferrollen“ erfüllt haben.
    Und Frauen haben bei IBES auch durchaus Rollen bekommen, die alles andere als „Opfer“ waren.

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    1. Sehe ich ähnlich und sehe hier keinen Grund einen „Gender-War“ zu provozieren.
      Larissa ist kein Opfer, weil sie eine Frau ist.
      Sie ist ein Opfer, weil sie eine verzogene Göre ist und offenbar öfter den Bezug zur Realität verliert.

      Der Wendler war auf dem gleichen Weg, hat aber ein unauffälligeres Verhalten (naja, ein Verhalten anderer Art, trifft es besser) an den Tag gelegt und hat in den Prüfungen etwas selbstloser alles über sich ergehen lassen, womit er einfach genug Plus-Punkte gesammelt hatte.

      Jede/r die/der sich für den Eintritt in dieses Camp bereiterklärt, sollte inzwischen wissen, worauf er sich einlässt und damit sollte auch klar sein, welches Verhalten zu welcher Reaktion führt.
      Larissa wird, gerade nach Aussagen wie „Für mein Team würde ich alles tun“ (nach katastrophaler Prüfung), weiterhin in die Prüfungen gewählt werden. Ihr eigenes Verhalten hat sie dahin gebracht und sie hat sogar nach 4 Tagen nicht daraus gelernt.

      Diese Opferrolle wird sie übrigens wunderbar los, wenn sie in der heutigen Prüfung (zusammen mit Winfried) endlich mal Taten sprechen läßt. Dann wird sich nämlich genau dieser Winfried in der Opferrolle wiederfinden.
      Warum? Weil er sich durch sein verhalten dazu gemacht hat.

      „Nicht alle Frauen sind Opfer, aber alle Opfer sind Frauen.“ empfinde ich als einfache und generalisierende Provokation.

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  2. Im Ernst: Weshalb sollte ihr Geschlecht sie davor schützen aus einer dümmlichen Veranstaltung bescheuert herauszukommen? Männern würde das doch auch nicht zugestanden. Da würde dann gefeixt („höhöhö“) über den trotteligen Testosteronzug, oder so ähnlich.

    Und so nebenebei: Was wir Männer uns so an medialer Darstellung und Interpretation über uns ergehen lassen müssen geht ebenfalls auf keine Kuhhaut.

    Insgesamt verengte Perspektive, denke ich. Oder vermuten Sie hier eine Art Verschwörung gegen die gesamte Weiblichkeit? Damit würde ich Sie dann doch alleine lassen wollen weil dagegen natürlich kein Kraut gewachsen ist.

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  3. Diesem Problem kann doch jede Frau (und Mann) ganz einfach entgehen. Und einfach nicht hinfahren. Soviel Professionalität darf man wohl erwarten von den Promis und deren Beratern…

    Von daher hält sich mein Mitleid und #aufschrei-Potenzial stark in Grenzen 😉

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