Quatsch mit Sauce

Produktfoto von Knorr
Produktfoto von Knorr

Jetzt soll die Zigeuner-Sauce und das Zigeuner-Schnitzel umbenannt werden, weil sich Sinti und Roma damit diskriminiert fühlen. Und alle nicken ernst und sagen, wenn die „Betroffenen“ das wollen, müssen wir die Sauce umbenennen. Das verstehe ich nicht. Warum sind die denn betroffen? Klar, wenn ich einen Sintí oder Roma „Zigeuner“ nenne, ist das eine Diskriminierung. Aber warum identifizieren sie sich selbst mit dieser komischen Sauce? Das ist ein Fantasierezept mit einem Fantasienamen für eine Fantasiebevölkerungsgruppe, die es so nie gab. Der Name sollte damals, als er geschaffen wurde, Exotik vermitteln , etwas Besonderes, den Hauch von Fernweh. So wie die „serbische Bohnensuppe“, das „arabische Reiterfleisch“ oder der „Toast Hawaii“. Wer Zigeunersauce bestellt, weiß, er bekommt eine Tomatensauce, leicht scharf, mit Paprikastückchen. Das ist ein fest eingeführter Küchenbegriff.

Auf keiner Flasche des Elaborats, das in Supermärkten erhältlich ist, sind Bilder von Menschen zu sehen, niemand muss sich von der Sauce persönlich angesprochen fühlen. Ich finde, hier geht die Empfindlichkeit und die politische Korrektheit zu weit. Da wird Energie und Goodwill verschwendet, der woanders besser aufgehoben wäre. Denn mit solchen recht sinnfreien Forderungen und Spitzfindigkeiten verprellt man die breite Masse, die bei den Forderungen nach politisch korrekter Benennung sämtlicher Dinge mittlerweile nur noch die Augen rollen. Lasst doch die Kirche im Dorf btw die Sauce beim Schnitzel.

40 comments

    1. Ich weiß, dass ich damit auf taube Ohren stoße, aber ich würde mir wünschen, dass alle vor dem Empören einmal kurz innehalten und nachdenken. Mein Wunsch wäre, dass wir die wirklich großen Themen diskriminierung, Rassismus aufgreifen, die in der Gesellschaft existieren udn immer schlimmer werden. Und dass wir dazu so viele der Bevölkerung wie nur möglich ins Boot holen. Aber mit dem Empören über sprachliche Benennungen von Saucen, das können relativ wenige nachvollziehen. Damit wird jede Debatte im Keim erstickt. Aber wie gesagt, das ist meine Meinung.

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      1. @Katrinhilger:
        Geben Sie diesen fanatischen Gutmenschen keinen Millimeter.
        SIE haben recht. Der Mensch ist immer noch ein Produkt seiner Vernunft, nicht seiner politisch korrekten Selbstgefälligkeit.
        @Pirat:
        Man kann Ihren Kommentar nicht richtig lesen – Ihr Heiligenschein blendet zu sehr!

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      2. Wohlfeile Antwort oder bequeme Ausrede? „Es gibt doch soooo viel wichtigeres zu tun.“ Wieso ist das ein Argument dagegen, die kleinen Dinge, die man tatsächlich jetzt sofort tun kann, nicht zu tun? Welche Ressourcen werden dem Angriff auf die großen Themen des Rassismus entzogen, wenn ein Lebensmittelhersteller ein Produkt umbenennt? Sie und alle die daraus überhaupt erst eine Debatte machen, könnten Ihre Energien doch sinnvoller einsetzen, als sich über mögliche Marketingentscheidungen aufzuregen, die Sie überhaupt nichts angehen.

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  1. Hier sieht man einmal mehr das Resultat, wenn Piraten ohne Fachkompetenz sich über ein Thema echauffieren. Völlig undifferenzierter Artikel.

    Im Gegensatz zum Toast Hawaii und der serbischen Bohnensuppe ist die Begrifflichkeit des „Zigeuners“ bis heute eine abwertende, diskriminierende Bezeichnung für Sinti und Roma. Dabei ist es völlig unerheblich, in welchem Kontext dieser Begriff verwendet wird – in jedem Fall bezeichnet er immer die eine bestimmte Personen-/Randgruppe, welche durch ihr äußeres Erscheinungsbild stigmatisiert wurde/wird. Oder würdet ihr die Einführung einer „Schlitzaugensuppe“ mit „Polacken-Gemüse“ befürworten?

    Dieses Wort und all seine Brüder und Schwestern aus dem alltäglichen Sprachgebrauch zu entfernen ist ein längst überfälliger Schritt. Niemand braucht Ewiggestrige wie alphachamber, die es immer noch ein bisschen geil finden, wenigstens bei der Bezeichnung eines Schokoschaumkusses die N-Bombe platzen lassen zu dürfen.

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    1. „bestimmte Personen-/Randgruppe, welche durch ihr äußeres Erscheinungsbild stigmatisiert wurde/wird“. Aha. Sinti und Roma sehen also alle gleich aus? Das ist rassistisch.

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      1. Ich weiß zwar nicht, welcher Passage meines Kommentars du diese seltsame Schlussfolgerung entnimmst, aber ehe du dich hier noch mehr blamierst – eigne dir besser zuerst Grundkenntnisse über allgemeine Stigmatisierungsprozesse an und informiere dich bitte nochmal zur Begrifflichkeit des Rassismus bezüglich der Roma. Mit deinem Halbwissen hat eine ernsthafte Diskussion über dieses Thema keinen Sinn und du, entschuldige die Wortwahl, kotzt somit nur deine undifferenzierte Meinung ins Netz. Wie viele andere Piraten eben auch.

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  2. Das ist tatsaechlich mit das duemmste was ich heute lesen durfte. Das word “Zigeuner” ist einfach beleidigend und hat eine Geschichte voll Diskriminierung. Die Leute die so bezeichner werden wuenschen sich einfach, dass das Wort nicht mehr verwendet wird. Aber Nein, stattdessen grosses Haenderingen, man will uns das Schnitzel nehmen, oh Gott.

    Statt politisch korrekt koennte man auch einfach “Keine beleidigenden Woerter verwenden” sagen. Das kann ja wohl nicht so schwer sein. Auch nicht so schwer: Als nicht-persoenlich-betroffene-Person anderen Leuten vorschreiben zu wollen, wo sie sich diskriminiert fuehlen duerfen und wo besser nicht.

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      1. Ne das ist tatsaechlich danebengegangen. Niemand behauptet dass das das wichtigste Thema auf der Welt ist. Aber es ist ein Problem, und darueber muss man reden. Mit dem Argument „aber es gibt wichtigeres“ laesst sich fast jede Diskussion abwuergen. Zu warten bis andere Dinge endgueltig geklaert sind ist jedenfalls nie eine Loesung.

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    1. Lieber Herr „McGraw“…
      wenn der Blog wirklich das Dümmste war, was Sie heute gelesen haben, dann haben Sie wahrscheinlich mit diesem Blog begonnen… oder lesen nicht arg viel 😉

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  3. Derweil in Ungarn der Faschismus marschiert und Roma/Sinti massakriert und vertrieben werden,
    derweil in Italien Romalager niedergebrannt werden und
    derweil in Deutschland Politiker wie der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Korol behaupten können, Roma und Sinti lebten „sozial und intellektuell noch im Mittelalter“; ihre Männer hätten keine Hemmungen, „die Kinder zum Anschaffen statt zur Schule zu schicken“ und „ihren Frauen die Zähne auszuschlagen“…… (http://antizig.blogsport.de/category/antiziganismus-von-links/)
    …..derweil hat der Zentralrat keine wichtigere Aufgabe, als diffizile Sprachkritik zu betreiben und irgendwelche Glutamatüberladenen Lebensmittelversauerer auf die TO der öffentlichen Wahrnehmung zu setzen.
    Herzlichen Glückwunsch!

    btw, das ist auch nur eine Neuauflage der „Pipi Langstrumpf – Südseekönig-Debatte“
    siehe auch http://evidentist.wordpress.com/2013/01/26/sollen-wir-pippi-verbrennen/

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  4. Hallo Katrin…
    da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht!
    Ich finde es sehr schade, dass hier gleich so scharf „geschossen“ wird…wie beim obigen Beitrag.
    Peinlich finde ich allemal, dass für solche Überlegungen überhaupt Zeit verschwendet wird!
    Hier ein guter Link zum Thema…vor allem der letzte Absatz sagt so ziemlich alles aus.
    http://www.tagesspiegel.de/meinung/rassismus-in-kinderbuechern-achtung-zensur/7658452.html
    Wie der Autor schon schreibt…niemand wird Rassist, weil er als Kind die Wörter Neger, Mohr, Zigeuner usw. gehört oder gelesen hat…!!!
    Man kann alles übertreiben!
    Ein guter Umgang mit „Geschichte“ und die Weitergabe an unsere Kinder wäre allemal effizienter, als totschweigen, umschreiben von Kinderbüchern, umgestalten von Firmenemblemen (Sarotti) oder Umbenennen von irgend welchen Lebensmitteln!

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  5. Die Aufregung um die Zigeunersauce ist völlig lächerlich. Die einzige Frage ist, wie es einige vernünftige Leute geschafft haben, es bei den Piraten auszuhalten.

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  6. Was viele empörungsbereite (Neu?)Piraten nicht wissen: Auch „Pirat“ ist beleidigender Ausdruck für Rechtsbrecher, Räuber, Vergewaltiger etc. Sachkundige Personen wissen natürlich:

    „Ihren Namen hatte sie von der Anti-Copyright-Organisation Piratbyrån, welche zuvor bereits den BitTorrent-Tracker The Pirate Bay gegründet hatte. Die Musik- und Filmindustrie prägte den Begriff „Piraten“, um damit Personen, die unrechtmäßig Inhalte kopierten, eine besonders negative Konnotation zu verleihen.

    Die Piraten griffen absichtlich diese Bezeichnung auf, um im öffentlichen Diskurs eine Neubewertung herbeizuführen, den Begriff politisch positiv zu besetzen und als sogenanntes Geusenwort zu benutzen.“

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  7. Wenn ich als Standartenführer der Waffen-SS einen Ungarn Zigeuner, einen Deutschen einen Homosexuellen oder ein weißrussisches Kind Kommunisten-Gör oder oder eine Kathrin völlig wesensfremd Pirat nenne, ist das natürlich eine Diskriminierung, aber warum fühlen die sich auch alle überhaupt von meiner Nennung angesprochen? Die können doch einfach weghören und beten?

    Du findest, hier geht die Empfindlichkeit und die politische Korrektheit zu weit, da werde Energie und Goodwill verschwendet, der woanders besser aufgehoben wäre. So hätte ich zum Energie-Sparen auch gerne gedacht und mir einfach mal die Erfahrungen der Roma und Sinti angehört, anstatt meine Energie in einen eloquent invalidierenden Blog-Post zu verschwenden, denn dann käme man vielleicht ins Gespräch, ob die Dämonisierung und Ausgrenzung der Angehörigen zigeunischer Ethnien nicht eine viel längere Tradition hat als Rezeptur der Schlemmer-Soße von Knorr.

    Beleidigende Worte kann man überleben, aber wenn aus Worten Gedanken werden und aus Gedanken Taten, kann es gefährlich werden.

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    1. @Roman Czyborra
      Rückfrage: Verschwindet Antiziganismus (der eine seeeehr lange Tradition hat), wenn man „Zigeuner**** irgendwas“ aus dem Sprachgebrauch eliminiert?

      Verschwindet Antisemitismus, wenn man „Die Juden sind schuld***irgendwas“ eliminiert? Nein. Nun sind es „Die Israelis“

      Verschwindet Rassismus, wenn man aus Afrikanern „People of color“ macht? Nein.

      Diese ganze Sprachakrobatik ist eine Medienblase, derweil die neuen Pfeilkreuzler Realitäten schaffen.

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  8. Als Piraten-Sympathisant kann ich der Autorin nur zustimmen und hinzufügen:
    Liebe Piraten, es sind Diskussionen wie diese, mit denen Ihr euch in meinen Augen einfach nur lächerlich macht. Man bekämpft Rassismus nicht, indem man Wörter verbietet.

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  9. Kommt das jetzt alles auf den Index???

    „Spiel Zigan spiel“…Udo Jürgens
    „Zigeunerjunge“…Alexandra
    „Ich hab Zigeunerblut und ich tanze“…Interpretin fällt mir grad nicht ein
    „Lustig ist das Zigeunerleben“…Volkslied
    „Zigeunerblut“… mehrere Interpreten
    „Zigeunerlied“… Ivan Fischer
    „Die Zigeunerlieder“… Brahms
    Zigeunerblut…Film (1947)
    Zigeunerlied – Johann Wolfgang von Goethe
    Zigeunerlieder… Kristin Theisen und Various
    Zigeunerlieder-Lieder & Duette….Genia Kuehmeier, Bernarda Fink, Berner und Antonin Dvorak
    Der Zigeunerbaron…von Johann Strauß
    usw.usw.usw…

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    1. kulturelle Werke sind Spiegel ihrer Zeit. Von einer Tomatensuace kann man das ja wohl kaum behaupten. Und bevor das Argument kommt: Wie im Artikel http://www.sprachlog.de/2013/08/16/lustig-ist-das-rassistenleben/ zu lesen, steht die Bezeihnung Z.Sauce mitnichten in irgendeiner sprachlichen Tradition. Die beste Parallele ist ja das Wort Negerkuß. Die Diskussion und Argumentation sollte doch mittlerweile auf dem letzten Kuhdorf angekommen sein. Allerdings lassen mich Kommentare wie Ihrer oder die unter dem Spiegelartikel dann doch wieder daran zweifeln. Niemand bezeifelt, dass es das Wort „Zigeuner“ gibt, trotzdem wird man die Debatte führen dürfen, ob die Verwendung – gerade im Kontext eines Alltagsgegenstands – zeitgemäß oder doch rassistisch ist. Es geht hier auch nicht um das Verbot von Paprikasauce. Folglich sind alle Bezüge auf Strauß etc. reines De-Railing und damit Störkommunikation.

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  10. Ich gebe Katrin vollkommen Recht. Von allen Möglichkeiten, das Wort „Zigeuner“ einzusetzen, ist das Zigeunerschnitzel wahrscheinlich die Möglichkeit, die noch die meisten positiven Assoziationen weckt.

    Ich bin noch mit Zigeunerschnitzel und -sauce, Negerküssen, Sarotti-Mohr und Pipi Langstrumpfs Negerkönig-Papa groß geworden – und empfinde keins dieser Worte als rassistisch oder beleidigend. Ich bin sogar mit dem Begriff „Neger“ als neutrale Bezeichnung für farbige Mitbürger aufgewachsen, und musste über die Jahre hinweg miterleben, wie die Benutzung mehr und mehr geächtet wurde. Inzwischen darf man ja nicht mal mehr „Farbiger“ sagen, ohne dass die ersten Augenbrauen hochgezogen werden.

    Anstatt also das Wort „Zigeuner“ zu stigmatisieren und aus unserem Wortschatz zu verbannen (und den Rassisten nur die Möglichkeit zu geben, neue Begriffe ideologisch zu vergewaltigen – inzwischen werden ja auch schon die Bezeichnungen „Sinti und Roma“ mit verächtlichem Zischen ausgesprochen), müssen wir solche Worte aus dem Schlamm negativer Assoziationen ziehen! Wenn 90% der Bevölkerung den Begriff „Zigeuner“ mit positiven Dingen verbinden würden, wäre er als Schimpfwort schlicht und einfach nicht mehr geeignet. Anstatt also mehr und mehr Worte den Rassisten zu überlassen, mit schamgebeugtem Haupt und politisch korrekt angelaufenen roten Wagen, sollten wir die Begriffe lieber bewusst in positivem Kontext benutzen. Heute gibt’s leckere Zigeunerschnitzel zum Mittag, und am Nachmittag eine Negerküse-Schlacht!

    Die ganzen „Das darf man doch nicht sagen, oh Gott!“-Gutmenschen haben mit ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz dieser Begriffe als Schimpfworte mehr Schaden angerichtet als die paar Rassisten-Vollhonks, die die gleichen Begriffe wirklich mit beleidigender Intention verwenden.

    Oder etwas deutlicher, damit es auch der letzte begreift: Dadurch, dass Ihr den Begriff „Zigeuner“ in die dunkle Ecke der rassistischen Begriffe schiebt, fördert Ihr den Rassismus. Ihr überlasst Ihnen – bildlich gesprochen – Land zum Niederlassen, mit jedem einzelnen Rückzug, mit jedem einzelnen „Das sagt man doch nicht mehr“. Ihr gebt den dummen Menschen neue Munition für ihre Verbal-Diarrhöe und – was am Schlimmsten ist – Ihr gebt ihnen Aufmerksamkeit.

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    1. Ich, ich, ich! Es geht hier aber nicht um Sie und auch nicht darum, wie Sie die Wörter kulturell interpretieren, umdefinieren oder fühlen. Um Ihre persönliche weiße, traditionalistische Wohlfühlideologie. Es geht hier um Menschen, für die die entsprechende Begriffe Beleidigungen darstellen, für die sie Assoziationen mit Unterdrückung, Entmenschlichung und Völkermord verbinden. Neger und Zigeuner sind ganz klar rassistische Begriffe, weil sie historisch eindeutige Bezüge haben. Dass das Wort Neger die entsprechenden Volkgruppen auf Ihre Hautfarbe reduziert, muss man doch hoffentlich nicht auch noch erklären. Ansonsten können Sie ja gern mal erklären, wie Otto Normalbürger den kognitiven Spagat hinbekommen soll, den Begriff auf der Saucenfalsche oder Süßspeisenverpackung nicht mit der Herkunft und damit der entsprechenden Volksgruppe zu assoziiieren. Oder sollen wir wieder Neger, Pollacke, Zigeuner, Schlitzauge, Kümmeltürke, Reisfresser, Froschfresser, Schluchtenscheißer … im Alltag benutzen, für Menschen, die wir in die Schublade einordnen? Ist das ernsthaft Ihre Argumentationslinie?

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      1. Na, da hat sich aber jemand wirklich Mühe gegeben, meinen Beitrag nicht verstehen zu wollen….

        Also erstmal: Klar geht es um mich, wenn ich meine persönlichen Erfahrungen anführe. Um wen bitte sonst? Von Ihren Erfahrungen kann ich ja wohl kaum erzählen, oder?

        Und es geht auch nicht darum, dass einzelne Menschen sich von Begriffen beleidigt fühlen könnten. Genauso gut könnte ich mich Ihrer Aussage „weiße, traditionalistische Wohlfühlideologie“ beleidigt fühlen. Da schwingt nämlich eine ganze Menge NS-Vokabular mit. Aber für solche Art Beleidigung sind Sie ja viel zu sehr Gutmensch, oder? Also lieber weiter im Text. Es geht nämlich nur darum, wie wir die Begriffe verwenden – und was wir dabei denken, wenn wir sie verwenden.

        Grundsätzlich ist Zigeuner kein Rassenbegriff, sondern bezeichnet eine ethnische Zugehörigkeit. Und so eindeutig sind die Bezüge nicht, wie Sie sie gern hätten: Gerade in den Nachkriegsjahren hat man mit dem Begriff Zigeuner – wohl auch aus dem verständlichen Zwang, die jüngste Vergangenheit zu verdrängen – eine verklärt romantische Vorstellung des „Fahrenden Volkes“ verknüpft. Wer hat früher nicht gern das melancholische „Zigeunerjunge“ mitgesungen? Insofern ist Zigeuner weder rassistisch noch so schön eindeutig negativ belegt, wie Sie es gern hätten. Was ich übrigens auch aus erster Hand bestätigen kann: Meine Großeltern kommen aus Ungarn – in meinen Adern fließt, wenn auch nur zu einem kleinen Teil, Roma-Blut. Soviel zu der weißen, traditionalistischen Wohlfühlideologie…

        Der Begriff Neger – nur um diesen Teil auch noch aufzugreifen – bezieht sich natürlich klar auf die Hautfarbe. Genauso wie sich „Blondine“ auf die Haarfarbe bezieht. In beidem seh ich erstmal noch keine Beleidigung. Beleidigend wird es erst, wenn man die Begriffe verwendet, um einer Gruppe minderwertige Attribute zuzuordnen. Entweder direkt – oder indirekt, in dem man diese Begriffe als verba non grata erklärt.

        Nun zur Soßenflasche. Natürlich werden Assoziationen geweckt, wenn da „Zigeunersoße“ drauf steht. Aber welche? Für mich ist die erste Assoziation ein Grillfeuer, um das mehrere Menschen sitzen und dem Fleisch beim Brutzeln zusehen. Eine Großfamilie des Fahrenden Volkes, die einen romantischen Abend verbringt, singend und lachend und vor allem: friedlich. In meinen Augen eine sehr schöne Assoziation. Wenn Sie damit als allererstes Völkermord in Verbindung bringen, tun Sie mir fast leid.

        Polake kommt übrigens vom polnischen „Polak“, was – Überraschung, Überraschung – einfach nur „Pole“ bedeutet. Auch hier wieder: Es wird erst ein Schimpfwort, wenn man es wie eins verwendet.

        Leider haben Sprachdesinfizierer wie Sie es längst geschafft, viele Begriffe dauerhaft zu stigmatisieren, und haben damit nur den Rassisten in die Hände gespielt. Und was hat es gebracht? Geht der Rassismus zurück, nur weil man nicht mehr Neger sagt? Eben nicht! Man gibt den Rassisten einfach nur mehr Vokabular. „Wenn man nicht mehr Neger sagen darf, muss es ja eine schlimme Beleidigung sein. Also schimpf ich den nächsten, den ich beleidigen will, einfach mal Neger“.

        Kleine Sprachexkursion am Rande: Unter Minderjährigen wird in den letzten Jahren gern das Wort „Opfer“ als Beleidigung verwendet, weil man damit ausdrückt, dass jemand schwächer und unterlegen sei. Jugendliche, die so bezeichnet werden, fühlen sich tatsächlich schwer beleidigt und angegriffen.
        Es handelt sich also um genau die gleiche Situation: Eine kleine Gruppe dummer Menschen verwendet einen eigentlich neutral wahrgenommenen Begriff, um eine andere Gruppe zu beleidigen, weil bei dem Begriff gewisse Nebenbedeutungen mitschwingen.
        Also, wo ziehen wir die Grenze? Sollen wir den Begriff ebenfalls ächten? Und mit lächerlichen Verbalkonstruktionen drumherum schleichen?

        Nochmal: Würden Begriffe wie Zigeuner oder Neger häufiger in positivem als in negativen Sinne gebraucht, wären es keine Beleidigungen. Sie sind der Schubladendenker, nicht ich.

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      2. Gott, Rainer, da weiß man ja gar nicht, wo man anfangen soll. Eigentlich sollte man gar nicht anfangen, denn gegen das „Gutmensch“-Argument hilft ja bekanntlich eh nix.

        Wie auch immer
        – „Ich … empfinde keins dieser Worte als rassistisch oder beleidigend“
        „und was wir dabei denken, wenn wir sie verwenden.“
        Eben nicht. Es geht darum, wie andere sie auffassen können.
        – „Grundsätzlich ist Zigeuner kein Rassenbegriff“
        Rassismus bezeichnet gemeinhin heute auch nicht ausschließlich Rasse-bezogene Intoleranz
        – „sondern bezeichnet eine ethnische Zugehörigkeit“
        falsch, es unterstellt eine Zugehörigkeit verschiedener ethnischer Gruppen und ist negativ konnotiert.

        – „Leider haben Sprachdesinfizierer wie Sie es längst geschafft, viele Begriffe dauerhaft zu stigmatisieren“
        Aha, ach so. Neger war nicht etwa seit Jahrhunderten ein Begriff der Unterdrücker?! Das haben Sprachdesinfizierer wie ich veranlasst, soso…
        – „Meine Großeltern kommen aus Ungarn – in meinen Adern fließt, wenn auch nur zu einem kleinen Teil, Roma-Blut.“
        Insofern das nicht einfach nur eine Märchenanekdote ist, Ungarn sind noch lange nicht zwingend Roma.
        – „Wer hat früher nicht gern das melancholische “Zigeunerjunge” mitgesungen? Insofern ist Zigeuner weder rassistisch“
        Wow, was für ein gekonnter Zirkelschluss. Wir überlegen noch mal kurz: Wer hat die besagten Lieder gesungen, Opern geschrieben? Das waren alles Sinit und Roma, die so unglaublich stolz auf ihr freies Leben als fahrendes Volk waren, oder? Nicht? Nanu!
        – „In meinen Augen eine sehr schöne Assoziation.“
        Tjoa. Hat nur nichts mit der Sache zu tun.
        – „Opfer“
        Opfer ist aber nicht spezifisch und auch nicht auf ein phänotypischen Wesenzug projeziert. Daher kein Rassismus, sondern einfach nur eine Beleidigung. Opfer hat auch keine geschichtliche Konnotation wie die N- und Z-Wörter.
        – „Würden Begriffe wie Zigeuner oder Neger häufiger in positivem als in negativen Sinne gebraucht, wären es keine Beleidigungen“
        Nochmal: Falsch. Sie, der sie kein Teil der so bezeihneten, beleidigten Minderheit sind, könne nicht einschätzen, wie eine Bezeichnung auf den Betreffenden wirkt.

        Ich nenne Sie ja auch nicht „Arschloch, aber ein ganz lieb, ganz anders gemeintes Arschloch“. Hey – Ist doch nur ein Wort und wir bestimmen, wie es belegt ist, oder? (Übrigens wäre diese Bezeichnung auch „nur“ eine Beleidigung, die noch nicht mal auf echte oder zugeschriebene Merkmale abzielt. Nicht dass das jetzt wieder mit Rassismus gleichgesetzt wird)

        Hoffentlich werde ich jetzt nicht moderiert.

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  11. Si tacuisses… warum Sie jedesmal mit einer Beleidigung einsteigen und mit einer weiteren beenden, wird mir nicht ganz klar, zeigt aber doch, wessen Geistes Kind Sie sind.

    „Eben nicht. Es geht darum, wie andere sie auffassen können.“
    Zugegeben, das stimmt ebenfalls (Sender-Empfänger-Problem, anyone?). Allerdings hilft es nicht, am Signal rumzuschrauben. Eine Störung wird dann nur durch die nächste ersetzt (gestern hat man „Neger“ verboten, heute verbietet man „Schwarzer“, morgen dann „Farbiger“). Stattdessen muss man in Dialog treten, Feedback geben und selbst Feedback auswerten. Nicht das Wort „Zigeuner“ ist die Beleidigung, sondern das, was ich damit ausdrücken will. Also hilft es auch nichts, das Wort „Zigeuner“ zu ächten – denn das löst das Problem nicht. So tritt an die Stelle des einen Unbegriffs einfach nur der nächste. Tolle Art der Problemlösung.

    „Rassismus bezeichnet gemeinhin heute auch nicht ausschließlich Rasse-bezogene Intoleranz“.
    Doch, wenn man von „klar rassistischen Begriffen“ spricht, dann schon. Oder verwenden Sie jetzt einfach meine Behauptung, dass Worte nur Worte sind, plötzlich gegen mich? Oh, da sind Sie ja ein ganz Perfider…

    „falsch, es unterstellt eine Zugehörigkeit verschiedener ethnischer Gruppen und ist negativ konnotiert.“
    Ist es eben nicht. Das hätten Sie und Ihresgleichen nur gern. Und wenn man es lang genug wiederholt, wird es schon irgendwann wahr werden, gell?

    „Aha, ach so. Neger war nicht etwa seit Jahrhunderten ein Begriff der Unterdrücker?! Das haben Sprachdesinfizierer wie ich veranlasst, soso…“
    Jetzt ist jeder, der den Begriff Neger verwendet hat, ein Unterdrücker? Gott, Sie sind ja noch verbohrter, als ich gedacht hab.

    „Insofern das nicht einfach nur eine Märchenanekdote ist, Ungarn sind noch lange nicht zwingend Roma.“
    Ohje, erst bin ich ein Nazi, dann Unterdrücker, nun also ein Lügner. Ist es wirklich so schwer zu akzeptieren, dass die Welt nicht nur weiß und braun ist? Warum sind es gerade die, die das Fähnchen der gegenseitigen Wertschätzung so hoch recken, immer genau die, die am meisten Intoleranz an den Tag legen? Und nein, es ist keine Märchen-Anekdote. Mein Großvater stammt aus Cegléd, wo sich wiederum sein Vater mit Familie niedergelassen hat. Mein zweiter Vorname ist Sándor, die Rufform (die vor allem unter Roma gebräuchlich ist) davon ist Sanyi. Mein Onkel nennt mich heut noch so.

    „Wer hat die besagten Lieder gesungen, Opern geschrieben? Das waren alles Sinit und Roma, die so unglaublich stolz auf ihr freies Leben als fahrendes Volk waren, oder?“
    Worauf wollen Sie raus? Dass das alles verkappte Rassisten-Songs sind, weil sich ein wahrer Rom nicht Zigeuner nennen würde? Da liegen Sie falsch – mein Großvater war immer stolz auf sein „Feuer und Zigeuner im Blut“. Und auch der Rest meiner Familie in Ungarn (zu denen ich leider viel zu wenig Kontakt hab), versteht den Begriff „cigány“ nicht als Schimpfwort.
    Aber he, wozu über den Tellerrand blicken, wenn man es auf seiner Insel der Glückseligkeit ja sowieso besser weiß.. nicht wahr?

    „Opfer ist aber nicht spezifisch und auch nicht auf ein phänotypischen Wesenzug projeziert. Daher kein Rassismus, sondern einfach nur eine Beleidigung. Opfer hat auch keine geschichtliche Konnotation wie die N- und Z-Wörter.“
    Ich wäre Ihnen echt dankbar, wenn Sie nicht immer versuchen würden, alle Argumente mit der „Das ist kein Rassismus“-Karte zu kontern. Insbesondere, da Sie „Rassismus“ ja sowieso so auslegen, wie es Ihnen gerade passt. Die Diskussion geht nicht um Rassismus. Es geht darum, dass Begriffe, die ursprünglich keine beleidigende Bedeutung hatten, als Beleidigungen verwendet werden und Menschen wie Sie Gift und Galle spuckend dagegen anstürmen und blinden Aktionismus verbreiten, anstatt das Übel an der Wurzel zu bekämpfen. Und dann klopfen Sie sich noch selbstgerecht auf die Schulter, wenn Knorr die Zigeunersoße aus dem Regal nimmt und ein neues Etikett draufpappt, während der Bettler vor der Tür, Angehöriger einer ethnischen Minderheit aus dem südslawischen Raum, von der Polizei des Platzes verwiesen wird. Muss ja alles seine Ordnung haben. Hauptsache, es sagt keiner „Zigeuner“. Sie Opfer Ihrer eigenen Bigotterie! (Oh, war das jetzt eine Beleidigung?)

    „Nochmal: Falsch. Sie, der sie kein Teil der so bezeihneten, beleidigten Minderheit sind, könne nicht einschätzen, wie eine Bezeichnung auf den Betreffenden wirkt.“
    Nochmal: Ich BIN Teil dieser Minderheit, zumindest meiner Abstammung nach. Mein Großvater saß als kleiner Knabe noch auf dem Kutschbock und hat die Peitsche knallen lassen. Also kann ich mir eine wesentlich bessere Meinung erlauben als Sie.

    Und Sie dürfen mich gern „Arschloch, aber ein ganz lieb, ganz anders gemeintes Arschloch“ nennen, wenn es Ihnen danach besser geht. Tun Sie’s, so lange Sie noch können, bevor andere Sprachdesinfizierer auch noch das „Arschloch“ verbieten.

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    1. – „warum Sie jedesmal mit einer Beleidigung einsteigen“
      Soweit ich nachlesen kann, wurde ich doch als Gutmensch angegangen. Wobei man natürlich fragen kann, wie blöde jemand sein muss, um „guter Mensch“ tatsächlich als Beleidigung zu verwenden.
      – „wessen Geistes Kind Sie sind.“
      Und? Wessen?

      – „Also hilft es auch nichts, das Wort “Zigeuner” zu ächten“
      „gestern hat man “Neger” verboten, heute verbietet man “Schwarzer”, morgen dann “Farbiger”“
      Die Begriffe tun ja auch alle das selbe. Sie kategorisieren Menschen und subsummieren Angehörige verschiedener kultureller Ethnien unter einem Sammelbegriff. Der im Fall von N. am Phänotyp festgemacht ist. Im Fall von Z. kenne ich die Wortherkunft nicht, aber unter den als „nomadenhaft“ bezeichneten Lebensstil – von einigen Mitmenschen auch als „freies, exotisches fahrendes Volk“ interpretiert – dürften sich wohl die wenigsten Sinti und Roma freiwillig einordnen. Solange Sie Menschen in solche Kategorien einordnen, brauchen Sie auch keine Bezeichner positiv aufladen, weil nicht die Bezeichnung den Ausschlag gibt. Die Bezeichnung ist aber der sprachliche Stellvertreter für den vorherrschenden Rassismus. Den Bezeichner positiv aufzuladen ist gar nicht nötig, wir schaffen einfach rassistische Denke ab und brauchen dann keine entsprechenden Wörter mehr!
      – „Jetzt ist jeder, der den Begriff Neger verwendet hat, ein Unterdrücker? Gott, Sie sind ja noch verbohrter, als ich gedacht hab“
      Mit Verlaub – Sätze richtig lesen lernen und notfalls mit Logik beschäftigen! „ein Begriff der Unterdrücker“ bedeutet nicht das selbe wie „NUR ein Begriff der Unterdrücker“. Davon mal ab – ja, er transportiert den darin liegenden Rassismus weiter und ist damit Teil der Unterdrückungsgesellschaft.
      – „Bettler … Bigotterie“
      Wow. Ja, ich merke schon, Sie kennen mich wirklich ganz genau.
      – „Es geht darum, dass Begriffe, die ursprünglich keine beleidigende Bedeutung hatten“
      Da ist wieder das obskure früher. Dass die Bezeichner früher auch schon auf rassistischer (und ja, ES IST Rassismus, worüber wir sprechen) Ansicht fußten (alles was nicht weiß ist, ist ein Neger, alles was keine Schuhe trägt ein Zigeuner, alles was „Schlitzaugen“ hat ein Chinese) kommt Ihnen nicht in den Sinn, oder? „Früher hat man das so gesagt“ ändert doch nichts am Problem, da mögen unsere Großeltern noch so liebe Menschen sein.
      – „zumindest meiner Abstammung nach“
      Ach bitte!
      – „mein Großvater war immer stolz auf sein “Feuer und Zigeuner im Blut”
      Mein Großvater saß als kleiner Knabe noch auf dem Kutschbock und hat die Peitsche knallen lassen“
      Ach ja, mit dem Blut hatten es die Großväter schon immer. Aber ich muss zugeben, mit den starken Metaphern haben Sie mich gekriegt. Ich seh Oppa direkt vor mir, mit knallender Peitsche vorn auf dem gelben äh grünen*) Kutschbock und immer ein zünftiges ~Zieh-geu-nerjunnnge~ auf den Lippen. (Gut, das Lied ist erst von ’68, aber sei’s drum)
      – „Sie dürfen mich gern … nennen“
      Ich glaube ich nenne Sie lieber Kartoffel, Fritz, Lederhose, Krautfresser, Angehöriger des Tätervolks oder was sonst so auf „uns Deutsche“ zutrifft. Mal sehen, wann es Ihnen aus den Ohren kommt, unter der Pickelhaube, die Sie als Deutscher selbstverständlich tragen.

      *) http://www.s-u-bart.de/texte/sprechen-sie-die-mal-an

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      1. „Wobei man natürlich fragen kann, wie blöde jemand sein muss, um „guter Mensch“ tatsächlich als Beleidigung zu verwenden.“
        So blöd wie jemand, der „Zigeuner“ als Beleidigung verwendet. Denn beides ist keine. Schön, dass wir da endlich zum Kern der Wahrheit durchdringen. Sie machen Fortschritte. Langsam und bedächtig, aber immerhin.

        „Und? Wessen?“
        Nun, dass Sie sich für einen besseren Menschen halten, aber dafür erstaunlich intolerant sind und den Mitmenschen Ihre eigenen Wertvorstellungen und Ideologien aufdrängen, ist ja inzwischen sehr deutlich durchgedrungen. Seit 75 Jahren ein guter, deutscher Wesenszug.

        Und wie eifrig Sie sich so sehr gegen den Begriff „Neger“ sträuben, dass Sie ihn die ganze Zeit abkürzen müssen („Igitt… da ist wieder das N-Wort“). Mit dem Begriff „blond“ – der sich ja auch auf Äußerlichkeiten bezieht und auch gern in einem verächtlichen Kontext verwendet wird, haben Sie aber kein Problem, oder? Sind Sie Verbalarier? Denn ein Sprachnazi sind Sie definitiv.

        „Unterdrückungsgesellschaft“
        Oh ja, wir leben ja nun wirklich in einer Unterdrückergesellschaft. Mit einem Halbasiaten als Vizekanzler, einem Homosexuellen als Außenminister, mit Moderatoren, Sängern, Fußballspielern, Anwälten, Schriftstellern mit Migrationshintergrund…

        Und nochmal: Nein, wir reden nicht über Rassismus. Sie vielleicht, weil das leichter ist, den kruden Gedankengang Ihrerseits mit der allmächtigen Rassismus-Keule zu verteidigen. Ich rede hingegen über etwas Wesentlicheres: Dass es nichts bringt, Begriffe als beleidigend zu definieren und dann aus dem Sprachgebrauch zu tilgen. Das löst das Problem nicht
        Wenn Sie aber mal von dem Ross runterkämen, hätten Sie vielleicht auch endlich mal Gelegenheit, einen Blick auf das eigentliche Kernproblem zu werfen, statt nur dauernd an irgendwelchen Symptomen rumdoktern zu wollen. Wenn Sie das Zigeunerschnitzel nun Paprikaschnitzel nennen, fühlt sich kein einziger Roma weniger diskriminiert als früher. Kein einziger Afroamerikaner hat plötzlich bessere Chancen in Deutschland, wenn Negerküsse plötzlich Schaumküsse heißen. Aber: Mit dieser aberdämlichen Debatte treiben Sie unzählige Menschen in eine Abwehrhaltung. Statt sich für Gleichbehandlung einzusetzen, setzen die sich lieber für die Zigeunersoße ein. Oder verdrehen nur noch genervt die Augen, wenn mal wieder so ein Dummfug hochgekocht wird. Und das, genau DAS werf ich Menschen wie Ihnen vor. Aus lauter ideologischer Verbohrtheit eröffnen Sie Nebenschauplätze am laufenden Band und lenken vom eigentlichen Problem ab. Ist ja auch viel einfacher, gegen Alexandra und Knorr zu wettern, als mal drüber nachzudenken, wo man WIRKLICH mal tätig werden müsste.

        Nein, Sie bleiben lieber ihrer verbohrten, kleinen political correctness treu. Oh, und natürlich der alten Tradition, das Posting mit einer Beleidigung zu eröffnen und mit mehreren zu schließen. DA sind Sie wenigstens gut drin.

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      2. „Denn ein Sprachnazi sind Sie definitiv“

        Ach ja, damit wäre meine ursprüngliche Aussage ja dann bestätigt. Mit Typen, die andere als Gutmensch abkanzeln, braucht man nicht diskutieren. Viel Spaß noch mit Ihrer Grillsauce.

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  12. Hallo katrin,
    Ich respektiere deine Meinung von Katrin und stimmen dir in großen teilen zu.
    Die Frage die ich mir stelle ist: „Würde die Stigmatisierung, die Benachteiligung, die Beleidigungen oder der Rassismus aufhören wenn alle „bösen“ Wörter aus dem Sprachgebrauch verschwinden?
    Nein leider nicht, denn es sind nicht die Wörter, es gibt keine „bösen“ Begriffe. Rassismus findet im Kopf statt und es macht mir Angst wie viele Gutmenschen genau hier in den Kommentaren, eben diese Bilder im Kopf haben.
    Mit dem Begriff „Zigeuner“ verbinde ich persönlich nichts negatives, eher eine Lebenskultur die auf Reisen und Freiheit ausgerichtet ist. Wenn der Begriff „Zigeuner“ verschwindet, verschwinden auch die positiven Werte dieses Begriffes.
    Ich finde es Schade das Menschen die nichts mit diesen Nazis zu tun haben sich immer wieder genau von diesen Prägen lassen. Nur weil ein paar verblendete Pisser Parolen grölen muss ich nicht deren Erfüllungsgehilfe werden. Mir wird aber hier in den Kommentaren suggeriert das ich bei „Zigeuner“ negative Assoziationen haben muss. Nein habe ich nicht.
    Zum anderen finde ich es schon etwas befremdlich anzunehmen Verfolgung könnte durch Namensänderung gestoppt werden. Benennen wir Kokain in Brot um und jeder Suchti rennt zum Bäcker.

    Mir ist es egal wie die Soße nun heißt, die Dinger schmecken eh alle gleich und von mir aus könnten alle Grill-Soßen „Rote Brühe“ heißen. Mist wäre für die Indianer auch nicht so Toll.
    Es ist nicht meine Entscheidung, ich bin schließlich nicht betroffen. Da ich aber von Beruf Bauarbeiter bin, im Hunsrück/Eifel wohne und beide Begriffe in der Gesellschaft eher negativ geprägt sind frage ich mich ob man Bauarbeiter nicht in Infrastruktur-Manager umbenennen sollte. Für die Eifel, momentan als beschauliche etwas zurückgebliebene Region verrufen, würde ich „Ökologisches Mittelzentrum Deutschlands“ bevorzugen.

    Danke fürs Lesen,
    markus

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  13. Ist es nicht süß, auf die alten Tage noch einen Blogpost aus der Zeit zu lesen, als die Piraten wenigstens sich selbst noch einreden konnten, irgendwie relevant zu sein. Jetzt hat – nach alter Piratenmanier – jemand auf Twitter diese Seite rausgekramt. Genau. Sauerei. Schaut auf diesen zwei Jahre alten Blogpost! Diese Laus setzt ihr euch in den Pelz.

    Jetzt, zwei Jahre später, wäre die Aufregung auch wieder groß. Immerhin heißt es doch ZigeunerInnen. Oder Zigeuner*innen. Oder Zigeuner_innen. Oder Zigeuner.innen. Oder Zigeuner!nnen. Los, streitet euch. Wie in alten Zeiten. Schreit so rum, als ginge es darum, den Fortbestand der menschlichen Zivilisation zu retten. Bläht euch auf mit euren paar Landtags- und Stadtratssitzen, die ihr in einigen Monaten auch los sein werdet. Kommt euch noch einmal so richtig wichtig vor.

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