Und ihr wundert euch?

Gleich vorneweg: ich hab die Petition gegen das Verbot von Spielen unterzeichnet, weil ich es zum einen unmöglich finde, dass Erwachsenen der Spaß zensiert wird aufgrund von Jugendschutz, zum anderen, weil ich befürchte, dass dann auch wirklich tolle Spiele nicht mehr den Weg nach Deutschland finden.

ABER: Die Gamesbranche macht es ihren Kritikern leicht. Zu leicht. Ich hab gestern abend durch ein Gamingheft geblättert, das mein Freund erworben hatte. Und ich hab nur noch mit den Augen gerollt. Wer nach der Lektüre dieses Heftes glaubt, dass Gamer alle einen an der Waffel haben, dem kann ich nur beipflichten. Es dauerte bis Seite 52, bis es eine Seite gab, auf der nicht jemand grade auf die eine oder andere Art in die nächste Welt befödert wurde. Danach wieder 10 Seiten später was Ruhiges und irgendwo dann nochmal drei Seiten zum Thema Fifa 2010. Das wars mit den Nichtgewaltspielen.  Sonst quollen die Seiten über von Shootern, Zombieshootern, Kriegsspielen, Nazizombies, Zombiepiraten, Monstern, Orks, Soldaten, Einzelkämpfern, Schwertkämpfern, Attentätern…Es hat mich traurig gemacht, diese Zeitung zu lesen. Die Gamesinhalte waren so läppisch und so auf billigste Effekte gebürstet. Und der größte Käse wurde am meisten gelobt, weil die Zombies eine so tolle Graphik hatten.

Was ich mich jetzt frage:  Ist das tatsächlich eine realistische Abbildung dessen, was die Publisher produzieren? Oder sind die Redakteure, die solche Zeitungen schreiben, so begeistert von der tollen Graphik eines Shooters, dass sie dem immer mehr Platz einräumen, als einem orginelleren und harmloseren, aber nicht ganz so gigantisch graphisch aufbereiteten Adventure?

Damit man mich nicht missversteht, ich finde etwa Games wie Halflife oder Bioshock toll, Assassins Creed oder Prince of Persia. Da haben die Entwickler eine ganz originelle Welt geschaffen, die Spiele sind zwar teilweise auch blutig, aber die Stories intelligent, die Graphik großartig, die Spiele nehmen gefangen und sie bieten etwas Neues. Aber der 100. Abklatsch bringt es eben nicht mehr. Ich würde mir mehr Spiele wünschen wie Portal. Keine Angst, ich will niemand dazu verdammen, nur Hexic oder Peggle spielen zu müssen oder statt Halo ein Eyepet zu bespaßen.

Aber ich würde sagen, es wundert mich nicht, wenn – wie eben passiert – die SOS-Kinderdörfer eine Spende der Gamesindustrie ablehnen. Diese Industrie ist gerade auf der Weggabelung, sich entweder im Massenmarkt zu etablieren oder ihren Ruf nachhaltig zu verlieren. Und die Hersteller der Konsolen, die Publisher und vor allem die Redakteure, Blogger und Fans täten gut daran, sich mehr auf die Qualitätsspiele einzulassen, als die Masse an Blut und Gedärmen als Qualitätskriterium zu sehen.

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s