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Blackmail im TV – warum hat das noch keiner umgesetzt?

Es ist mir unbegreiflich – haben Endemol, Tresor TV, RTL, SAT1 total geschlafen? Diese Show wäre fieser als das Dschungelcamp, unterhaltsamer als der “Bachelor” oder “Joko und Klaas” und könnte Leute leichter in den Wahnsinn treiben als jede Enthüllungstalkshow oder “Bauer sucht Frau” und an alle niedrigen Instinkte appellieren. Mit anderen Worten, die Quoten wären unermesslich. Der Skandal – und damit die Presse – und damit wieder die Quoten – unglaublich. Der Spiegel würde bestimmt etwas total hippes und postmodern Ironisches finden, die Bild würde darüber keifen und genauso begeistert mitmachen. Die Sendung wäre bald Kult.

Es geht um Blackmail, eine Showidee von Monty Python aus den 70er Jahren. Die Idee ist bestechend einfach: das TV zeigt Ausschnitte aus kompromittierendem Material und die Leute müssen anrufen, um die völlige Veröffentlichung zu verhindern. Dazu kommt ein prominenter Gast mit Tüte über dem Kopf, die Zuschauer dürfen abstimmen, ob dessen pikante Details veröffentlicht werden oder nicht.

Erpressungsmaterial lässt sich ja leicht finden, im Internet oder von Exfreunden eingesandt. Oder aus veröffentlichten Polizeiberichten etc. Wäre vielleicht sogar hilfreich, um momentan den Jugendlichen zu erklären, warum es keine so gute Idee ist, Saufbilder ins Internet zu stellen.

Eine Moderatorin wie Sonja Zietlau kündigt die Beiträge launig mit lustiger Stimme an: “Hallo an Dennis aus Halle, du hast morgen ein Bewerbungsgespräch, nicht? Wenn du nicht willst, dass dein künftiger Arbeitgeber diese Bilder (zeigt auf verpixelte Großleinwand) sieht, ruf uns an – 50 Euro und der Job ist gerettet…”

Dazwischen dürfen Promis vergangene Sünden beichten und werden mit weiterem Belastungsmaterial konfrontiert.

Politiker dürfen ihre “Parteifreunde” mit fiesem Material aus der Konkurrenz um den begehrten Posten hauen…im Sinne der Transparenz ja sogar eine moralisch “hochwertige” Aktion.

Monty Python war da echt prophetisch. Und bei RTL druckt gerade ein Redakteur diesen Blogartikel aus…

Habt ihr auch noch geniale Ideen zu TV-Formaten, die es eigentlich geben müsste? Schreibt’s in die Kommentare.

 

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21. Juli 2014 · 11:48 vormittags

Quote oder nicht Quote, das ist hier die Frage

Bei der Quote bin ich total gespalten. Einerseits würde ich mir wünschen, sie wäre nicht notwendig. Dass alles was zählt, die Qualifikation eines Bewerbers für ein Amt ist. Leider sehe ich, dass das nicht der Fall ist. Menschen haben  ein bestimmtes Bild im Kopf, wenn es darum geht, den idealen Kandidaten für ein Amt zu finden. Und dieses Bild ist leider meist männlich. Dass rührt daher, weil die Attribute, die einem idealen Chef zugesprochen werden, die gleichen sind, die dem idealen Mann zugesprochen werden: entschlussfreudig, klar, ein Macher, ein Bestimmer. Frauen werden anders empfunden, empathisch, verhandelnd, zurückhaltend – und zack sind wir drin im Teufelskreis. Das Spiel um die Macht ist selten fair und wer die Macht in Händen hält, teilt sie ziemlich ungern. Deswegen ist das Postgender für Männer sehr praktisch, weil es totale Gleichbehandlung verspricht, aber sie so gar nicht hält. Dagegen hilft nur eine Quote, um sicherzustellen, dass ein Führungsgremium auch mit Frauen besetzt wird. Dass die wichtige Impulse liefern und eine gemischte Gruppe bessere Arbeit macht als ein reiner Männerverein, steht außer Frage. In der Wirtschaft bin ich klar pro Quote, das funktioniert das mit der freiwilligen Selbstkontrolle nicht.

Aber trifft das auch für eine Partei zu? Auf der anderen Seite lehnen viele Frauen in der Piratenpartei die Quote ab. Sie wollen nicht irgendwohin gewählt werden, nur weil sie Frauen sind. Außerdem gibt es ja schon Parteien, die das mit der Quote machen und wer unbedingt eine Quote in der Politik will, kann ja da andocken. Die Piraten waren als Experiment gedacht, Dinge auch einmal neu zu denken und dazu gehörte auch das Bild, dass Geschlechter erstmal eher egal sind. Zumal es sehr männliche Frauen und sehr weibliche Männer gibt und alles dazwischen. Schwarz-weiß hat in diesem Zusammenhang ausgedient. Wie bekommt man diese Balance in Gremien? Da würde eine Quote nur stören, denn wieviel Mann und wieviel Frau in jedem Einzelnen schlummert, weiß er oder sie nur selber. Mittlerweile haben die Piraten sehr viele, sehr tolle Frauen auf Vorstandsposten, in Bayern, in Hessen – ganz ohne Quote.

Wie ich für die Quote stimmen werde? Ich weiß es nicht, derzeit tendiere ich etwas mehr dazu, sie abzulehnen. Weil ich noch an unser Experiment glaube.

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Hauptsache hübsch – geht’s noch?

Ich habe heute in der Bildzeitung einen Artikel gesehen zur Wahl der “Miss Bundestag” und hab mir vorgestellt, wie es gewesen wäre, wenn die Piraten in den Bundestag eingezogen wären. Dann wären mindestens zwei, drei von uns auf dieser Liste gelandet. Das wäre cool gewesen, denn dann hätten wir einen öffentlichen Aufstand machen können. Sowas ist eine Frechheit und eine Beleidigung aller Frauen im Bundestag. Denn diese Abstimmung bedeutet wieder, dass Politikerinnen nur aufs Äußere reduziert werden. Jung, hübsch, schlank – das ist  ein Standard, dem sich anscheinend auch eine Politikerin zu unterwerfen hat. Auch wenn deren Ziel nie war, als Schönheitskönigin durchzugehen, sondern politische Arbeit leisten zu wollen.

Sportlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Politikerinnen  – immer gilt, dass die auch gefälligst angenehm für das männliche Auge zu sein haben, sonst ist es völlig okay, sie öffentlich zu dissen. Die arme Wimbledon-Gewinnerin Marion Bartoli mußte das schon brutalst miterleben.

Ich finde diese Sicht auf Frauen zum Kotzen und würde mir wünschen, sämtliche Kandidatinnen würden der Bildzeitung verbieten, sie auf so einen Liste zu setzen.

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23. Oktober 2013 · 4:11 nachmittags

Hilflosigkeit erzeugt Wut. Wut erzeugt Hass

“This is a men’s world…” Und das ist leider wahr. Dass sich der “Wert” einer Frau nicht an ihrem Intellekt oder ihrem Charakter bemisst, sondern an ihrer Schönheit, können wir mal als gesetzt festhalten. Ebenso, dass Frauen es schwerer haben, im Beruf die Karriereleiter hochzuklettern. Dass Frauen jeden Tag damit konfrontiert sind, wie sie reduziert werden auf ihr Äußeres und ihre Eignung als Sexobjekt. Da ist jeder Kinofilm, jedes Werbeplakat und jede TV-Show Beleg dafür. Macht man als Frau darauf aufmerksam, wird man als frustrierte, ungevögelte Zicke beschimpft, die das gefälligst gut oder zumindest “ironisch” zu sehen habe. So weit, so scheiße.

Es ist klar, dass diese allgemeine doch recht frauenfeindliche Haltung die, die sich daran abarbeiten, richtig wütend werden läßt, dass sie laut werden und – ja, auch manchmal ungerecht. Weil es halt ermüdend ist, tagtäglich den gleichen Rotz als Erwiderung zu bekommen und zwar von Männern und Frauen und es wird denen, die gegen die “blöden Feministinnen” herumkeifen, schon mal der verbale Mittelfinger gezeigt. Verständlich.

Aber Wut und Hass machen auch blind. Jede und jeder sollte mal innehalten und reflektieren: gegen wen kämpfe ich da eigentlich? Kämpfe ich gegen die, die mir den Weg verwehren, die mich für minderwertig halten, nur weil ich optisch nicht ihren Erwartungen entspreche? Oder gegen jemanden, der mir zwar in Teilen zustimmt, aber eben nicht in allen? Und vor allem: Kämpfe ich mittlerweile mit den gleichen Mitteln?  Indem ich meine Gruppe herbeizitiere, die den gleichen gesellschaftlichen Druck auf meine “Gegner” aufbaut wie die Gesellschaft das mit Frauen macht? Es wird dagegen gekämpft, dass Frauen einem bestimmten Bild entsprechen sollen – wie kann man dann erwarten, dass andere Frauen genau dem Bild entsprechen, wie man es selbst gerne hätte? Denn durch den permanenten Widerstand haben viele Feministinnen schon auf Durchzug geschaltet und sind dann weder Argumenten noch einer Diskussion mehr zugänglich – was die wütend macht, die versuchen, nicht zu haten, sondern zu diskutieren. Deswegen hab ich mich zum Beispiel auch schon öfter zu einer abfälligen Bemerkung hinreissen lassen, obwohl ich den Feministinnen in weiten Teilen recht gebe – wohlgemerkt nicht in allen. Aber es wurde mir manchmal zu fanatisch, dogmatisch. Und reden war auch nicht drin. Und so schaukelt sich sowas manchmal hoch – beide Seiten sind verletzt, frustriert, wütend und werden unsachlich. Dabei gibt man sich zu 90Prozent recht. Das ist keinen Streit wert. Genausowenig wie die reinen Hater.

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Wieso dich die Überwachung DOCH betrifft!

Piratisierer1375877387Bis jetzt ist das Gespenst NSA und Überwachung völlig abstrakt, Datenschutz erscheint als reines Nerdgeschwurbel. Eigentlich hat keiner Ahnung, warum das jetzt so fürchterlich sein soll, dient es doch der „Überwachung von Terrorverdächtigen“, dient dem Supergrundrecht „Sicherheit“ und ist leider, leider notwendig. Aber da man ja selbst nachweislich kein Terrorist ist, und nichts zu verbergen hat, braucht einen das ganze Überwachungsgelaber und der Datenschutz nicht zu interessieren, oder?
Ich werde jetzt mal versuchen, ganz konkrete Gründe aufzulisten:
Möchtest du wirklich, dass die Nacktfotos, die du mit der neuen Flamme aus dem Datingforum per Email tauscht, von mehr Leuten als ihm gesehen werden? Stell dir mal vor, er druckt die aus und zeigt sie seinen Freunden. Mir wäre das eine ziemlich fürchterliche Vorstellung. Genauso unangenehm, wenn NSA-Überwacher die sehen und speichern. Wieso, fragst du, sollen die das tun? Naja, vielleicht hast Du nichts zu verbergen, aber vielleicht steht dein Flirtpartner auf einer Fahndungsliste? Oder du hast Freunde, mit denen du oft kommunizierst und die überwacht werden – und du gleich mit dazu?
Möchtest Du wirklich, dass das Internet deine genauen Vermögensverhältnisse kennt? Tut es nämlich. Und reicht die alle an die Schufa weiter. Vor allem, wenn du gerne Payback etc verwendest, dann wird auch dein Konsum getrackt – und das kann teuer werden. Wenn du nämlich fröhlich dein Geld raushaust, dann kann ein Kredit für Dich teuer werden. Wer nicht spart, der muss höhere Zinsen für seinen Kredit hinblättern. Und eine Paybackkarte überwacht alle Konsumausgaben.
Möchtest du wirklich, dass deine Krankheitsgeschichte nachvollziehbar wird? Jeder neue Arzt weiß sofort, was dir mal gefehlt hat, von der Alkoholvergiftung als Teenie bis zum Burnout-Zusammenbruch im Büro. Und Ärzte vertrauen nicht dir, sondern anderen Ärzten – so konnte es auch kommen, dass ein Gustl Mollath immer weiter als „irre“ eingestuft wurde, mit ihm selbst hatte niemand gesprochen. War ja auch nicht nötig, gab ja Arztgutachten.
Möchtest Du wirklich, dass du plötzlich in eine Rasterfahndung gerätst? Dass bei dir zuhause oder dem Arbeitgeber deine Akten durchwühlt werden oder du Besuch zuhause von den netten Herren in Grün bekommst? Das passiert leichter, als du ahnst. Du könntest einen Freund haben, mit dem du öfter mailst und der etwas radikaler drauf ist. Reicht schon. Und plötzlich denken deine Nachbarn und Arbeitskollegen, du hast doch was zu verbergen.
Und, denk mal drüber nach, wie gut die Vorschläge sind, die Amazon dir macht. Passt doch immer ziemlich genau. Und die NSA und andere Überwacher haben noch viel mehr Daten von dir und bestimmt keine schlechtere Software als Amazon. Damit wird jeder ziemlich gut charakterisiert, seine Stärken und Schwächen durchleuchtet. Vielleicht bei dir wirklich egal, aber denk mal an Politiker oder Konzernchefs. Die sind dann viel leichter bestechbar und erpressbar, wenn man ihre Schwächen kennt.
Wenn du immer noch denkst „das hat alles nichts mit mir zu tun.“ Okay. Aber dann sag nicht, es hätte dich niemand gewarnt…

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Hinter den Kulissen der Umfragen – 7% und mehr für Piraten

Seit Wochen liegen wir konstant bei 3 -4 Prozent in den Sonntagsumfragen. Trotz NSA und aller Skandale. Die Presse “wundert” sich und meint hämisch, wir würden nicht gewinnen mit dem Thema. Die Realität, die keiner schreibt, sieht aber anders aus und die großen Parteien samt der ihnen zugeneigten Umfragehäuser wissen das auch genau. In Wahrheit rechnen Union und SPD intern mit rund sieben Prozent für die Piraten im Bundestag. Deswegen auch das hektische Koalitionsgeschacher.

Woher die Diskrepanz zwischen veröffentlichten Umfragen und der Wahrheit liegt, liegt auf der Hand: Zum einen rechnen die Umfrageunternehmen immer die Ergebnisse der letzten Wahl mit ein. Zu diesem Zeitpunkt waren die Piraten so gut wie nicht präsent und hatten 2 Prozent bei der bundestagswahl und 0,9 Prozent bei der Europawahl. Das verzerrt schon mal. Und dann werden die Umfragen mit Menschen am Festnetztelefon gemacht. Das Piratenwähler kaum noch besitzen und nutzen. Und wenn man dann auch noch die Zielgruppe geschickt wählt, dann kann man sich von der Objektivität getrost verabschieden….So kommt es alles in allem zu Unsicherheiten bis zu 6 Prozent. Das ist bei einer wichtigen Wahl wie der Bundestagswahl eine ganze Welt. Die Stimmen für die Piraten werden nicht verschenkt sein, garantiert nicht. Warum die Zeitungen auf diese Tatsachen kaum hinweisen und alle Umfrageergebnisse für bare Münze verkaufen, verstehe ich nicht. Aber sie werden schon wissen, wieso…

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Wenn der Bock den Gärtner berät

frankfurt Emanuel Schach, Landtagskandidat der Piraten in Hessen, hat einen tollen Artikel geschrieben, den ich auch meinen Bloglesern nicht vorenthalten möchte. Er beschreibt darin eins der Grundübel der derzeitigen Politik: sich beraten lassen von denen, die die Schuld haben am Schlamassel.

“Banken außer Kontrolle – Wie die Politik uns in die Krise führte” lautet der Titel einer überaus sehenswerten Reportage, die das 3. Hessische Fernsehen gestern ausstrahlte. Die Filmautoren Julia Klüssendorf und Stefan Jäger zeigen darin, wie alle Regierungen in Deutschland seit den neunziger Jahren die vorhandenen Alarmsignale ignoriert haben. Wie fast zu erwarten stand: In der Mediathek ist er nicht zu sehen, lediglich eine kurze Zusammenfassung ist online zu lesen.

Besonders beeindruckend fand ich darin, was die relevanten Finanzminister Lafontaine, Eichel, Steinbrück und Schäuble zu berichten wussten, allem voran der aktuelle SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Der erzählte, fast möchte ich sagen: ungeniert, wie sein Krisenmanagment aussah, nachdem der drohende Zusammenbruch der IKB und damit die Folgen der unter der Regierung Kohl begonnenen und von der rot-grünen Schrödertruppe massiv betriebenen Deregulierung der Finanzmärkte erkennbar wurden. Völlig selbstverständlich konferierte Herr Steinbrück umgehend mit … den Köpfen der deutschen Banken. Also exakt mit den Managern, die die ganze Krise hauptsächlich zu verantworten hatten. Und die jetzt händeringend Geld brauchten, um die Folgen ihres Managements abzufedern. Genau die fragte also Herr Steinbrück in seiner Eigenschaft als Bundesfinanzminister, was jetzt zu tun sei. Nicht etwa internantional anerkannte Wirtschaftsprofessoren oder nicht betroffene Fachleute. Die Folgen sind bekannt.

Man mag sich überlegen, wie eine solche Form des Krisenmanagements in anderen Ressorts aussähe. Wenn der Bundesarbeitsminister auch die Arbeitslosen fragen würde, wie er angesichts deren Arbeitslosigkeit tun soll. Ob dieser deren dringendem Rat, einfach mehr Arbeitslosengeld zu zahlen, auch so selbstverständlich Folge leisten wüde?

Bereits weit über 70 Mrd. € hat diese Politik den Steuerzahler bis heute gekostet, ein Ende ist nicht in Sicht. Was bemerkenswerter Weise auch Herr Steinbrück nach eigenem Bekunden im Zusammenhang mit der Schieflage der Hypo Real Estate bemerkte: Das geht ja immer weiter! Und dennoch schiebt man auf Ratschlag derer, die das Geld verzockt haben und es jetzt brauchen, immer weiter Geld nach.

Wenn man es nicht besser wüsste, man könnte den Diplom-Volkswirten Peer Steinbrück und seine Kollegen für naiv halten, weil sie den Bock zum Gärtner machen. Aber das sind sie nicht, weder Herr Steinbrück noch Frau Merkel noch andere involvierte Politiker sind derart blauäugig. Sie wissen genau was sie tun. Und sie wissen, dass sie ebenso wenig zur Verantwortung für ihr Handeln gezogen werden wie die Banker, die erst Milliardengewinne erspekulierten (die selbstredend in private Taschen flossen und dort ebenso selbstverständlich bleiben) und später noch größere Verluste einfuhren, zu Lasten der Steuerzahler und seiner Kinder und Enkel und Urenkel.

Eine Frage allerdings blieb leider auch in dieser Reportage ungestellt: Wo ist eigentlich das ganze Geld hingeflossen? Zwar spricht man in diesem Zusammenhang ja gerne vom “Verbrennen” des Geldes, aber diese Metapher täuscht ja gewaltig. Geld fließt, von einer Tasche in die andere. Des einen Verlust ist des anderen Gewinn. Mehr 70 Mrd. € Steuergelder müssten demnach in private Taschen geflossen sein, sie wurden im wahrsten Sinne des Wortes “privatisiert”. Deren Verbleib wäre so eine Frage, die ich an Herrn Steinbrücks Stelle den Bankern gestellt hätte. Und nicht, wie man diese Umverteilung auch noch staatlich absichert.

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