Hilflosigkeit erzeugt Wut. Wut erzeugt Hass

„This is a men’s world…“ Und das ist leider wahr. Dass sich der „Wert“ einer Frau nicht an ihrem Intellekt oder ihrem Charakter bemisst, sondern an ihrer Schönheit, können wir mal als gesetzt festhalten. Ebenso, dass Frauen es schwerer haben, im Beruf die Karriereleiter hochzuklettern. Dass Frauen jeden Tag damit konfrontiert sind, wie sie reduziert werden auf ihr Äußeres und ihre Eignung als Sexobjekt. Da ist jeder Kinofilm, jedes Werbeplakat und jede TV-Show Beleg dafür. Macht man als Frau darauf aufmerksam, wird man als frustrierte, ungevögelte Zicke beschimpft, die das gefälligst gut oder zumindest „ironisch“ zu sehen habe. So weit, so scheiße.

Es ist klar, dass diese allgemeine doch recht frauenfeindliche Haltung die, die sich daran abarbeiten, richtig wütend werden läßt, dass sie laut werden und – ja, auch manchmal ungerecht. Weil es halt ermüdend ist, tagtäglich den gleichen Rotz als Erwiderung zu bekommen und zwar von Männern und Frauen und es wird denen, die gegen die „blöden Feministinnen“ herumkeifen, schon mal der verbale Mittelfinger gezeigt. Verständlich.

Aber Wut und Hass machen auch blind. Jede und jeder sollte mal innehalten und reflektieren: gegen wen kämpfe ich da eigentlich? Kämpfe ich gegen die, die mir den Weg verwehren, die mich für minderwertig halten, nur weil ich optisch nicht ihren Erwartungen entspreche? Oder gegen jemanden, der mir zwar in Teilen zustimmt, aber eben nicht in allen? Und vor allem: Kämpfe ich mittlerweile mit den gleichen Mitteln?  Indem ich meine Gruppe herbeizitiere, die den gleichen gesellschaftlichen Druck auf meine „Gegner“ aufbaut wie die Gesellschaft das mit Frauen macht? Es wird dagegen gekämpft, dass Frauen einem bestimmten Bild entsprechen sollen – wie kann man dann erwarten, dass andere Frauen genau dem Bild entsprechen, wie man es selbst gerne hätte? Denn durch den permanenten Widerstand haben viele Feministinnen schon auf Durchzug geschaltet und sind dann weder Argumenten noch einer Diskussion mehr zugänglich – was die wütend macht, die versuchen, nicht zu haten, sondern zu diskutieren. Deswegen hab ich mich zum Beispiel auch schon öfter zu einer abfälligen Bemerkung hinreissen lassen, obwohl ich den Feministinnen in weiten Teilen recht gebe – wohlgemerkt nicht in allen. Aber es wurde mir manchmal zu fanatisch, dogmatisch. Und reden war auch nicht drin. Und so schaukelt sich sowas manchmal hoch – beide Seiten sind verletzt, frustriert, wütend und werden unsachlich. Dabei gibt man sich zu 90Prozent recht. Das ist keinen Streit wert. Genausowenig wie die reinen Hater.

5 comments

  1. Dass Frauen jeden Tag damit konfrontiert sind, wie sie reduziert werden auf ihr Äußeres und ihre Eignung als Sexobjekt. Da ist jeder Kinofilm, jedes Werbeplakat und jede TV-Show Beleg dafür.

    Bitte hier entlang.
    Klar, alles Einzelfälle – oder ist männerfeindlicher Sexismus „besser“?

    Damit steht und fällt deine Argumentation.

    Gefällt mir

    1. Ähm, wieso genau fällt eine Argumentation darüber, dass Frauen diskriminiert werden, mit der Feststellung, dass es bei Männern nicht anders wäre? Das eine schließt das andere doch nicht aus.

      Wobei ich Feminismus auch keinen schönen Begriff finde, nebenbei gesagt, er impliziert nicht die richtigen Ziele (absichtlich oder unabsichtlich). *In’s Wespennest setz‘.“

      Gefällt mir

    2. Entschuldigung, aber da muss man doch auch beachten, wer die Werbung gemacht hat. Sexistisch kann es doch nur dann sein, wenn Männer frauenfeindliche Werbung machen oder wenn Frauen männerfeindliche Werbung machen. Ich weiß es zwar nicht genau, aber ich bezweifle, dass die Werbung, auf die in der WikiMANNia verwiesen wird, vorwiegend von Frauen zu verantworten ist. Von daher behaupte ich, dass die meisten Spots gar nicht sexistisch sein können, sondern eher ironisch gemeint sind.
      Ich glaube, die meisten Männer lehnen die Sexismus-Debatte ab, weil sie das entsprechende Frauenbild schon so verinnerlicht haben, dass es ihnen gar nicht mehr sexistisch vorkommt. Das beweist aber nicht, dass es keinen Sexismus gibt. Nur offensichtlich verstehen nicht wenige Frauen unter Sexismus etwas anderes als die meisten Männer, was dazu führt, dass die einen Sexismus wahrnehmen (die davon betroffen sind) und die anderen nicht (die ihn bewusst oder unbewusst ausüben).

      Gefällt mir

  2. Ich sehe das nicht so!
    Es liegt an jedem selbst, wie er sich sehen will und wenn ich mich als Sexobjekt sehen will, dann tu ich das!
    Wenn ich allerdings als gestandene Frau mit Meinung und Hirn gesehen werden will, dann tu ich das auch!
    Die innere Einstellung eines Jeden, ist das, was letztendlich nach außen wirkt 😉

    Gefällt mir

  3. Das Problem sind ja nicht nur die Männer: illegale Prostitution mal ausgenommen, begeben sich Frauen in der Werbung und so bewusst in diese Rolle, Fakt ist auch, dass manche Männer nun einmal so einen Charakter haben und man versuche mal das zu ändern. Außerdem gibt es ebenso Frauen, die nur auf das Aussehen von Männern achten…. jedem das Seine.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s