Der deutsche Konsument – ein Jammer

Dieser Preis ist ein Armutszeugnis für den deutschen Verbraucher: Textildiscounter KIK wurde bei einer Befragung von 49.000 Konsumenten zum „Händler des Jahres 2011“ gewählt. Und zwar in der Kategorie „Herren-und Damenmode“.

„Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsinstitut Q&A Research & Consultancy, das rund 49.000 Verbraucher zu 24 Handelssegmenten und jeweils neun Einkaufsaspekten befragt hat. Der Textil-Discounter punktete vor allem in den Bereichen Preisniveau und Preis-/Leistungsverhältnis. Die Marktforscher von Q&A hatten neun Einkaufsaspekte abgefragt: Sortiment, Kundenfreundlichkeit/Personal, Preis-Leistungsverhältnis, Service, Angebote, Preisniveau, Atmosphäre, Innovation sowie Fachkundigkeit des Personals.“ heißt es in der Pressemitteilung von KIK.

Das zeigt mal wieder, was der deutsche Verbraucher will. Qualität? Egal. Schlechte Arbeitsbedingungen? Egal. Modische Eleganz? Egal. Nachhaltigkeit? Egal. Beratung, Ambiente, Orginalität…egal, egal, egal…Hauptsache billig. Ich könnte schier durchdrehen – ich finde es entsetzlich, dass bei Kleidung sowie Lebensmitteln, zwei Themen, die uns jeden Tag direkt treffen, Qualität nicht zu zählen scheint. Wie kann es sein, dass viele Menschen hierzulande zwar ein Auto fahren, das weit über ihre Verhältnisse geht, dass sie Elektronik vom Allerfeinsten erwerben, aber da, wo es ums tägliche Wohlbefinden geht, da wird dann gespart. Ist es so schwer, darüber nachzudenken, was man mit diesem Kaufverhalten anrichtet? Wieso verkommen unsere Verbraucher zu teigigen GeizistGeil-Konsumenten, die ihre Fleischwurst-Wampen in die KIK-Leggings zwängen? Was läuft hier falsch?

Ja, ich weiß, ich rede mich leicht, ich kann es mir leisten, woanders zu kaufen. Ich bin kein Hartz IV-Empfänger. Aber ich bezweifle, dass all die 49.000 befragten Hartz IV-Empfänger waren.

3 comments

  1. Ich bezweifele das auch, aber ich glaube auch, daß das Prekariat, oder wie man früher dazu gesagt hat: die Mittelschicht, oft nicht mehr weiß, wie es mit seinem Geld bis zum Monatsende kommen soll. Ich kaufe nicht bei kik, ich bin zu arm um billig einzukaufen, aber ich habe durchaus Verständnis für Menschen, die sich modisch anziehen wollen und denen das Geld für Boutiquen oder Karstadt einfach fehlt. Mein Problem ist eher: ich glaube nicht eine Minute lang, daß die Klamotten aus den Boutiquen und Kaufhäusern aus anderen Kinderhänden genäht wurden wie die Klamotten von H&M oder kik.

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  2. Es ist nicht immer das Geld, das die Menschen davon abhält höherwertige Sachen zu kaufen, sondern oftmals sind es auch viele andere Gründe, wie zb ganz einfach LANGEWEILE.
    Ich weiß nicht genau wie viele Frauen (und Männer) ich schon kennengelernt habe, die lieber ein Shopping-Ausflug machen, als eine Runde Mensch-Ärger-Dich-Nicht zu spielen (hm, doofes Beispiel, aber egal :P).
    Ich glaube nicht, dass die Mittelschicht besonders wenig Geld zur Verfügung hat, und sie sich deshalb nur bei H&M einkleiden kann.
    Hinzu kommt der Drang immer bei dem neuesten Trend dabei zu sein, dadurch Anerkennung zu erfahren und sich zugehörig zu fühlen.
    Viele Leute denken nicht über das Unrecht in der Welt nach und/oder es ist ihnen schlicht egal, oder sie ziehen sich zurück „…ach da kann ich doch eh nix dran ändern…“
    Wie schön, dass du in deinem Blog über solche „Randthemen“ schreibst 🙂

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