Lothar und Lilli – eine Prominenz-Provinz-Posse

Machmal frage ich mich, ob das nicht eine neue Geschäftsidee wäre: Ich suche jetzt gutaussehnde, junge Mädchen, die eine Karriere „irgendwo in den Medien“ anstreben. Und verheirate die dann an irgendwelche alternden Stars, die ihre besten Tage gesehen haben, aber gerne noch ein bisserl öfter auf Galas eingeladen werden, damit ab und an ein warmes Abendessen und ein herzerwärmendes Blitzlichtgewitter bei rausspringt. Dann schreibe ich ein Drehbuch, das auf ein bis drei Jahre ausgelegt ist und das alle drei Monate fette Schlagzeilen in der Boulevardpresse garantiert. Ich arbeite mit Fotografen und Fernsehsendern zusammen, es können auch gerne Wünsche der Redaktionen entgegengenommen werden, vom Busenblitzer bis zum romantischen Liebesurlaub, das alles liefere ich dann, zwar nicht frei, aber sauber ins Haus. Und lasse mich von allen Seiten gut bezahlen. Am Ende kommt die Scheidung als krönender Abschluss, sobald die Frau eine Moderation am Start hat, bei der Fashionweek eingeladen wird und einen Stammplatz bei der Bunten hat. Dann wird es für den alternden Promi auch nicht so teuer.

Obwohl, wenn ich so richtig überlege, eigentlich braucht es den Beruf gar nicht, denn diese Geschäftsidee wird ja schon äußerst erfolgreich praktiziert, siehe Lothar und Lilliana, bei denen kein Schwein nicht an eine Inszenierung glaubt. Entweder, die geschäftstüchtige Russin wollte nicht mit nach Kamerun und hat einen lukrativen Weg gesucht, sich ihrem Afrika-Aspiranten noch fix zu entziehen (zu doof, dass der jetzt doch nicht fährt), oder beide wollten längst die Scheidung, haben aber noch einen Weg gesucht, das Maximale rauszuholen. Denn eins ist sicher: jedes Interview, jedes Foto und jedes tränenreiche Interview im Fernsehen wird entsprechend vergütet. Und da kommt ganz schön was zusammen. Man muss für diese Art der Publicity zwar Scham- und schmerzbefreit sein, aber der Einsatz lohnt: Jobs, Modelaufträge, Einladungen und Freebies von diversen Modefirmen werden nun auf Lilliana herabregnen und ihr die „schmerzhafte“ Trennung versüßen. Lothar wartet weiterhin, ein paar Millionen ärmer, auf den Trainerjob in der Bundesliga und die nächste Abiturientin.

Es gibt nicht wenige, die durch einfaches sich Scheiden lassen zu Ruhm und Ehre gekommen sind: Jenny Elvers Elbertshagen, Verona Pooth, Kader Loth, Verena Kerth – all diese Karrieren begannen mit der Beziehung zu und der sehr lauten Trennung von einem Promi. Mein Traum wäre ja jetzt: ein junger Mann, der einen alternde Promidiva ausnimmt. Das wäre ein neuer Twist, Pornoqueen Dolly Buster zeigt da ja neuerdings ganz tolle Ansätze, auch Brigitte Nielsen ist eine heiße Aspirantin. Walking on sunset boulevard…

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