Bloggerrelations: macht es einfach

Als Bloggerin habe ich keinen Redaktionsplan, ich muss nicht jede Woche so und so viele Seiten füllen. Ich schreibe, was ich Lust hab, wann ich darauf Lust habe. Ich blogge nicht monothematisch, ich will keiner Firma verpflichtet sein, ich entdecke meine Themen selbst. Mein Blog hat keinen bekannten Namen. Und jetzt fängt das Problem an.

Ich stelle eine Anfrage. Zu einem Produkt, einem Bild, einem Sachverhalt. So wie ich das auch früher als Redakteurin getan habe. (wobei es oft immens mühsam ist, den Ansprechpartner zu finden, ich habe auch noch nie eine Webseite mit einem eigenen Bloggeransprechpartner gefunden) Ich erkläre brav, wie viele Zugriffe mein Blog hat etc. Einige Firmen, vor allem kleinere – reagieren ganz wunderbar und sind hilfsbereit, senden mir das angefragte Material ( zu meist Fotos oder Rezensionsexemplare) postwendend zu. Andere Firmen – meist die Großen, die mir bei der tz die Bude eingerannt haben – reagieren gar nicht. Das ist frustrierend für mich als Blogger, aber auch verständlich (leider) – die großen Firmen sind an den großen Bloggern interessiert. Oder an vielversprechenden Newbies. Nicht an multithematischen Gemischtwarenläden mit 500 Besuchern pro Tag wie dem Meinen. Dabei hab ich das Gefühl, als Bloggerin, die zudem über 3.300 Follower auf Twitter hat, mehr Impact zu haben als damals in der Tageszeitung.

Oder Presseabteilungen bieten mir gnädig an, mich in ihren Presseverteiler aufzunehmen. Das will ich aber nicht. Ich will nicht dauernd zugeballert werden mit vielen Pressesachen, von denen gerade die eine – eben die Angefragte – für mich interessant wäre.

Dabei könnte alles so einfach sein: warum bieten Firmen nicht einen Presse/Blogger “Raum“ an auf ihrer Webseite,  der freigegebenes Material enthält und auf den Blogger und Journalisten zugreifen können? Gibt es kaum. Dabei wäre der (vielleicht mit einem kleinen Einloggprozess) ideal für alle Beteiligten: Wir müssten uns nicht mühsam herumschlagen, die Firmen müssten nicht mühsam alles verschicken. Wenn es um Angst geht, was mit dem Material angestellt wird: jemand, der illegal Bildmaterial braucht, findet das überall. Und auf die Bitte, einen Link zum Artikel zuzusenden, habe ich auch noch nie mit „nein“ reagiert. Im Gegenteil, es freut mich, wenn sich eine Firma für meinen Artikel interessiert.

Meine Erfahrungen helfen mir bei meiner täglichen Arbeit: Als PRlerin, die auch Bloggerelations betreibt, nehme ich jede Bloggeranfrage ernst. Das sollten alle anderen auch tun. ( Ich bin gelernte Redakteurin, hab mein Volontariat bei der tz gemacht. Ich bin seit langen Jahren PRlerin, und ich bin auch Bloggerin)

Der Beitrag nimmt an der Blogparade von Mike Schnoor zum Theme Bloggerelations teil: http://mikeschnoor.com/2013/10/23/aufruf-zur-blogparade-blogger-relations/

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