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Blackmail im TV – warum hat das noch keiner umgesetzt?

Es ist mir unbegreiflich – haben Endemol, Tresor TV, RTL, SAT1 total geschlafen? Diese Show wäre fieser als das Dschungelcamp, unterhaltsamer als der “Bachelor” oder “Joko und Klaas” und könnte Leute leichter in den Wahnsinn treiben als jede Enthüllungstalkshow oder “Bauer sucht Frau” und an alle niedrigen Instinkte appellieren. Mit anderen Worten, die Quoten wären unermesslich. Der Skandal – und damit die Presse – und damit wieder die Quoten – unglaublich. Der Spiegel würde bestimmt etwas total hippes und postmodern Ironisches finden, die Bild würde darüber keifen und genauso begeistert mitmachen. Die Sendung wäre bald Kult.

Es geht um Blackmail, eine Showidee von Monty Python aus den 70er Jahren. Die Idee ist bestechend einfach: das TV zeigt Ausschnitte aus kompromittierendem Material und die Leute müssen anrufen, um die völlige Veröffentlichung zu verhindern. Dazu kommt ein prominenter Gast mit Tüte über dem Kopf, die Zuschauer dürfen abstimmen, ob dessen pikante Details veröffentlicht werden oder nicht.

Erpressungsmaterial lässt sich ja leicht finden, im Internet oder von Exfreunden eingesandt. Oder aus veröffentlichten Polizeiberichten etc. Wäre vielleicht sogar hilfreich, um momentan den Jugendlichen zu erklären, warum es keine so gute Idee ist, Saufbilder ins Internet zu stellen.

Eine Moderatorin wie Sonja Zietlau kündigt die Beiträge launig mit lustiger Stimme an: “Hallo an Dennis aus Halle, du hast morgen ein Bewerbungsgespräch, nicht? Wenn du nicht willst, dass dein künftiger Arbeitgeber diese Bilder (zeigt auf verpixelte Großleinwand) sieht, ruf uns an – 50 Euro und der Job ist gerettet…”

Dazwischen dürfen Promis vergangene Sünden beichten und werden mit weiterem Belastungsmaterial konfrontiert.

Politiker dürfen ihre “Parteifreunde” mit fiesem Material aus der Konkurrenz um den begehrten Posten hauen…im Sinne der Transparenz ja sogar eine moralisch “hochwertige” Aktion.

Monty Python war da echt prophetisch. Und bei RTL druckt gerade ein Redakteur diesen Blogartikel aus…

Habt ihr auch noch geniale Ideen zu TV-Formaten, die es eigentlich geben müsste? Schreibt’s in die Kommentare.

 

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21. Juli 2014 · 11:48 vormittags

Quote oder nicht Quote, das ist hier die Frage

Bei der Quote bin ich total gespalten. Einerseits würde ich mir wünschen, sie wäre nicht notwendig. Dass alles was zählt, die Qualifikation eines Bewerbers für ein Amt ist. Leider sehe ich, dass das nicht der Fall ist. Menschen haben  ein bestimmtes Bild im Kopf, wenn es darum geht, den idealen Kandidaten für ein Amt zu finden. Und dieses Bild ist leider meist männlich. Dass rührt daher, weil die Attribute, die einem idealen Chef zugesprochen werden, die gleichen sind, die dem idealen Mann zugesprochen werden: entschlussfreudig, klar, ein Macher, ein Bestimmer. Frauen werden anders empfunden, empathisch, verhandelnd, zurückhaltend – und zack sind wir drin im Teufelskreis. Das Spiel um die Macht ist selten fair und wer die Macht in Händen hält, teilt sie ziemlich ungern. Deswegen ist das Postgender für Männer sehr praktisch, weil es totale Gleichbehandlung verspricht, aber sie so gar nicht hält. Dagegen hilft nur eine Quote, um sicherzustellen, dass ein Führungsgremium auch mit Frauen besetzt wird. Dass die wichtige Impulse liefern und eine gemischte Gruppe bessere Arbeit macht als ein reiner Männerverein, steht außer Frage. In der Wirtschaft bin ich klar pro Quote, das funktioniert das mit der freiwilligen Selbstkontrolle nicht.

Aber trifft das auch für eine Partei zu? Auf der anderen Seite lehnen viele Frauen in der Piratenpartei die Quote ab. Sie wollen nicht irgendwohin gewählt werden, nur weil sie Frauen sind. Außerdem gibt es ja schon Parteien, die das mit der Quote machen und wer unbedingt eine Quote in der Politik will, kann ja da andocken. Die Piraten waren als Experiment gedacht, Dinge auch einmal neu zu denken und dazu gehörte auch das Bild, dass Geschlechter erstmal eher egal sind. Zumal es sehr männliche Frauen und sehr weibliche Männer gibt und alles dazwischen. Schwarz-weiß hat in diesem Zusammenhang ausgedient. Wie bekommt man diese Balance in Gremien? Da würde eine Quote nur stören, denn wieviel Mann und wieviel Frau in jedem Einzelnen schlummert, weiß er oder sie nur selber. Mittlerweile haben die Piraten sehr viele, sehr tolle Frauen auf Vorstandsposten, in Bayern, in Hessen – ganz ohne Quote.

Wie ich für die Quote stimmen werde? Ich weiß es nicht, derzeit tendiere ich etwas mehr dazu, sie abzulehnen. Weil ich noch an unser Experiment glaube.

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Hauptsache hübsch – geht’s noch?

Ich habe heute in der Bildzeitung einen Artikel gesehen zur Wahl der “Miss Bundestag” und hab mir vorgestellt, wie es gewesen wäre, wenn die Piraten in den Bundestag eingezogen wären. Dann wären mindestens zwei, drei von uns auf dieser Liste gelandet. Das wäre cool gewesen, denn dann hätten wir einen öffentlichen Aufstand machen können. Sowas ist eine Frechheit und eine Beleidigung aller Frauen im Bundestag. Denn diese Abstimmung bedeutet wieder, dass Politikerinnen nur aufs Äußere reduziert werden. Jung, hübsch, schlank – das ist  ein Standard, dem sich anscheinend auch eine Politikerin zu unterwerfen hat. Auch wenn deren Ziel nie war, als Schönheitskönigin durchzugehen, sondern politische Arbeit leisten zu wollen.

Sportlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Politikerinnen  – immer gilt, dass die auch gefälligst angenehm für das männliche Auge zu sein haben, sonst ist es völlig okay, sie öffentlich zu dissen. Die arme Wimbledon-Gewinnerin Marion Bartoli mußte das schon brutalst miterleben.

Ich finde diese Sicht auf Frauen zum Kotzen und würde mir wünschen, sämtliche Kandidatinnen würden der Bildzeitung verbieten, sie auf so einen Liste zu setzen.

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23. Oktober 2013 · 4:11 nachmittags

Hilflosigkeit erzeugt Wut. Wut erzeugt Hass

“This is a men’s world…” Und das ist leider wahr. Dass sich der “Wert” einer Frau nicht an ihrem Intellekt oder ihrem Charakter bemisst, sondern an ihrer Schönheit, können wir mal als gesetzt festhalten. Ebenso, dass Frauen es schwerer haben, im Beruf die Karriereleiter hochzuklettern. Dass Frauen jeden Tag damit konfrontiert sind, wie sie reduziert werden auf ihr Äußeres und ihre Eignung als Sexobjekt. Da ist jeder Kinofilm, jedes Werbeplakat und jede TV-Show Beleg dafür. Macht man als Frau darauf aufmerksam, wird man als frustrierte, ungevögelte Zicke beschimpft, die das gefälligst gut oder zumindest “ironisch” zu sehen habe. So weit, so scheiße.

Es ist klar, dass diese allgemeine doch recht frauenfeindliche Haltung die, die sich daran abarbeiten, richtig wütend werden läßt, dass sie laut werden und – ja, auch manchmal ungerecht. Weil es halt ermüdend ist, tagtäglich den gleichen Rotz als Erwiderung zu bekommen und zwar von Männern und Frauen und es wird denen, die gegen die “blöden Feministinnen” herumkeifen, schon mal der verbale Mittelfinger gezeigt. Verständlich.

Aber Wut und Hass machen auch blind. Jede und jeder sollte mal innehalten und reflektieren: gegen wen kämpfe ich da eigentlich? Kämpfe ich gegen die, die mir den Weg verwehren, die mich für minderwertig halten, nur weil ich optisch nicht ihren Erwartungen entspreche? Oder gegen jemanden, der mir zwar in Teilen zustimmt, aber eben nicht in allen? Und vor allem: Kämpfe ich mittlerweile mit den gleichen Mitteln?  Indem ich meine Gruppe herbeizitiere, die den gleichen gesellschaftlichen Druck auf meine “Gegner” aufbaut wie die Gesellschaft das mit Frauen macht? Es wird dagegen gekämpft, dass Frauen einem bestimmten Bild entsprechen sollen – wie kann man dann erwarten, dass andere Frauen genau dem Bild entsprechen, wie man es selbst gerne hätte? Denn durch den permanenten Widerstand haben viele Feministinnen schon auf Durchzug geschaltet und sind dann weder Argumenten noch einer Diskussion mehr zugänglich – was die wütend macht, die versuchen, nicht zu haten, sondern zu diskutieren. Deswegen hab ich mich zum Beispiel auch schon öfter zu einer abfälligen Bemerkung hinreissen lassen, obwohl ich den Feministinnen in weiten Teilen recht gebe – wohlgemerkt nicht in allen. Aber es wurde mir manchmal zu fanatisch, dogmatisch. Und reden war auch nicht drin. Und so schaukelt sich sowas manchmal hoch – beide Seiten sind verletzt, frustriert, wütend und werden unsachlich. Dabei gibt man sich zu 90Prozent recht. Das ist keinen Streit wert. Genausowenig wie die reinen Hater.

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Wieso dich die Überwachung DOCH betrifft!

Piratisierer1375877387Bis jetzt ist das Gespenst NSA und Überwachung völlig abstrakt, Datenschutz erscheint als reines Nerdgeschwurbel. Eigentlich hat keiner Ahnung, warum das jetzt so fürchterlich sein soll, dient es doch der „Überwachung von Terrorverdächtigen“, dient dem Supergrundrecht „Sicherheit“ und ist leider, leider notwendig. Aber da man ja selbst nachweislich kein Terrorist ist, und nichts zu verbergen hat, braucht einen das ganze Überwachungsgelaber und der Datenschutz nicht zu interessieren, oder?
Ich werde jetzt mal versuchen, ganz konkrete Gründe aufzulisten:
Möchtest du wirklich, dass die Nacktfotos, die du mit der neuen Flamme aus dem Datingforum per Email tauscht, von mehr Leuten als ihm gesehen werden? Stell dir mal vor, er druckt die aus und zeigt sie seinen Freunden. Mir wäre das eine ziemlich fürchterliche Vorstellung. Genauso unangenehm, wenn NSA-Überwacher die sehen und speichern. Wieso, fragst du, sollen die das tun? Naja, vielleicht hast Du nichts zu verbergen, aber vielleicht steht dein Flirtpartner auf einer Fahndungsliste? Oder du hast Freunde, mit denen du oft kommunizierst und die überwacht werden – und du gleich mit dazu?
Möchtest Du wirklich, dass das Internet deine genauen Vermögensverhältnisse kennt? Tut es nämlich. Und reicht die alle an die Schufa weiter. Vor allem, wenn du gerne Payback etc verwendest, dann wird auch dein Konsum getrackt – und das kann teuer werden. Wenn du nämlich fröhlich dein Geld raushaust, dann kann ein Kredit für Dich teuer werden. Wer nicht spart, der muss höhere Zinsen für seinen Kredit hinblättern. Und eine Paybackkarte überwacht alle Konsumausgaben.
Möchtest du wirklich, dass deine Krankheitsgeschichte nachvollziehbar wird? Jeder neue Arzt weiß sofort, was dir mal gefehlt hat, von der Alkoholvergiftung als Teenie bis zum Burnout-Zusammenbruch im Büro. Und Ärzte vertrauen nicht dir, sondern anderen Ärzten – so konnte es auch kommen, dass ein Gustl Mollath immer weiter als „irre“ eingestuft wurde, mit ihm selbst hatte niemand gesprochen. War ja auch nicht nötig, gab ja Arztgutachten.
Möchtest Du wirklich, dass du plötzlich in eine Rasterfahndung gerätst? Dass bei dir zuhause oder dem Arbeitgeber deine Akten durchwühlt werden oder du Besuch zuhause von den netten Herren in Grün bekommst? Das passiert leichter, als du ahnst. Du könntest einen Freund haben, mit dem du öfter mailst und der etwas radikaler drauf ist. Reicht schon. Und plötzlich denken deine Nachbarn und Arbeitskollegen, du hast doch was zu verbergen.
Und, denk mal drüber nach, wie gut die Vorschläge sind, die Amazon dir macht. Passt doch immer ziemlich genau. Und die NSA und andere Überwacher haben noch viel mehr Daten von dir und bestimmt keine schlechtere Software als Amazon. Damit wird jeder ziemlich gut charakterisiert, seine Stärken und Schwächen durchleuchtet. Vielleicht bei dir wirklich egal, aber denk mal an Politiker oder Konzernchefs. Die sind dann viel leichter bestechbar und erpressbar, wenn man ihre Schwächen kennt.
Wenn du immer noch denkst „das hat alles nichts mit mir zu tun.“ Okay. Aber dann sag nicht, es hätte dich niemand gewarnt…

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Hinter den Kulissen der Umfragen – 7% und mehr für Piraten

Seit Wochen liegen wir konstant bei 3 -4 Prozent in den Sonntagsumfragen. Trotz NSA und aller Skandale. Die Presse “wundert” sich und meint hämisch, wir würden nicht gewinnen mit dem Thema. Die Realität, die keiner schreibt, sieht aber anders aus und die großen Parteien samt der ihnen zugeneigten Umfragehäuser wissen das auch genau. In Wahrheit rechnen Union und SPD intern mit rund sieben Prozent für die Piraten im Bundestag. Deswegen auch das hektische Koalitionsgeschacher.

Woher die Diskrepanz zwischen veröffentlichten Umfragen und der Wahrheit liegt, liegt auf der Hand: Zum einen rechnen die Umfrageunternehmen immer die Ergebnisse der letzten Wahl mit ein. Zu diesem Zeitpunkt waren die Piraten so gut wie nicht präsent und hatten 2 Prozent bei der bundestagswahl und 0,9 Prozent bei der Europawahl. Das verzerrt schon mal. Und dann werden die Umfragen mit Menschen am Festnetztelefon gemacht. Das Piratenwähler kaum noch besitzen und nutzen. Und wenn man dann auch noch die Zielgruppe geschickt wählt, dann kann man sich von der Objektivität getrost verabschieden….So kommt es alles in allem zu Unsicherheiten bis zu 6 Prozent. Das ist bei einer wichtigen Wahl wie der Bundestagswahl eine ganze Welt. Die Stimmen für die Piraten werden nicht verschenkt sein, garantiert nicht. Warum die Zeitungen auf diese Tatsachen kaum hinweisen und alle Umfrageergebnisse für bare Münze verkaufen, verstehe ich nicht. Aber sie werden schon wissen, wieso…

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Wenn der Bock den Gärtner berät

frankfurt Emanuel Schach, Landtagskandidat der Piraten in Hessen, hat einen tollen Artikel geschrieben, den ich auch meinen Bloglesern nicht vorenthalten möchte. Er beschreibt darin eins der Grundübel der derzeitigen Politik: sich beraten lassen von denen, die die Schuld haben am Schlamassel.

“Banken außer Kontrolle – Wie die Politik uns in die Krise führte” lautet der Titel einer überaus sehenswerten Reportage, die das 3. Hessische Fernsehen gestern ausstrahlte. Die Filmautoren Julia Klüssendorf und Stefan Jäger zeigen darin, wie alle Regierungen in Deutschland seit den neunziger Jahren die vorhandenen Alarmsignale ignoriert haben. Wie fast zu erwarten stand: In der Mediathek ist er nicht zu sehen, lediglich eine kurze Zusammenfassung ist online zu lesen.

Besonders beeindruckend fand ich darin, was die relevanten Finanzminister Lafontaine, Eichel, Steinbrück und Schäuble zu berichten wussten, allem voran der aktuelle SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Der erzählte, fast möchte ich sagen: ungeniert, wie sein Krisenmanagment aussah, nachdem der drohende Zusammenbruch der IKB und damit die Folgen der unter der Regierung Kohl begonnenen und von der rot-grünen Schrödertruppe massiv betriebenen Deregulierung der Finanzmärkte erkennbar wurden. Völlig selbstverständlich konferierte Herr Steinbrück umgehend mit … den Köpfen der deutschen Banken. Also exakt mit den Managern, die die ganze Krise hauptsächlich zu verantworten hatten. Und die jetzt händeringend Geld brauchten, um die Folgen ihres Managements abzufedern. Genau die fragte also Herr Steinbrück in seiner Eigenschaft als Bundesfinanzminister, was jetzt zu tun sei. Nicht etwa internantional anerkannte Wirtschaftsprofessoren oder nicht betroffene Fachleute. Die Folgen sind bekannt.

Man mag sich überlegen, wie eine solche Form des Krisenmanagements in anderen Ressorts aussähe. Wenn der Bundesarbeitsminister auch die Arbeitslosen fragen würde, wie er angesichts deren Arbeitslosigkeit tun soll. Ob dieser deren dringendem Rat, einfach mehr Arbeitslosengeld zu zahlen, auch so selbstverständlich Folge leisten wüde?

Bereits weit über 70 Mrd. € hat diese Politik den Steuerzahler bis heute gekostet, ein Ende ist nicht in Sicht. Was bemerkenswerter Weise auch Herr Steinbrück nach eigenem Bekunden im Zusammenhang mit der Schieflage der Hypo Real Estate bemerkte: Das geht ja immer weiter! Und dennoch schiebt man auf Ratschlag derer, die das Geld verzockt haben und es jetzt brauchen, immer weiter Geld nach.

Wenn man es nicht besser wüsste, man könnte den Diplom-Volkswirten Peer Steinbrück und seine Kollegen für naiv halten, weil sie den Bock zum Gärtner machen. Aber das sind sie nicht, weder Herr Steinbrück noch Frau Merkel noch andere involvierte Politiker sind derart blauäugig. Sie wissen genau was sie tun. Und sie wissen, dass sie ebenso wenig zur Verantwortung für ihr Handeln gezogen werden wie die Banker, die erst Milliardengewinne erspekulierten (die selbstredend in private Taschen flossen und dort ebenso selbstverständlich bleiben) und später noch größere Verluste einfuhren, zu Lasten der Steuerzahler und seiner Kinder und Enkel und Urenkel.

Eine Frage allerdings blieb leider auch in dieser Reportage ungestellt: Wo ist eigentlich das ganze Geld hingeflossen? Zwar spricht man in diesem Zusammenhang ja gerne vom “Verbrennen” des Geldes, aber diese Metapher täuscht ja gewaltig. Geld fließt, von einer Tasche in die andere. Des einen Verlust ist des anderen Gewinn. Mehr 70 Mrd. € Steuergelder müssten demnach in private Taschen geflossen sein, sie wurden im wahrsten Sinne des Wortes “privatisiert”. Deren Verbleib wäre so eine Frage, die ich an Herrn Steinbrücks Stelle den Bankern gestellt hätte. Und nicht, wie man diese Umverteilung auch noch staatlich absichert.

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Prozente-Tetris

Jetzt, nachdem die Wahl feststeht, schlägt die große Stunde der Rechner. Wer mit wem wieviel Prozente hat, um die absolute Mehrheit… Halt, Moment. Die Wahl ist ja noch gar nicht vorbei. Und derzeit gibt es noch viele Unbekannte in der Gleichung, die da Bundestag heißt. Uns Piraten zum Beispiel, die so gar keiner in die Gleichungen mit einbeziehen will, genauso wenig wie die Euronauten vom AFD. Dabei steht noch nicht mal der Einzug der starken Mittelmäßigkeit FDP fest. Aber alle basteln jetzt schon aus ihren bunten Steinchen ein Puzzle zusammen, wie sich der Bundestag zusammensetzen sollte.

Hier nochmal zum Abschreiben an alle Umfragen-Gläubigen: Bei den kleinen Parteien ist der Unsicherheitsfaktor 5-7 Prozent, also können die Piraten noch zweistellig werden (was ich natürlich super fände).

Und die Zahlenzauberer müssen einfach noch ein wenig warten, bis sie eine neue Regierung haben. noch ist alles drin.

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250 Gramm Nutella für Deutschland

In der Werbung ist alles ganz einfach: Der Werbefilme nimmt eine Schar gutaussehender, gutgelaunter Menschen, eine tolle Kulisse in strahlendem Sonnenschein, ein Haus, das nach Wohlstand und Behaglichkeit zugleich aussieht. Herzige Kinder in niedlichen Kleidern tollen um eine strahlende Mutter und einen stolzen Vater. Was sie alle so glücklich macht ist meist ein Keksriegel oder ein Nussaufstrich oder eine Margarine, die sie lachend verzehren. Wer säße da nicht gerne am Tisch? Dazu ein Spruch wie “Knuspri macht glücklich!” So weit, so bekannt.

Eher neu ist, dass Parteien sich jetzt auch so verkaufen. Die CDU/CSU kopiert die Margarine-Werbungen aufs Schamloseste. Tja, heißt es dann da auch “Wer möchte da nicht mit am Tisch sitzen”? Ist es eigentlich vertretbar, dass man nicht mit Inhalten wirbt, nicht mit Sachthemen, sondern einen Wohlfühlwahlkampf wie Weichspülerwerbung? Wo sind die Parteien hin, die uns Piraten wütend vorgehalten haben, wir hätten keine Inhalte? Was ist euer Inhalt? 250 Gramm Nutella für Deutschland? In der Familienpackung …

Eurothemen? Syrienkrise? Energiewende anyone? Vielleicht nicht lieber doch eine Großpackung zum Thema NSA? Oder gar zum demographischen Wandel? Ach, alles viel zu kompliziert. Werbung, das kennen die Leute, da können sie mitträumen von einer heilen Familienwelt, so heil wie der Sonntagabend auf dem ZDF. Mich wundert, dass die CDU nicht mit den Geissens wirbt “Rooobert, wat wällste denn?” “CDU, sonst wird dat nix mit dem nächsten Ferrari.”

Die SPD hat statt Rosamunde Pilcher doch lieber in die Kiste mit der Lindenstrasse gegriffen. Betont kleinbürgerliche Gestalten stehen traurig auf den Plakaten. Das ist zwar viel ehrlicher, aber mal ehrlich, so wird das nichts. Wer will sich da danebenstellen? Das versprüht doch wieder nur den Hauch langweiliger Realität. Bei der CDU ist alles in Hochglanz. Da will man doch hin. Auch so wohlhabend und schön sein wie es nur ein paar Prozenten der Bevölkerung tatsächlich gelingt. Da wird schon wieder die Karotte des sozialen Aufstiegs hingehalten, während bei der SPD…also liebe Werber, ich bitte Sie. Das geht doch so nicht. Sie können den Wählern doch nicht den Spiegel vorhalten. Der will ein bißchen träumen dürfen.

Die Grünen machen gleich einen auf Peter Lustig mit der niedlichen Sonnenblume. Die Gri-Gra-Grünen Li-La-Launebären aus dem Kli-kla-Klawitterbus. Ich werde Energieriese – und Du? Ich werd dement und du musst mich pflegen, kleine Maus. So sieht das aus. Dann kannst du dir den Energieriesen aber in die Wuschelzöpfchen schmieren.

Die FDP diskriminiert das Übergewicht ihres Spitzenkandidaten Rainer Brüderle und erzählt was von der “starken Mitte”. Da sollen die sich mit bewerben bei “the biggest Loser” aber doch nicht im Bundestag. Dass jetzt Spitzenverdiener zur Mitte zählen, ist mir neu, für mich ist die FDP jedenfalls nicht zuständig.

Und wir Piraten? Wir hätten uns das alles einfacher vorgestellt, sind aber schon dankbar, dass zumindest so viel Kohle in der Kasse war, dass die Plakate nicht handgemalt oder im Kartoffeldruck hergestellt werden mussten.

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Danke für nichts, liebe Regierung!

Geht es noch dumpfer?

Geht es noch dumpfer?

Es ist abstoßend. Ein erregter Mann im pinken Polohemd schwallt was von “Kein Geld für uns” und begrüßt die Asylanten aus Syrien mit Hitlergruss.  Die anderen Protestierer johlen und fordern mit wütenden Gesichtern, dass das Asylbewerberheim verschwinden möge. Aber wen wundert das? Wird doch so eine Haltung latent gefördert.

Danke an unsere Regierung mit dem Supergrundrecht “Sicherheit”, eure Propaganda zieht. Mittlerweile sieht jeder in jedem Flüchtling aus dem nahen Osten einen potentiellen Terroristen, Vergewaltiger und Hassprediger.

Danke an die Regierung auch dafür, dass sie den rechten Rand immer aus dem Blick geschoben hat und sich geweigert hat, hinzugucken, als dieses widerliche Gedankengut wieder fröhliche Urständ gefeiert hat. Dass stattdessen NSU-Akten geschreddert wurden, aus Gründen, die ich mir nicht ausmalen will.

Danke an unsere Regierung, dass sie Bildung aus den armen Bevölkerungsschichten in Marzahn-Hellersdorf so weit heraushält, dass die ein offenes Ohr für diesen Nazi-Blödsinn haben. Und sie dafür lieber mit Dieter Bohlen und anderen Comedians auf RTL ruhigstellt.

Danke an unsere Regierung, besonders an den Koalitionspartner FDP, dass mit deren mitleidlosen “Leistung soll sich lohnen”-Ethik den Menschen mit Sozialhilfe echt dreckig geht. Aber dass die trotzdem nicht aufmucken, sondern noch Ärmere für ihr Dilemma verantwortlich machen. “Erst wir, dann die!” – wie wäre es mal: erst die Banker, die Hoeneße dieser Welt, die Firmen, die ihren Gewinn runterrechenen, bis sie bei 10 Prozent Steuern sind? Warum sehen die Leute nicht, wo “ihr” Geld tatsächlich hinwandert? Nämlich bestimmt nicht nach unten.

Danke an unsere Regierung, die weiter mit ihren Parolen Hass und Unverständnis schürt statt das, das notwendig ist: Mitleid. Die Syrer haben die Hölle hinter sich, Tausende von Toten in einem Land, dass ein einziges Kriegsgebiet ist. Vor 70 Jahren erst ist meine Großmutter mit meiner Mutter geflohen vor der russischen Armee, die Verwandtschaft tot oder im KZ inhaftiert, die wurden auch aufgenommen hier. 70Jahre ist es erst her! Vergessen ihr alle so schnell? Den Rest von der brauen Scheiße habt ihr doch auch nicht vergessen?

Danke dafür, dass ich mich schäme. Und dass ich wieder Angst habe, der Dreck könnte sich wieder ausweiten.

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Politisch – Unpolitisch?

Populismus? Kann ich...

Populismus? Kann ich…

Mir wurde neulich vorgeworfen ich sei unpolitisch. “Eine unpolitische Kandidatur”. Darüber habe ich nachgedacht. Meine Motivation, zu den Piraten zu gehen, war, dass es mir gereicht hat, als reines Stimmvieh behandelt zu werden. Ich wollte mitmachen, ich wollte, dass meine Stimme gehört wird. Es reicht nicht, zu schimpfen, wenn sich was ändern soll, muss man es selbst machen. Ich wollte Erklärungen, ich wollte mehr Transparenz, ich wollte, dass die Politik die Dinge angeht, die wirklich brennen. Und das ist nicht der Terrorismus oder die Autobahnmaut, dass sind die prekären Arbeitsverhältnisse, die steigenden Mietpreise und die kommende Überalterung der Gesellschaft.

Und meine Motivation zur Bundestagskandidatur war, unter anderem, zu zeigen, dass es möglich ist, auch als komplette Quereinsteigerin, die was ändern will, so eine Kandidatur zu erreichen. Ich dachte auch, ich darf mich nicht beschweren, wenn zu wenig Frauen da sitzen, wenn ich selbst nicht kandidiere.

Ich schreibe in meinem Blog hier oft vereinfacht, erkläre Dinge wir Überwachung so, wie ich hoffe, dass sie auch ankommen. Ich will nicht wieder eine von denen sein, die mit Fachchinesisch alle verschrecken. Das mag man populistisch nennen, ich nenne es Service. Denn ich will, dass die Leute wieder mitmachen, nicht resignieren. Sie sollen sich informieren, zum Wählen gehen. Und da darf die Bild nicht die einzige Quelle sein, die Sachverhalte einfacher erklärt. Denn die Bild steckt mit der Regierug unter einer Decke und schreibt schön, was immer die beschliessen. Ich erkläre die Sachverhalte einfacher an den Infoständen oder habe auch versucht, diese Denkweise in die hessische Pressearbeit einfliessen zu lassen, was mir leider nicht gelungen ist,.

Wenn ein Versuch, die Leute zum aktiven Mitmachen zu bewegen unpolitisch ist, dann bin ich das. Da aber Politik von “Polis”, Volk, kommt, denke ich, der Versuch, dem Volk seine Macht wieder bewußt zu machen, ist das Politischte überhaupt.

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Quatsch mit Sauce

Produktfoto von Knorr

Produktfoto von Knorr

Jetzt soll die Zigeuner-Sauce und das Zigeuner-Schnitzel umbenannt werden, weil sich Sinti und Roma damit diskriminiert fühlen. Und alle nicken ernst und sagen, wenn die “Betroffenen” das wollen, müssen wir die Sauce umbenennen. Das verstehe ich nicht. Warum sind die denn betroffen? Klar, wenn ich einen Sintí oder Roma “Zigeuner” nenne, ist das eine Diskriminierung. Aber warum identifizieren sie sich selbst mit dieser komischen Sauce? Das ist ein Fantasierezept mit einem Fantasienamen für eine Fantasiebevölkerungsgruppe, die es so nie gab. Der Name sollte damals, als er geschaffen wurde, Exotik vermitteln , etwas Besonderes, den Hauch von Fernweh. So wie die “serbische Bohnensuppe”, das “arabische Reiterfleisch” oder der “Toast Hawaii”. Wer Zigeunersauce bestellt, weiß, er bekommt eine Tomatensauce, leicht scharf, mit Paprikastückchen. Das ist ein fest eingeführter Küchenbegriff.

Auf keiner Flasche des Elaborats, das in Supermärkten erhältlich ist, sind Bilder von Menschen zu sehen, niemand muss sich von der Sauce persönlich angesprochen fühlen. Ich finde, hier geht die Empfindlichkeit und die politische Korrektheit zu weit. Da wird Energie und Goodwill verschwendet, der woanders besser aufgehoben wäre. Denn mit solchen recht sinnfreien Forderungen und Spitzfindigkeiten verprellt man die breite Masse, die bei den Forderungen nach politisch korrekter Benennung sämtlicher Dinge mittlerweile nur noch die Augen rollen. Lasst doch die Kirche im Dorf btw die Sauce beim Schnitzel.

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Von der Politikverdrossenheit der Wähler.

Eugène_Delacroix_-_Le_28_Juillet._La_Liberté_guidant_le_peuple“Ich mag nicht über Politik reden, wenn ich darüber nachdenke, werd ich immer wütend. Und machen kann man als Bürger ja eh nichts”. Das ist eine Antwort, die ich oft bekomme, wenn ich am Infostand oder im Freundeskreis ein politisches Thema anschneide. Und wirklich erscheint es auf den ersten Blick so, als ob die Poltik einem verschlossen ist: Wir können alle vier Jahre ein Kreuz machen. Danke, Beitrag geleistet, das wars mit der Politik.
Und es ist ja auch frustrierend, vor allem dann, wenn man sich an den Vorsatz gehalten hat und nicht darüber nachgedacht hat: Nach der Wahl tauchen die ganzen Monstren wieder aus dem See, da ist plötzlich die Eurokrise wieder da, die Altersarmut und die Steuererhöhungen, die vor der Wahl noch unter der Oberfläche gehalten wurden. Da kann ja dann keiner mehr was machen, wenn Mamas ruhige Hand vielleicht mehr dazu da war, allen die Ohren zuzuhalten.

Dennoch wählen viele die dann in vier Jahren wieder dieselbe Partei, “weil es ja eh niemand besser macht und uns die da oben sowieso alle verarschen”. Was irgendwie auch stimmt, denn sämtliche Wahlversprechen “mehr Netto vom Brutto” werden natürlich gebrochen…

Wann werden die Leute so wütend, dass sie endlich über Politik reden wollen? Dass sie sich nicht mehr verarschen lassen wollen? Und mehr, dass sie endlich dagegen auf die Barrikaden gehen? Warum bekommen wir keinen deutschen Frühling hin – mit BGE, mehr Transparenz und endlich Ehrlichkeit zur europäischen Union, die gerade völlig entgleitet? Was können wir tun, um mit unseren Themen und deren Wichtigkeit bei den Wählern anzukommen? Warum begreifen so wenige, was es bedeutet, wenn staatliche Behörden unsere Kommunikation überwachen? Dass über kurz oder lang die Wellen der Schuldenstaaten auch über Deutschland hereinbrechen werden wie ein Tsunami? Dass wir uns von Vollbeschäftigung verabschieden müssen und neue Lösungen zum demographischen Wandel finden müssen? Wann wird der Wähler sehen, dass auf Dauer die CDU/CSU/FDP nicht auf der Seite von uns normalen Menschen ist, sondern auf der einen winzigen Schicht Begüterter. Und nein, liebe Mittelschicht, dazu gehören wir nicht.

Da hätte ich gerne mal Antworten in den Kommentaren.

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Leistungsshitrecht

bell2Darf man sich positive Wahlwerbung mit sinnlosen und schädlichen Gesetzen erkaufen? Offensichtlich in Deutschland kein Problem, denn das Leistungsschutzrecht ist ein echt sweetes Geschenk an die Verlage von Burda bis Springer, die sich dafür bestimmt nicht lumpen lassen und Merkels samt ihren Brüderles echt Topzeugnisse ausstellen wird, um die Wiederwahl ihrer Wohltäter zu sichern. Ob dadurch eingegriffen wird in die Meinungsvielfalt, weil wir Blogger uns unabwägbaren juristischen Problemen gegenübersehen, wenn wir Artikel verlinken und weil die Bürger Informationen nicht mehr so einfach im Netz finden – egal.

Für alle, die nicht so genau wissen, was das Leistungsschutzrecht beinhaltet, hier ein ganz kurzer Abriß: die Verlage sind der Meinung, dass Google und andere Suchmaschinen dadurch Geld verdienen, indem die Texte ihrer Onlinemedien dort auf Googlenews inklusive kleiner Zitate verlinkt werden. Von diesem Kuchen wollen sie ein Stück ab. Völlig widersinnig, wie die Piratenpartei anprangert. Ansonsten darf Google die Links nicht mehr zeigen. Auch andere Medien online, Blogs, andere Nachrichtenseiten, dürfen keine Zitate mehr bringen – das würde sonst sehr teuer. Von 250 Euro pro Link ist die Rede. Das ist ungefähr so, wie wenn ein Taxifahrer Geld dafür bezahlen müßte, wenn er jemanden ins Bordell fährt. Google wird sich nicht erpressen lassen und einfach nicht mehr verlinken – oder eben nur noch zu den Verlagen, die wissen, das sie mehr nutzen aus der Googlesuche ziehen als andersherum. Burda, Springer bleiben draußen – wie unbequem das für die User ist, ob sich die Werbetreibenden auf den Seiten freuen, wenn die Visits einbrechen – alles egal – weil die Verlage kein Geld verdienen mit Journalismus. Sondern – gnihihi – mit Verlinkungen. Mit Verlinkungen auf Shops (viele davon gehören den Verlegern selbst) mit Verlinkungen auf Werbung und Gewinnspiele und Partnerseiten. Weniger Visits, auch weniger Besucher auf dem ganzen Tineff. Da sollten sich einige Herren wirklich gut überlegen, ob sie nicht den Ast absägen, auf dem sie sitzen.

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Ich hätte da mal ein paar Fragen an ein reiches Land

Es ist derzeit was faul in diesem Staate Deutschland.
Zu Weihnachten kommen sie immer gekrochen, die Bundespräsidenten, die Kirchen, reden von sozialer Gerechtigkeit und von der sozialen Schere, die aufklappt in Deutschland. Echt? Das merkt ihr auch mittlerweile?
Wir leben in einem reichen Land, dennoch gibt es immer mehr Rentner, die hungern.
Wir leben in einem reichen Land, dennoch gibt es  Kinder deren Eltern nicht fähig sind, sie ausreichend zu versorgen. Es gibt immer mehr, die die Tafeln in Anspruch nehmen, immer mehr, die den Wohlstand hier nicht für sicher nehmen können. Immer mehr, denen der Strom abgedreht wird oder die sich die steigenden Mieten nicht mehr lesiten können. Wie kann das sein?
Wir leben in einem reichen Land, dem jedes Jahr noch mehr Geld in die Kassen gespült wird, dennoch will der Finanzminister immer weitere Kürzungen und Mehrbelastungen für die Bürger durchsetzen. Nach der Wahl, logisch. Vorher wird dementiert. Da sollen die Mehrwertsteuer erhöht werden, die Einkommenssteuer. Es soll weniger Sozialhilfe geben, dafür einen Gesundheitssoli. Reichensteuer? Sicher nicht, Leistung muss sich doch lohnen. Wenn sich Leistung lohnt, wieso haben wir dann Millionen von Aufstockern, denen ein 40 Stunden Arbeitsplatz nicht reicht, eine Familie zu ernähren und die zusätzlich Sozialhilfe beziehen. Macht deren Chef keinen Profit? Wenn ja, warum unterstützt dann der Staat die offensichtlich ausgebeuteten Arbeitnehmer? Wenn nein, wieso werden Pleitegeschäftsmodelle subventioniert?
Wir leben in einem reichen Land, aber dennoch schaffen wir es nicht, ausreichend Kindergarten- und Krippenplätze zur Verfügung zu stellen. Stattdessen gibt es eine Herdprämie, die so klein ist, dass deswegen daheim bleiben nicht lohnt. Das Geld ist so ein Extrazuckerl an eher bessergestellte Familien, die es sich erlauben können, dass die Frau zuhause bleibt, erstmal. Die Hartz IV-Empfänger bekommen das Geld nicht. Die sind ja eh daheim.
Wir leben in einem reichen Land, dennoch sollen Beteiligungen an Staatsbetrieben veräußert werden, eine neue Idee vom FDP-Fipsi. Meist dann, wenn der Staat sie soweit subventioniert hat, dass endlich die Gewinne reinrollen. Die Gewinne dürfen aber dann wieder in private Hände fliessen. Erklärt mir einer, was daran sinnvoll sein soll. Das ist so dumm wie der Hans im Glück, der den langsam scheißenden Goldesel für eine schnelle Rendite mit einer Gans eintauscht.
Wir leben in einem reichen Land, dennoch ist nicht genug Geld da für die kulturelle Förderung. Schulen, Bibliotheken, Unis werden kleingehalten. Wieso das denn? Ist nicht Bildung der wichtigste Rohstoff, den wir haben?
Es heißt, wir haben eine Eurokrise. Haben wir die? Oder ist es nicht einfach so, dass sich Banken und Staaten verzockt haben und weiter verzocken.? Soll unser gesamter Sozialstaat den Banken geopfert werden, die sich um die Folgen nicht scherten? Ich empfehle ein Buch von Susanne Schmidt, der Tochter von Helmut Schmidt.Das Gesetz der Krise. Sie sagt, es gäbe keine Eurokrise, nur eine von Banken gemachte Schuldenkrise. Es sei immer noch die gleiche Krise, die Lehmann hat pleite gehen lassen.
Kann mir mal jemand von CDU/CSU/FDP alles erklären?
Ich bin nur eine ganz normale Bürgerin, aber ich hätte gerne Antworten…

PS: Mir persönlich geht es gut. Ich lebe nicht von Sozialhilfe, bin kein Aufstocker, habe einen guten und gutbezahlten Job und genug Freizeit. Ich könnte ein klassischer CDU oder gar FDP-Wähler sein. Warum ich das nicht bin, liegt vermutlich an meinem Vater, der immer sehr sensibel war für soziale Gerechtigkeit. Danke dafür, an Papa…

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Von der Kunst und dem Geld

Ein Aufschrei geht durch Deutschland: der politische Geschäftsführer der Piraten, Johannes Ponader, bezieht immer mal wieder ALG2. Dieser Aufschrei wirft ein Schlaglicht auf die Art und Weise, wie Politiker gesehen werden, aber auch darauf, wie freie Künstler gesehen werden. Denn ich hatte auf Twitter geschrieben “Viele hochbezahlte Schauspieler beziehen Sozialhilfe. Da regt sich keiner auf”. Wie man denn sowas behaupten könne, gibt es dafür Belege? Nun, die Belege liegen eigentlich auf der Hand: nicht jeder Fernseh- und schon gar nicht Filmschauspieler ist jeden Tag fest im Engagement. Wenn der Film “ein Krankenhaus in Cornwall” abgedreht ist, geht es erst einmal aufs Arbeitsamt, arbeitslos melden – wie es jeder andere auch täte, der seinen Job los geworden ist. Dazu hat auch ein Künstler das Recht. Und was kommt dann? Eigentlich das Gleiche, wie bei allen anderen auch. Je nach Länge der Beschäftigung erstmal Arbeitslosengeld und nach einem Jahr ALG2. Das ist nicht mal so selten, denn Rollen sind rar. Denn, das übersieht gerne jeder, die Glamourbranche ist so glamourös nicht, die Tagesgagen sind teilweise nicht schlecht, aber alles andere als so, dass man sich einen lauen Lenz machen könnte. Hier verdient keiner Fanstastillionen pro Film wie in Amerika. Rund 2000 Euro pro Tag gibt es im Schnitt für bekannte Gesichter, diejenigen Schauspieler, die in Deutschland gut davon leben können, dürften in Deutschland nicht mehr als 200 sein.
Trüber sieht es für das Heer anderer Künstler auf: Schauspieler und Regisseure, die für 200 Euro pro Abend den Papageno in Kniritz an der Knatter geben, den Maler, der ab und an ein Bild für 1000 Euro verkauft, die Band, die immer mal wieder ein Engagement bekommt und vom Plattenvertrag träumt, der freie Schriftsteller…all die sind darauf angewiesen, ab und an Unterstützung zu beziehen. Diese etappenweise Unterstützung ist Gang und Gäbe und es wundert mich, dass das Arbeitsamt bei Johannes Ponader damit so hoffnungslos überfordert war. Natürlich gibt es noch einen Weg: den einen oder anderen Job zu machen, der Geld bringt, aber die Künstler in ihrer Kunst beschneidet. Und hier sind wir bei dem Punkt, den Johannes Ponader meiner Meinung nach zeigen will.
Denn was bringt eine Gesellschaft wirklich weiter? Da sind wir bei der Fabel von der Ameise und der Grille. “Da könnte ja jeder kommen”, heißt es dann. Oder “Nur wer arbeitet, darf essen.” Künstler, Freiberufler, Ehrenamtliche arbeiten ja auch. Nur stellt sich da die Bezahlung nicht immer sofort oder ausreichend ein. Da gibt es Durststrecken. Soll es deswegen keine Kunst mehr geben? Nun, dass das möglich sein sollte, dafür setzen wir uns Piraten ein. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen für jeden. Wir hätten gerne eine Republik mit einem Recht auf Glück und einem Recht, den Beruf auszuüben, der einen erfüllt und glücklich macht. Vielleicht ist es (noch) eine Utopie – aber wer es als asoziale Unverschämtheit geisselt, sollte sein Weltbild überdenken. Ich würde in einer Welt ohne Grillen nicht leben wollen.

Der zweite Punkt, der mich irritiert, ist das Bild der Politiker. Anscheinend ist es völlig selbstverständlich, dass prominente Politiker Gutverdiener sind. Dass eine politische Partei reich ist. Das ist falsch. Die Piraten stehen am Anfang, beziehen kaum die Parteiunterstützung der Etablierten – wir können uns es nicht leisten, Vorstand und Ehrenamtliche zu bezahlen. Viele empfinden jetzt die staatliche Unterstützung mit ALG2 als Frechheit, aber über die Millionen der Parteienfinanzierung und Spenden wird kein Wort verloren. Es wird sich beschwert über die angeblich zu hohen Diäten der Politiker, ein mittlelloser Politiker ist aber genauso ein Unding. Als ob man sich als politische Partei ganz selbstverständlich aus den Staatstöpfen bedienen könnte. Wie pervers ist das denn? Steuern, Vortragshonorare, Vorstandsposten im großen Stil beziehen ist supi, im klitzekleinsten, dem ALG2, ist Geld vom Staat Ausnutzen und eine Sauerei? Das ist Bildzeitungslogik, die den sozialmißbrauch geisselt und über den steuerlosen Deal von VW mit Porsche kein Wort verliert. Dass, was eine Hyporealestate schon an Stuergeldern verschleudert hat, kann eine Armee von Hartz IVlern versorgen. Ich würde mir wünschen, die Leute würden das erkennen und anfangen, mit gleichem Augenmaß zu messen. Und es ist traurig, dass es “Anhänger” der piraten gibt, die erklären, das Tun von Johannes Ponader würde schaden. Er hat versucht, eine Grundidee der Partei, das bedingungslose Grundeinkommen, vorzuleben.  Er ist an den herrschenden Bedingungen gescheitert. Aber er hat eine Diskussion angestoßen.  Wer das als Schaden empfindet, sollte uns nicht wählen.

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Zwischen Rechtsstaatlichkeit und Moral – meine Gedanken zum Inzest-Urteil

Es ist schon schwierig, wenn man sich als ganz normaler Mensch in die Politik einmischt. Denn manchmal komme ich an Grenzen, die für mich nicht überschritten werden sollten. Zum Beispiel, dass die Partei, der ich jetzt angehöre, den Inzest-Paragraphen als unzeitgemäß abschaffen will. Formaljuristisch geb ich ihnen recht: klar, einvernehmlicher Sex unter Erwachsenen sollte Privatsache sein. Es geht mich nichts an, wenn es sich nicht um Schutzbefohlene handelt oder um ein Abhängigkeitsverhältnis (wobei wir uns da bei Inzest auf extrem dünnem Eis bewegen, deswegen vielleicht auch mein Bauchgrummeln). Ich lache auch über US-Bundesstaaten, die Oralverkehr unter Strafe stellen wollen oder sogar jeden Sex, der nicht der Fortpflanzung dient, verbieten. Dennoch tue ich mich extrem schwer mit dem Okayfinden von Inzest.  Ich weiß, das ist mein privates Dilemma, das aus uralten moralischen Tabus rührt.Es ist mir auch klar – jedenfalls vom Kopf her – dass man nicht mit Gefühlen und Empfinden Politik und Gesetze machen kann, sonst hätten wir fix die Todesstrafe für Kinderschänder, was ja  wirklich niemand wollen kann. Aber trotzdem…

Ich kann nun auch besser das Unglück von christlichen Piraten nachfühlen, die sich bei den Tanzdemos am Karfreitag wohl so gefühlt haben wie ich jetzt. Aber das ist der Preis der Freiheit und der Preis der Rechtsstaatlichkeit, dass ich auch Dinge akzeptieren muss, die mir völlig gegen den Strich gehen.

Ich hätte nicht gedacht, dass mich das so berührt.

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Ich glaub es hackt – was für eine Kampagne!!!

So, jetzt hab ich lang nix mehr geschrieben, wie es immer bei mir ist, wenn es im Leben drunter und drüber geht… Aber mich regt gerade diese Aktion des Handelsblatts dermassen auf, dass ich was loswerden muss. Ich stehe nämlich auf beiden Seiten, bin Kreative und zugleich bin ich Piratin.

Will ich, dass die Kreativen von Luft und Liebe leben? Nein!

Will ich , dass alles, alles im Internet umsonst zu bekommen ist? Auch nein.

Ich will, dass Leute für ihre Arbeit anständig entlohnt werden. Nur, woran liegt das eigentlich, dass es vielen Kreativen derzeit nicht gut geht? Die Antwort der 100 Köpfe im Handelsblatt ist klar: an der bösen Umsonst-Kultur im Internet, wo alles geraubt und gestohlen wird, was andere mühevoll erschaffen haben. Hmmm. Stimmt das so? Ich sage nein.Wo wird denen denn was gestohlen?

Klar, die Verleger ärgern sich, dass sie ihr Zeug im Internet umsonst anbieten müssen. Was aber daran liegt, dass das, was sie da produzieren, niemandem einen Cent wert ist. Und warum? Weil es liebloses, mit Werbung, Popups und Bannern versauter Mist ist, heruntergetipselt von unterbezahlten Praktikanten, schlecht recheriert und meist aus amerikanischen Blogs zusammengeklaut. Jawohl, GEKLAUT. Warum soll ich bei xy online drei Tage später etwas lesen wollen, was Perez Hilton oder gofugyourself drei Tage früher und dazu noch besser geschrieben präsentieren? Denn wer hat je erlebt, dass Artikel geklaut werden, welcher Blogger, welcher Pirat hat sich je den teuren, ach so wertvollen Content angeeignet, den die Online-Ausgaben der Zeitungen verbreiten? Hab ich noch nie gesehen.

Freie Redakteure und Fotografen werden oft mit einem Hungerlohn abgespeist, bei Konzerten nimmt man nicht mehr die Aufnahmen eines Fotografen vor Ort, der einen besonderen Moment des tatsächlichen Konzerts einfängt, sondern nimmt den kostenlosen Promoshot des Veranstalters als Aufmacherbild – Kosten senken, Kosten senken. In den Redaktionen werden die teuren Redakteure entlassen und durch Sogutwiemsonstkräfte ersetzt, billig muss alles sein, billig und dankbar müssen die Jungjournalisten sein, dass sie überhaupt für das Blatt schreiben dürfen.

Toprecherchierte Artikel findet man heutzutage in Blogs, wo auch Guttenberg und Konsorten aufgedeckt wurden, wo heute Meinung und Politik gemacht wird. Diese Blogs verdienen Geld, weil das Publikum lesen will, was da produziert wird. Das Internet ist der Tod der Kreativität? Dass ihr es wagt, mit euren in die Jahre gekommenen Blättern von Kreativität zu reden. Habt ihr euch mal umgekuckt, was da im Internet an wirklicher Kreativität geboten wird? Und nochwas: Die Leute machen das freiwillig, umsonst – um sich und der Welt eine Freude zu machen. Und werden, wenn sie richtig gut sind, trotzdem Millionäre, wie Simon Tofield, der Erfinder von Simon’s Cat. Oder ein Mister Tutorial. Oder, oder, oder…

Klar, die Musikindustrie ist die einzige Industrie, die wirklich einen Grund hat, sauer zu sein aufs Internet, das muss ich einräumen. Ansonsten? Das Dilemma ist hausgemacht – und auch da zu lösen. Bietet etwas, was so geil ist, dass ihr es nicht verschenken müßt. Alles andere könnt ihr gepflegt vergessen.

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Warum ich gerne Pirat(in) bin

Es heißt ja, wenn man in einen neue Stadt zieht, sollte man am besten einem Verein beitreten. Das habe ich gemacht. Ich bin Pirat geworden. Oder Piratin, vielleicht sollte ich da tatsächlich ein bisserl mehr drauf achten. Es hat sich so ergeben, denn einige der ersten Menschen, die ich Frankfurt so kennengelernt habe, waren Piraten. Auf einem Twitter-Stammtisch namens Schnitzelffm habe ich meine erste “Heimat” gefunden. Darunter viele ITler, Programmierer, Social Media Experten, etc etc…Nicht so ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass ich als Social Media Berater enorm viel mit dem Netz zu tun habe. Die Leute waren spannend, nett, sehr kreativ – und dachten weit über den Tellerrand ihres Frankfurter Schnitzels hinaus. Das hat mir gefallen. Seit August bin ich nun Mitglied, noch vor der Berlinwahl.

Für mich bedeutet Pirat sein mehr eine Geisteshaltung denn eine wirklich 1000% politische Haltung. So sehe ich die Piraten nämlich: als Sammelbecken vieler kreativer Köpfe und Querdenker, als ein Konglomerat geballter Kreativität. Die Piraten sind keineswegs alles durchgehend Digital Natives. Klar, es wird keinen Piraten geben, der keinen Internetanschluss daheim hat oder der nicht gerne im Netz unterwegs wäre. Aber sie arbeiten bei Banken und bei Google. Bei Werbefirmen, Pharmaunternehmen, der evangelischen Kirche oder sogar bei der Gazprom. Sie sind Frührenter oder Studenten, Arbeitslose oder Manager, haben eigene Firmen oder sind angestellt. Alles Piraten. Jung und alt, männlich und doch ein ganzer Haufen Frauen. Was allen gemeinsam ist, ist Neugier und die Weigerung, sich mit hergebrachten Lösungen abzufinden. Es sind Leute, die davon überzeugt sind, dass die neuen Probleme und Anforderungen, die unsere Gesellschaft stellt, neue Lösungen und Antworten brauchen. Und dass wir alle gemeinsam daran arbeiten müssen, sie zu finden. Und ich habe selten so viele wunderbar schlaue Leute erlebt.

Das hab ich auf der OM11 bestätigt bekommen – ganz klar, ich hatte gefunden was ich gesucht hatte. So hab ich in Frankfurt nicht nur eine neue Heimat gefunden, sondern auch bei den Piraten! Und Freunde obendrein. Mir gefällt es, dass man auch sofort mitarbeiten kann, als PRler war ich hochwillkommen – da hätte ich bei der CSU Frauenunion aber noch lange Apfelkuchen bei den Kreistreffen backen müssen…(schließlich hab ich keinen Reichsfreiherrntitel vorzuweisen).

Natürlich geht es mir auch ums Netz, denn auch da bin ich daheim. Ich hab, wie so viele, immer mehr Vertrauen in die derzeitige Politik verloren – vor allem, weil ich mitbekam, das die derzeitigen Parteien keine Idee haben, wie sie mit den neuen Technologien, mit den neuen Möglichkeiten des Netzes umgehen sollten. Da wurde nur dumpf gemunkelt von Gefahren und Verboten, von Sperren und Kontrollen.

Statt seinen Bürgern zu zeigen, wie man das Netz nutzen kann, als Informationsquelle, als Möglichkeit des Austausches, der Hilfe, des Verbraucherschutzes, als Möglichkeit mit Firmen, Institutionen und – jawohl, Politikern in nahe, direkte Verbindung zu treten, wurde hier nur gewarnt, eingeschüchtert, verboten, gesperrt. Es ist das größte Demokratietool in unserer Gesellschaft. Und wird doch nur behandelt wie ein Hort des Bösen. Da haben Wiesbadener Politiker Angst vor Wählerfragen, die Innenminister wollen Daten vorab speichern und ihre Bürger mal eben unter Generalverdacht stellen. Dei Gema wendet die Massstäbe des analogen Rundfunks auf das Netz an… Das geht so nicht. Da kamen mir die Piraten gerade recht, genau für diese Dinge einzustehen. Wir sind gekommen um zu bleiben, gewöhnt euch an uns…

Auch wenn noch viel schief läuft, es gibt einige Spinner, Verschwörungstheoretiker oder Trolle in den Parteireihen. Es gibt immer wieder peinliche Ausfälle, die sich professionellere Parteien nicht leisten würden. Mich stört, dass viele Egoisten ihre eigenen Befindlichkeiten über alles andere stellen… Und postgender ist auch woanders. Aber das gehört wohl zu den Anfangsproblemen dazu…ich bin gerne Pirat.

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Horst Schlämmer führt die Parteien vor

Es ist zum Lachen, aber eigentlich ist es traurig. Horst Schlämmer aka Hape Kerkeling führt den etablierten Parteien vor, wie ein perfekter, moderner Wahlkampf aussehen müßte. Für seinen Film “Isch kandidiere”, in dem er mit der HSP, der Horst Schlämmer Partei,  zur Kanzlerwahl antritt,  macht er einfach alles richtig. Er sucht sich die richtigen Unterstützer wie Iris Berben, Bully und Bushido, er verlinkt seinen “Wahlkampf” auf allen Social Media Netzen. Er twittert, er hat eine Facebook-Fanseite, auf der ihn mittlerweile über 4500 Leute unterstützen, er hat einen YouTube Kanal und einen Flickr-Account. Blog und Podcast? Selbstverständlich. Klar, der Mann ist auch lustiger als Steinmeier oder Merkl. Aber dennoch sollten die mal ganz genau hingucken.

Wer jetzt sagt, mein Gott, der Kerkeling ist auch ein Medienprofi, der weiß eben, wie man sich vermarketet, der unterstellt das gleiche wie ich, nämlich dass die Parteien immer noch wenig bis keine Ahnung haben, was das Netz für sie bedeuten kann. Ich bin mir sicher, Horst Schlämmer käme über die 5 Prozent Hürde – trotz Grevenbroich als Bundeshauptstadt.

http://www.waehle-schlaemmer.de/fotos/hsp-wahlkampfmaterialien.html

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