Bruce La Cruz – Hippiemode für Münchner Promis

Bruce La Cruz ist einer der heißesten Newcomer der Münchner Mode-Landschaft. Seine Entwürfe sind einzigartig – in jeder Hinsicht. Er näht sie selbst, jedes Stück ist ein Unikat. Das wissen Kundinnen wie Heidi Klum, Sarah Brandner, Veronika Ferres  zu schätzen. In der Szene macht der freundliche Designer derzeit mit seinen Accessoires Furore – individuell mit Nieten, Badges, Stickern, Ansteckern, Sicherheitsnadeln verzierte Kappen und Tüchern, die ein echter Renner sind. Sogar Künstler hat er inspiriert, derzeit sind seine Entwürfe in der Fotokunstaustellung „Naked Trucker“ im Colours in der Nordendstrasse zu bewundern.

1. Wie bist Du zur Mode gekommen?

Ich hatte immer das Gefühl, das, was ich anziehen will, das bekomme ich nicht. Ich hatte selbst eine Boutique, da hab ich ein Gefühl dafür entwickelt, was der Endkunde möchte. Seit 2000 hab ich dann angefangen, eigene Entwürfe zu gestalten und auch selbst zu nähen, da bin ich Autodidakt.

2. Was bedeutet denn für dich Mode?

Mode heißt, sich absetzen von der Masse, anders sein, sein Lebensgefühl mit Kleidung ausdrücken.

3. Das ist in München doch ziemlich schwierig

Das seh ich gar nicht so, ich finde, München ist ein wunderbares Pflaster für Mode. Hier zeigt sich gerne jeder von seiner schönsten Seite, da wird ausprobiert und viel Mut zum Individuellen bewiesen. In Berlin will zwar auch jeder beweisen, wie hip er ist, aber da darf es nicht rüberkommen, als ob man versucht, modisch zu sein – irgendwie sehen dann doch wieder alle gleich aus. München wurde letztens als Modestadt Nummer eins auf der Welt genannt, noch vor Tokio, New York oder London. Das finde ich nun auch etwas übertrieben, aber wir sind schon ziemlich vorn dabei.

4. Wie würdest Du deinen Stil beschreiben?

Ich bin von der Hippiekultur inspiriert, ich liebe Farben, fließende Stoffe, ich mag es wenn sich Altes mit Neuem mischt. Jedes meiner Kleidungsstücke erzählt eine Geschichte. Ich bringe immer viele Sachen von meinen Reisen mit dem Rucksack mit, Stoffe und Aufnäher aus Indien, aus Thailand oder aus Mexiko. Eine Stoffmesse hier ist nicht inspirierend, aber dort am Markt – all diese Farben, das ist herrlich! Für den kommenden Sommer hab ich antike Halsbänder in die Kleider mit eingearbeitet.

5. Sind das dann alles Unikate?

Ja, jedes Kleid wird einmal, maximal zweimal genäht. Ich näh ja alles selbst, nur zwei italienische Mamas helfen mir hier ein bisschen. Ich kann mich auch nur schwer von meinen Kleidern trennen, in jedem steckt so viel Arbeit und Herzblut. Die Einkäufer haben sich erst dran gewöhnen müssen, dass sie nicht ordern konnten – dieses Kleid 50 Mal aber nicht rot, sondern blau, sondern dass sie die Kleider nur so von der Stange kaufen mussten, wie sie da hingen. Mittlerweile gibt es meine Kleidung aber bei Beck, Pool, Off & Co und im KDW in Berlin zu kaufen –die Einkäufer haben sich dran gewöhnt.

6. Was findet man denn diese Saison von Dir in den Läden?

Zum ersten Mal hab ich auf Farben verzichtet und viel in Schwarz und Weiß gemacht. Hippie trifft Rocker in den 80ern – viel weiße Spitze kombiniert mit Strechleder und Rüschen und Nieten. Rüschen find ich großartig, die müssen überall dran. Da gibt es Westen, teils mit Fell, teils mit Nieten – die kann man aber auch wieder zu einem der Sommerkleider tragen – das ergibt eine coole Mischung.

7. Hört sich sehr gewagt an…

Klar, es gibt in jeder Kollektion Stücke, bei denen sich alle fragen – wer soll das anziehen? Das muss so sein, denn diese Stücke geben die Richtung vor, enthalten das eigentliche Modestatement, die Essenz der Kollektion. Je mehr du übertreibst, um so mehr bleibst du im Gedächtnis. Alle anderen Teile sind dann ins Tragbare abgemildert.

8. Was würdest Du Leuten empfehlen, im Club zu tragen?

Ich mag das Konzept des abends Aufbrezelns nicht. Ich fände es toll, wenn jemand eine langes Seidenkleid von mir zum Einkaufen in den Supermarkt tragen würde oder eine Lederleggins im Büro. Man soll sich mit seiner Kleidung ausdrücken, nicht anpassen. Idealerweise kann man Kleider, die man liebt, von morgens bis abends tragen.

9. Gibt es Promis, die deine Kleider tragen?

Ja, viele sogar. Ich habe das Finale von Germany’s Next Top-Model ausgestattet, auch Heidi Klum hatte ein buntes Minikleid aus meiner Kollektion an. Und meine Muse ist Sarah Brandner, die Freundin von Basti Schweinsteiger. Mein Ideal, Hippie, Elfe, dabei unglaublich herzlich und bodenständig.

10. Können dann nur Elfen Deine Kleider tragen?

Nö, gar nicht. Da leg ich Wert drauf. Meine Mode passt von 34 bis 46 – und schaut immer toll aus. Ich finde es wichtig, individuell zu sein, wieso sollte das bei den Massen aufhören. Alle Einheitsköper, das ist doch langweilig…

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