Ihr vergesst schon wieder die Frauen!

Wenn sich die „Social Media Specialists“ ihre Erkenntnisse über das Netz gegenseitig um die Ohren hauen, wird viel geredet über Twitter, über PR und Möglichkeiten des Netzes, über technische Fortschritte, Twitterwalls, Twitterrankings oder Googlewave. Das ist ja alles schön und gut und richtig und bestimmt auch richtig wichtig – vor allem bei den Social Media Specialisten. Nur: die breite Masse interessiert das (noch) nicht. Auch wenn Knuewer und Konsorten in ihren Blogs postulieren, Iphones wären in der breiten Masse angekommen – da werden die leider enttäuscht. Das ist ist alles noch extremes Spartenprogramm.

Und eine Zielgruppe, eigentlich so wichtig für die Industrie,  interessiert das alles zweimal nicht: die Frauen. Die vernetzen sich nämlich in Foren – eine Kommunikationsform, die fast völlig aus dem Blickwinkel der Spezialisten gerückt ist – sie geben sich dort Tipps, tauschen sich aus, ratschen, verabreden sich und empfehlen sich dort gegenseitig alles vom Buchtipp bis zum Dampfkochtopf. Es gibt Rezeptzirkel, Starfanclubs, Tipps für eine ökologischere Lebensweise und viele Tipps für Mütter etc. Da sind weniger die Early Adopter oder Meinungsmacher. Das heißt, in den Zirkeln gibt es wohl Meinungsführer, aber die haben nichts mit dem Konzept zu tun, dass sich die Experten sonst so ausmalen. Überhaupt sind diese Welten nicht unbedingt kompatibel. Was passiert, wenn man eine Protagonistin der Frauenszene in die „Männerdomäne“  schubbst, hat das Beispiel Schnutinger gezeigt. Die hat so gebloggt, wie sie immer bloggt – und wurde dafür so zerlegt,  dass sie nun völlig aufhört, im Netz zu schreiben.

Aber wie erreicht man nun die Frauen im Netz?  Wie und wo platziert man seine Produkte, damit sie von der Zielgruppe wahrgenommen werden – und dann auch akzeptiert und gekauft? Auch hier gilt die Devise – nicht von oben herab, sondern teilnehmen. Das ist allerdings bei Foren keineswegs leicht.  Wer wie ich schon seit Jahren in dieser Sphäre unterwegs ist, weiß das.

Deswegen täten Unternehmen, vor allem in der CE Branche, gut daran, statt Twitterkanäle und Corporte Blogs einzurichten, sich zu überlegen, ob vielleicht ein eigenes Forum nicht der bessere Weg wäre, mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten. Frauen lieben es, sich miteinander auszutauschen, nicht nur auf vorgegebene Beiträge in einem Blog zu reagieren. Dabei kann man clevere Querverbindungen schaffen: Ein Haushaltswarenhersteller mit Rezeptforum voller Tipps zur Verwendung der Geräte, ein Gameshersteller mit Elternforum, wo Tipps zum Umgang mit Games geliefert werden – das ist der Mehrwert, den Frauen schätzen.

Damit ist das Thema nur angerissen, klar – ich werde mich in Zukunft  weiter damit befassen, weiter Tipps geben. Wer genaueres wissen will, kann mich auch direkt fragen.  Ich freue mich im übrigen auf Input der Social Media Experten.

One comment

  1. Kann ich anhand einer Stichprobe n=1 nur bestätigen. Meine Frau stöbert auch vor allem in verschiedenen Foren, um sich etwa über Baby-Themen oder Tipps zu Sims3 zu informieren. Ihr Facebook-Account liegt fast komplett brach und ich wage zu behaupten, dass sie auch in fünf Jahren Twitter noch nicht nutzen wird (so wie ca. 95% der Bevölkerung).
    Aus meiner Sicht ist es für einen Markenartikler jedoch sehr schwierig, selbst eine glaubwürdige und einigermaßen objektive Diskussionsplattform bereitzustellen und Akzeptanz zu finden (meist sind das doch eher Independent-Veranstaltungen oder ggf. noch Medienanbieter). Aber zumindest sind durch Verticals mittlerweile Platzierungen in solchen Umfelder praktikabel geworden.

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