Bergsehnsucht unter Wolkenkratzern

© Österreich Werbung / Ascher   Bildtext:  Ahornboden im Karwendel / Im Herbst / Tirol
© Österreich Werbung / Ascher Bildtext: Ahornboden im Karwendel / Im Herbst / Tirol

Ich lebe gern in Frankfurt. Aber eins gibt es, das vermisse ich sehr: die Berge. Der Anblick der Alpen am Morgen, vor allem im Herbst, wenn sich die Hänge in alle Tönen von Braun zu Gelb und Rot verfärben, dazwischen Tannen und schon das erste Weiß des herannahenden Winters auf den Gipfeln, das ist einmalig. Und der Duft der Wälder, wenn man zum Wandern aufbricht. Nach Pilzen und Moosen und Laub, nach Harz und Holz. Das ist wunderbar. Und erst, wenn man dann keuchend die Hütte erreicht hat. Was es da zu essen gibt: Wiener Schnitzel und Kaiserschmarrn, Kaspressknödel und Marillenknödel, Schlutzkrapfen und Spinatnocken, Bauernpfanne und Bratkartoffeln…es ist das Paradies. Das kann der Anblick der Hochhäuser und des Mains in Frankfurt auch nicht wettmachen.

Eines meiner liebsten Ausflugsziele rund um München war der Ahornboden im Karwendel. „Komm, wir fahren für einen Nachmittag nach Neuseeland“, war unsere Devise. Je näher man kommt, umso türkiser die Bergbäche, umso schroffer die Felsen.  Und eben die Ahornbäume, eine botanische Rarität, die man erlebt haben muss. Auf die gesamte Hochfläche verteilt stehen rund 2.000 Bergahornbäume, die teilweise schon 600 Jahre alt sind. Und im Herbst bieten sie ein wahres Farbenspektakel: Dann verwandelt sich der Ahornboden in eine Tiroler Version des „Indian Summer„. Ich erinnere mich, am Tag der Oktoberfesteröffnung dort gewesen zu sein. Genialer Käsekuchen auf einer Hütte, strahlender Sonnenschein – ohne besoffene Touristen. Super!

AlmschmankerlDeswegen hat es mich auf der Buchmesse wie magisch zum Stand des Anton Pustet Verlags aus Österreich gezogen, der einige sehr ansprechende Bildbände und Kochbücher im Programm hat. Darunter eins, dass ich mir gleich als Rezensionsexemplar mitgenommen habe: „Almschmankerl“ von Herbert Gschwendtner. (25 Euro)  Das wunderschön aufgemachte Buch vereint Kochbuch und Wanderführer. Der Autor zeigt die schönsten Wanderwege im Salzburger Land (auch nur 2 Auto- oder Zugstunden von München entfernt) samt ihren Sehenswürdigkeiten und – das ist für mich wie gesagt das Wichtigste am Wandern 🙂  – er verrät, was es auf den erreichten Hütten zu essen gibt und liefert dazu die originalen Rezepte der Hüttenwirte. Die sind hier im Flachland eh besser für den Herbst und Winter geeignet. Faschierte Wildlaiberl auf Pfifferlingsauce, Kasnocken, Almheusuppe, Bauernkrapfen – alles herrlich anzusehen, recht leicht zuzubereiten und garantiert ein Hit, wenn Flachlandtiroler zu Besuch sind. Und im Sommer probiere ich die Wanderwege aus. Und lass mich selbst bekochen.

PS: Ich freu mich über Tipps für gute Kochbücher. Ich liiiebe Kochbücher.

Ein Kommentar

  1. Der Ahornboden ist wirklich mehr als empfehlenswert, tolles Bild, und gerade um die Jahreszeit ein wahrgewordener Traum!!! Bin gerade am Wochenende über ein witziges Kochbuch gestolpert, bayerische Tapas. Die Autoren sind Florian Lechner und Tanja irgendwie. Er ist Koch im Moarwirt in Dietramszell, typische Zutaten, manchmal sehr ungewöhnlich arrangiert. Hat mir gut gefallen. Liebe Grüße von Doris

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