Das Beste vom Frankfurter Weihnachtsmarkt

Das Kinderkarussell ist auch bei Erwachsenen beliebt
Das Kinderkarussel ist auch bei Erwachsenen beliebt

Ich mag den Frankfurter Weihnachtsmarkt. Er ist irgendwie luftiger als der Münchner, bei dem sich in engen Reihen Stand an Stand quetscht. Es gibt neben dem Touristenkitsch wunderhübsche Stände wie etwa die „Puppenstube“, die alles im Miniaturformat anbietet, von winzigen Adventskränzen bis zu winzigen Torten und Möbeln. Ein Kinderwunderland – aber wohl eher was für erwachsene Kinder, die Dinge sind kleine Kunstwerke. Der Stand befindet sich auf dem Platz vor der Paulskirche, ziemlich in der Mitte einer der Budenstrassen.

Nette Figürchen am Töpferstand
Nette Figürchen am Töpferstand

Zwei Stände weiter finden sich süße handgetöpferte Tassen, die erst auf den zweiten Blick ihr Geheimnis freigeben: In der Tasse mit der Katze sitzt eine Maus, in der mit dem Huhn am Henkel liegt ein Spiegelei.

Die Hauptattraktion für die meisten ist vermutlich jedoch das Essen. Gleich vorneweg, es ist meine sehr private kulinarische Auswahl an Lieblingsständen des Frankfurter Weihnachtsmarktes. Ich kann mich dort weder für ein Nierenschaschlik noch für das Käsefonue begeistern. Oder für die belgischen Pommes neben dem einrichtungsladen butlers, für die einige Kolleginnen meilenweit laufen. Ist nicht meins. Dafür müssen es für mich immer die Poffertjes sein, die es an einem Stand in der ersten Reihe, gleich nach der Ampel über die Berliner Strasse gibt. Pur mit Apfelmus oder gefüllt mit je einer Kirsche (eine Spezialität in Frankfurt) sind sie die Wucht. Üppig, fluffig wie ein bayerischer Kaiserschmarrn. Manchmal lass ich mir auch Eierlikör drüber geben. Ich finde es größtartig. Frau Kaiser ist mit ihrem Stand seit 27 Jahren eine Institution. Nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt, sondern auch auf der Dippemess oder dem Wäldschefest.

Ein anderes kulinarisches Muss sind der heiße Äppler oder der Winzerglühwein, den Liebling in den Arkaden gegenüber der Schirn aussschenkt. Ich weiß nicht, was die machen, aber deren Glühwein ist immer um Klassen besser als an allen anderen Ständen. Das ist leider kein Geheimtipp mehr, deswegen ist dort jeden Abend das Gedrängel riesig. Aber es lohnt. Ich trink nirgends anders mehr meinen Wein.

Ich fühl mich von dem kulinarischen Angebot oft ein wenig erschlagen. Es gibt mittlerweile fast alles, Bratwürste, die bei den Deutschen zum feiern einfach dazugehören, Grillsteaks, Maiskolben, ungarische frittiere Fladen namens Langos, asiatische Nudeln, Kartoffelpuffer, Brezen, Quiche Lorraine (schmeckt so lala) Chilli con Carne, unendliche Variationen des Glühweins vom heißen Caipi bis zum Weißweinglühwein. Meist kaufe ich mir (neben den Poffertjes) dann noch eine Tüte Maroni und das wars. Maroni erinnern mich an meine früheste Kindheit, damals standen Maroniverkäufer noch neben qualmenden mobilen Öfen, einen Stand darum gab es nicht. Ich liebe den Geschmack, das mehlig-süße der Maronis einfach.

Für meine Familie in Bayern kaufe ich immer Bethmännchen, das traditionelle Frankfurter Weihnachtsgebäck.

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