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Holly Golightly – ein Label ist schwer im Kommen

Ich hab letztens über Marken geschrieben, die nur ihre kleinen Größen für Größere hochrechnen. Dass es auch anders geht und dass es durchaus wunderschöne, tragbare und bezahlbare Mode für alle gibt, beweist ein deutsches Label namens Holly Golightly.

Sabine Yousefy ist ausverkauft: Gerade noch einen einzigen Rock des Labels Holly Golightly hat die Münchner Modelady in ihrem Laden am Promenadenplatz hängen. „Und das, obwohl ich wirklich viele Teile bestellt habe“. Diese Popularität hat einen guten Grund: Das Label der Stuttgarter Designerin Sabine Lang vereint alles, was Frauen an Kleidung gefällt. Die Kleidungstücke machen die Trägerin hübscher, schmeicheln mit gekonnten Schnitten und zarten Farben, sind aufwändig gearbeitet, ohne eine spurt von Kitsch und sie sind im besten Sinn des Wortes zeitlos. Also keine langweiligen Klassiker, sondern Lieblingsstücke, die man jahrelang gerne trägt. Und die Kleider funktionieren den ganzen Tag über: „die moderne Frau muss häufig mit ihrer Kleidung vom Büro auf eine Party oder ins Theater. Und hat nicht immer Gelegenheit, die Kleidung komplett zu wechseln. Unsere Entwürfe lassen sich da leicht umstylen und anpassen: also mit der groben Strickjacke zum Kleid passt es tagsüber, mit edlem bestickten Cardigan wird’s abendfein.“

Dass Sabine Lang so viel von den Ansprüchen modernen Frauen weiß, kommt nicht von Ungefähr, als Designerin war sie für die Frauen-Kollektion von Hugo Boss verantwortlich, als sie schwanger wurde, kam – etwas plötzlich – der Wechsel in die Selbstständigkeit. Der Markenname ist schnell gefunden – Holly Golightly, die Heldin aus „Frühstück bei Tiffany“ verkörpert alles, was Sabine Lang umsetzen will: einen zeitlosen Stil, Modebewusstsein, Selbstbewusstsein. Deswegen erwarb Sabine das Patent am Namen. „Nichts Ungewöhnliches für mich, mein Vater ist Erfinder“.

Eins steht fest, sie möchte Mode für richtige Frauen machen, von Größe 34 – 42. Dabei wird – das ist ungewöhnlich, die kleinen Größen nicht einfach hochgerechnet, sondern, weil Frauen mit größeren Größen anders aussehen, ganz neu geschneidert. „Wir können uns gar nicht leisten, dass unsere Sachen nicht gut aussehen und sitzen. Große Labels können unmögliche Farben auswählen und wilde Schnitte kreieren, die Leute kaufen es, einfach, weil der Markenname draufsteht. Uns kaufen die Leute, weil die Kleidung ihnen gefällt und zu ihnen passt“, so Lang. Die Philosophie kommt an, die Kollektion ist fast sofort ein Erfolg. „Ich mache Sachen, die die Leute schöner machen, die aber dennoch alltagstauglich sind“. Es ist halt auch eine Frage des Preises: „Wir sind nicht hochpreisig, aber auch nicht günstig. Es heißt immer, das mittlere Segment hätte es derzeit am Schwersten. Ganz so sehe ich das nicht, wenn die Leute das Gefühl haben, für Qualität zu zahlen und nicht nur für einen Namen, wird das Geld gerne ausgegeben.“ Dann schließlich sei es derzeit nicht unbedingt überall so, dass viel Geld für Mode ausgegeben werden könne: „Die Leute überlegten was sie kaufen und geben sehr rationell aus.“

Und – man muss Holly Golightly nicht komplett tragen, dass der Look funktioniert. „Jedes Stück der Kollektion muss für sich alleine bestehen können. Die Pullover dürfen nicht nur im Zusammenhang mit anderen Kollektionsteilen toll aussehen.“

Im kommenden Frühjahr kann sich die Frauenwelt auf tolle Entwürfe freuen: bestickte Seidenkleider in leuchtenden Farben, zarte bestickte Röcke, glitzernde Jäckchen. Alles miteinander kombinierbar oder auch mit Jeans. In München ist Holly Golightly bei Yousefy (Promenadenplatz) zu erwerben. Aber schnell sein, sonst ist wieder alles weg…